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"Ark: Survival Evolved" erweckt Urzeitmonster zum Leben

Dino-Abenteuer im Spieletest "Ark: Survival Evolved" erweckt Urzeitmonster zum Leben

Was wäre, wenn man die Jurassic World nicht nur auf der Kinoleinwand, sondern auf eigene Faust durchstreifen könnte, ganz ohne Drehbuch? Das Dino-Game „Ark: Survival Evolved“ setzt auf spielerische Freiheit und unvorhergesehene Abenteuer. Darin liegt der Reiz des virtuellen Überlebenskampfes.

Dino-Park: Im Online-Abenteuer "Ark: Survival Evolved" schlagen sich Spieler durch den Dinosaurier-Dschungel.

Quelle: Studio Wildcard

Urzeit-Giganten zum Anfassen: Woher kommt der Dino-Hype?

Es war das Jahr 1993. Hollywood-Regisseur Steven Spielberg ließ Kindheitsträume wahr werden, indem er mit „Jurassic Park“ die Urzeit-Giganten wieder zum Leben erweckte. Im Film war es moderne Gentechnik, die längst ausgestorbenen Lebewesen das Laufen lehrte. In unserer Welt waren es computergenerierte Effekte – nie zuvor wirkte das Künstliche realer. Alles schien möglich, selbst die Wiederbelebung Millionen Jahre alter Dinosaurier.

22 Jahre später scheint die Fantasie fast grenzenlos, den Effekteschmieden Hollywoods sei Dank. Die Fiktion kommt der Realität immer näher. Eine Entwicklung, die auch der neueste Kino-Blockbuster „Jurassic World“ aufgreift. Dinosaurier nur zu sehen, reicht nicht mehr aus. Wir wollen sie erleben, unmittelbarer, dichter am Geschehen dran sein. In der virtuellen Welt von „Ark: Survival Evolved“ können Dino-Fans von einst und heute auf Tuchfühlung mit den Giganten der Urzeit gehen. Ganz ohne Drehbuch.

In „Ark: Survival Evolved“ durchstreifen Spieler eine Urzeit-Welt mit einem Dutzend verschiedener Dinosaurier-Arten. Screenshots: Studio Wildcard

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Kreatives Eigenleben: Worum geht es in „Survival-Spielen“?

Das Indy-Spiel „Minecraft“ verschaffte 2009 dem Survival-Genre den Durchbruch. Trotz angestaubter Klötzchenoptik faszinierte die zufällig generierte Welt durch ihre Selbstständigkeit. Sie war ein funktionierendes Ökosystem, das ohne das Zutun der Spielenden funktionierte und sich damit an der Realität orientierte. Es war der Reiz, diese unbekannte Welt auf eigene Faust zu erforschen und ihre Geheimnisse aufzudecken. Ohne feste Spielziele. 2014 verkaufte der schwedische Programmierer Markus Persson seine Schöpfung für 2,5 Milliarden US-Dollar an den Software-Riesen Microsoft.

Lego am Bildschirm: Mehr als 56 Millionen Menschen spielen „Minecraft“.

Lego am Bildschirm: Mehr als 56 Millionen Menschen spielen „Minecraft“.

Quelle: Screenshot

Neben der Erkundung der künstlichen Welt leben Survival-Spiele von der Kreativität der Spielenden. Dank logischer Verarbeitungsprozesse entstehen Farmen, gigantische Städte und selbst funktionierende Rechen-Computer in diesen Spielwelten. Über das Internet finden sich Gemeinschaften zusammen, die gemeinsam an der Formung ihrer Welt arbeiten. „Ark: Surival Evolved“ fügt diesem Erfolgsrezept nun noch Dinosaurier hinzu.

Inmitten der Jurassic World: Wie spielt sich „Ark: Survival Evolved“?

Ausgangspunkt für das urzeitliche Online-Abenteuer ist eine tropische Insel, die als Arche für ein Dutzend verschiedener Dinosaurier-Arten dient. Frisch gestrandet gilt es, das Überleben des eigenen Charakters zu sichern. Das Mittendrin-Gefühl wird durch die Ego-Perspektive erzeugt, aus der man den Strand erkundet. So sammelt man Beeren gegen den Hunger und sucht vor der brennenden Sonne Schutz im Schatten.

Aus gesammelten Hölzern und Steinen werden provisorische Werkzeuge wie Äxte und Picken gefertigt. Diese wiederum helfen bei der Beschaffung hochwertigerer Rohstoffe. Schon nach wenigen Tagen steht eine provisorische Strohhütte – selbstverständlich nach der eigenen Vorstellung geplant und zusammengezimmert – als Grundgerüst für spätere Bauprojekte.

Die wahren Geheimnisse allerdings liegen im Inneren der Insel verborgen. Doch dort allein hinzugehen, ist vor allem eines: tödlich. Daher schließt man sich besser mit anderen Gestrandeten in Stämmen zusammen, fertigt erste primitive Waffen an, mixt Narkotika und geht anschließend auf Dino-Jagd. Nicht zum Töten, sondern zum Zähmen.

