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Der beste Freund des Bikers: Rennspiel "Ride" gibt Gummi auf zwei Rädern

Motorrad-Simulation im Test Der beste Freund des Bikers: Rennspiel "Ride" gibt Gummi auf zwei Rädern

Italienische Entwickler schicken mit „Ride“ eine Simulation ins Rennen, die sich einzig und alleine Motorrädern widmet. Bis zu 100 verschiedene Feuerstühle warten darauf, von der Kette gelassen zu werden. Unser Test zeigt, ob dem Titel auf halber Strecke der Sprit ausgeht oder er als Sieger über die Ziellinie brettert.

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Riskante Überholmanöver und ausgefuchstes Tuning: Worum geht es in „Ride“?

Mit viel Geduld habe ich in diesem Rennen den entscheidenden Angriff auf den Führenden geplant. Runde um Runde, Meter um Meter konnten wir – meine Ducati und ich – den Rückstand verringern. Es fehlt ein letzter Kraftakt. Die Maschine heult auf, denn ich gebe Vollgas. Wütend donnern wir an dem gegnerischen Fahrer vorbei und schießen im Klassement ganz nach oben. Sieg, Küsschen, Treppchen, Schampus. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Kurz durchschnaufen und schon beginnt die Vorbereitung auf das nächste Event.

„Ride“ (erschienen für PC, Playstation 3 und 4 sowie Xbox 360 und One) widmet sich der Faszination von professionellen Motorradrennen. Zu Beginn basteln wir uns ein Alter Ego, dürfen den Fahrer benennen und ihn äußerlich verändern. Vorerst gilt es, mit nur einem Bike auszukommen. Wer auf der sogenannten „World Tour“ erfolgreich Rennen absolviert, erhält Credits, mit denen sich wiederum neue und bessere Modelle erstehen lassen. Sowohl der Spielcharakter als auch der Fuhrpark lassen sich somit sukzessive ausbauen und tunen.

Dein Bike hält immer zu dir: Ist „Ride“ das „Gran Turismo“ für Zweirad-Fans?

In seinen besten Momenten erinnert „Ride“ tatsächlich ein wenig an die Genre-Referenz „Gran Turismo“. Denn zeitweise wird dem Spieler erfolgreich das Gefühl vermittelt, die kraftstrotzenden Geschwindigkeitsmonster nach eigenem Willen zu manipulieren und so das letzte aus ihnen herauszuholen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass es sich um eine herausragende Simulation handelt.

Es liegt in der Natur des Zweirades, dass sich nicht ganz so viel daran herumschrauben lässt, wie an einem Boliden. Einzig Federung, Getriebe und visuelle Upgrades verändern zu dürfen, erscheint dann aber doch etwas karg. Die Kampagne „World Tour“ ist dafür umfangreich und bietet schöne Rennorte und -strecken. Lizenzen, wie man sie aus „GT“ kennt, müssen nicht absolviert werden.

Sobald man sich ein freigeschaltetes Bike leisten kann, darf es damit auf die Piste gehen. Neben durchaus positiven Ansätzen, die „Ride“ für die Motorrad-Krone prädestinieren, weist der Titel jedoch leider auch einige prägnante Schwächen auf.

Angestaubte Optik und Arcade-Fahrspaß: Was sind die Stärken und Schwächen des Titels?

„Ride“ bietet den meisten Fahrspaß, wenn man alleine mit seiner Maschine unterwegs ist. Denn leider haben die Entwickler von Milestone es verpasst, die Rennen mit den computergesteuerten Gegnern ordentlich auszubalancieren. Zu oft entscheidet nicht das fahrerische Können, sondern einzig und alleine die Maschine, die man für die Hatz ausgewählt hat, sowie das Tuning. Schade, denn die Strecken wie Imola, Donington oder Stadt-Parcours wie Miami oder Mailand lassen das Biker-Herz höher schlagen.

Grafisch ist „Ride“ nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Auf dem PC macht die Simulation noch die beste Figur, die Next-Gen-Versionen hätten genauso auch auf ihren alten Pendants entwickelt werden können. Echte Rennsport-Fans mögen dabei ein Auge zudrücken, mitunter sind die Landschaften auch stimmungsvoll designt. Ebenfalls lobenswert ist die Integration eines Tutorial-Modus für Fahranfänger sowie die Möglichkeit, nach einem Sturz das Geschehen per Tastendruck zurückzuspulen. Die langen und häufigen Ladeunterbrechungen, insbesondere auf den Konsolen, sind dafür nicht
akzeptabel.

Für Racing-Puristen und Gelegenheits-Biker – unser Fazit:

„Ride“ unternimmt nur teilweise erfolgreich den Versuch, die perfekte Symbiose zwischen Biker und Motorrad in ein Computerspiel zu packen. Der Titel krankt schlicht an zu vielen Enden, um in den Rennspiel-Olymp aufgenommen zu werden. Trotz vieler Schwächen bürgt „Ride“ dennoch für viele unterhaltsame Stunden bei Fans – auch dank seiner Arcade-Lastigkeit. Wem die Rennen alleine zu langweilig werden, darf sich am geteilten Bildschirm mit einem Freund messen oder den Online-Modus samt Meisterschaften absolvieren.

Die Auswahl an aktuellen und klassischen Motorrädern dürfte bei Cracks wenigstens so lange motivieren, bis alle Feuerstühle freigeschaltet sind. Ob dies die fehlende Balance auffangen kann, muss jeder Spieler für sich entscheiden. Leider dominieren zu oft öde Rennen, die positiv oder negativ frustrieren. Denn entweder fährt man der Konkurrenz gnadenlos und uneinholbar davon, oder sie zeigt einem das Auspuffrohr. Die goldene Mitte bleibt die Ausnahme.

Marc Bohländer

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