Fressen und gefressen werden: Das sollten Eltern wissen

Der Kampf ums Überleben auf der Dino-Insel ist nicht frei von Gefahren, verzichtet aber weitgehend auf eine explizite Gewaltdarstellung. Gänzlich unblutig verlaufen die Auseinandersetzungen mit den Urzeit-Giganten allerdings nicht. Töten, um zu überleben, ist ein durchgängiges Motiv in „Ark: Survival Evolved“; sei es für fleischhaltige Ernährung – als Gegenstück zur Beeren-Diät – oder um die gewonnenen Tierhäute weiterzuverarbeiten. Neben primitiven Waffen wie Speeren kommen dabei auch Schusswaffen zum Einsatz.

Das Überleben als Gemeinschaft gelingt zudem nur denjenigen, die sich in eben diese einfügen können. Soziale Kompetenz, Zusammenarbeit und Zuverlässigkeit sind die Grundpfeiler der Überlebensstrategie in der Gruppe. Nur wer sich als Teil des Ganzen versteht, wird Erfolg haben. So positiv diese Eigenschaften auch sein mögen, gehen sie in Online-Spielen immer mit einer Gefahr einher: Die virtuelle Welt samt der darin lebenden realen Personen kann mitunter einen zu großen Reiz auf einzelne Spieler ausüben. Der grundsätzlich positiven Erfahrung von Verantwortung und dem Bewusstsein für gemeinschaftliche Leistung steht bei unkontrolliertem Spielen das Risiko gegenüber, den Alltag aus den Augen zu verlieren.

Alternativ bietet der sogenannte „lokale Modus“ eine Möglichkeit, die Arche der Dinosaurier ohne menschliche Mitspieler auf eigene Faust zu erkunden.

Was sind die Schwächen von „Ark: Surival Evolved“?

„Ark: Survival Evolved“ präsentiert diese Jurassic-Park-Momente dank moderner Technik in bezaubernder Grafik. Wenn ein gigantischer Stegosaurus durchs Unterholz bricht oder ein bereits eingefangener T-Rex den viel zu schwach konzipierten Dino-Pferch einreißt, dröhnt es in den Ohren und der Dschungelboden bebt. Ganz wie auf der Kinoleinwand. Die schöne Grafik hat aber ihren Preis. Selbst Mittelklasse-Rechner kommen bereits mächtig ins Schwitzen. Hier hilft es derzeit nur, den Detailgrad der Spielwelt herunterzuregeln – und das geht natürlich auf Kosten der Präsentation.

Allerdings befindet sich „Ark: Survival Evolved“ derzeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Auch wenn die Spielwelt bereits voll fantastischer Momente ist, arbeiten die Entwickler ständig an neuen Inhalten, erweitern Baumöglichkeiten, lassen neue Urzeit-Viecher auf die Spielenden los und optimieren die Technik. Fast täglich wird so die Jurassic Ark ein bisschen runder. Solisten haben es zudem reichlich schwer in der Dino-Welt. Hier gilt: Nur gemeinsam sind wir stark.

Dino-Jagd: Mit der Zeit werden die Gejagten zu Jägern – vor allem in Gemeinschaftsarbeit.

Dino-Jagd: Mit der Zeit werden die Gejagten zu Jägern – vor allem in Gemeinschaftsarbeit.

Quelle: Studio Wildcard

Holpriges Abenteuer in der Dino-Welt – unser Fazit:

22 Jahre ist es her, dass mein zehnjähriges Ich sein Herz an „echte“ Dinosaurier verlor. „Jurassic Park“ war eine Offenbarung, filmisch wie philosophisch. So vieles schien auf einmal möglich. Und obwohl selbst heute weder Stegosaurier noch Triceratops auf unserer Erde wandeln, kommt „Ark: Survival Evolved“ dieser Fiktion doch erstaunlich nahe. Indem es auf ein festes Spielziel verzichtet, schafft es Freiheit. Indem es Spielende aus aller Welt in ein virtuelles Biotop entlässt, schafft es Gemeinschaft.

Dabei ist es nicht mehr der bloße Anblick der Giganten, der fasziniert. Auch wenn man dank Virtual-Reality-Brille seinen Kindheitsträumen näher kommen kann als je zuvor. Vielmehr treibt der Überlebenswille das virtuelle Erlebnis voran. Die Feindseligkeit von Fauna und Flora zu überkommen, neue Bekanntschaften zu knüpfen und in einer Gemeinschaft aufzublühen – das ist der Ansporn für diese Abenteuerreise. Und dazu gibt es noch Dinosaurier. Herrlich.

Benjamin Matthiesen

Wertung und Eckdaten

3,5 von 5 Punkten

Genre: Survival-Abenteuer
Erscheinungsdatum: 2. Juni 2015 als „Early Access“
Plattformen: PC (später Xbox One, PS4, Linux, OS X)
Preis: ca. 28 Euro
Jugendfreigabe: noch nicht geprüft
Entwickler: Studio Wildcard
Publisher: Studio Wildcard
Website: http://www.playark.com

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