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Ernten, Lokfahren, Schrauben: Simulationen bedienen die Faszination Alltag

Fünf Spiele im Test Ernten, Lokfahren, Schrauben: Simulationen bedienen die Faszination Alltag

Simulationen sind ein boomendes Computerspielgenre. Das belegen die stetig wachsenden Verkaufszahlen. Aber warum bestellen viele Zocker so gerne virtuelle Äcker oder tuckern stundenlang mit einem Lkw über die Autobahn? In einem Simulatoren-Report gehen wir dieser Frage nach und stellen fünf aktuelle Titel vor.

Quelle: Koch Media

Zwischen Entspannung und Perfektion: Woher kommt die Faszination für Simulationen?

Spiele bieten uns die Möglichkeit Dinge zu tun, die in der realen Welt ausgeschlossen sind. Wir dürfen als schnauzbärtiger Klempner die Prinzessin retten, uns in Rollenspielen Amazonen-Kriegerinnen basteln und mit ihnen aus Gegnern Kleinholz machen. In Videospielen können wir Armeen befehligen, fliegen, Gedanken lesen – die Liste ließe sich praktisch endlos fortsetzen.

Simulatoren unterscheiden sich von herkömmlichen Spielen. Denn in diesen Titeln geht es zumeist um eine besonders sorgfältige Abbildung von Realität. Und auch das kann spannend sein – denn die „Faszination Alltag“ wird auf dem Bildschirm kognitiv und emotional erfahrbar gemacht.

Viele Computerspieler sind von virtuellen Abbildungen des Alltags fasziniert. Wir beleuchten die Hintergründe des Phänomens in einem Simulatoren-Report.

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Die treu-harten Fans des Genres schwören auf eine originalgetreue Umsetzung ihrer Lieblingsbeschäftigung. Inklusive aller Schwierigkeiten, Tücken und einem nicht unerheblichen Zeitaufwand. Über die Motivation lässt sich nur spekulieren. Oft nennen Spieler den Wunsch, Arbeitsschritte korrekt und perfekt auszuführen, oder auch den Aspekt der Entspannung. Wir haben fünf aktuelle Simulatoren getestet.

Für virtuelle Landwirte: Farm-Experte 2016

Mit dem „Farm-Experten 2016“ (erschienen für PC) will Publisher Koch Media dem Platzhirsch „Landwirtschafts-Simulator“ den Platz an der Bildschirmbauern-Sonne streitig machen. Hobby-Landwirte müssen sich als echte Ackerbau-Experten erweisen, denn nicht nur das Feld will hier bestellt werden.

Ernte einfahren: Auf der Farm gibt es immer etwas zu tun.

Quelle: Koch Media

Farm-Profis sind immer auch kompetente Ökonomen. Erzeugnisse wie Obst oder Milchprodukte sollen schließlich gewinnbringend verkauft werden. Zu den Aufgaben gehört zudem das ausgeklügelte Management des Hofes sowie die Aufzucht von Tieren.

Landeiern dürften insbesondere die tolle Präsentation sowie die Vielfalt an Fahrzeugen und Werkzeugen gefallen. Dafür griffen die Entwickler tief in die Tasche und spendierten einige lizenzierte Traktoren und Maschinen. Getreide, Rüben und Kartoffeln gedeihen in einem realistischen Wachstumszyklus. Wenn die Arbeit an einem Ende getan ist, fängt sie woanders schon wieder an. Ein Bauer hat irgendwie nie so richtig Feierabend, da macht die Computervariante keine Ausnahme.

Entwickler: Ravenscourt
Preis: 20 Euro
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=9YpzE-yLSk8

Für Brummi-Fetischisten: Euro Truck Simulator 2

Obwohl der „Euro Truck Simulator 2“ schon einige Jahre auf dem Buckel hat, gilt das Spiel aus Tschechien als Referenz für schwergewichtige Überlandfahrten. Die Lkw-Simulation schickt Spieler samt vollbeladenem Brummi auf Touren quer durch ganz Europa. Abgeladen und aufgeladen wird in verschiedenen europäischen Städten, darunter auch Leipzig, Dresden oder Erfurt. Dabei bleibt natürlich immer auch irgendwie der Weg das Ziel.

Wann sind wir da? Nur noch ein paar Stunden und es kann abgeladen werden.

Quelle: SCS Software

Dem Speditör ist nichts zu schwör, denn der Lkw muss selbst gesteuert werden. Während man sich anfangs noch einen Lastwagen leiht, lassen sich im weiteren Spielverlauf eigene Fahrzeuge und Garagen kaufen. Sobald der Rubel richtig rollt, dürfen wir sogar computergesteuerte Fahrer einstellen, die weitere Kilometer abreißen und so die Kasse zum Klingeln bringen.

Nach einer erfolgreichen Tour werden Erfahrungspunkte vergeben, mit denen sich dann Fähigkeiten steigern lassen. Für Nervenkitzel sorgen zerbrechliche Frachten und andauernder Termindruck. Zwischendrin kommt aber oft genug echte Trucker-Romantik auf, insbesondere mit der jüngsten Titanium-Edition, die unter anderem auch Trips nach Skandinavien erlaubt.

Entwickler: SCS Software
Preis: 30 Euro (Titanium Edition)
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=xlTuC18xVII

Für frustrierte Bahnkunden: Trainz – A New Era

Hier kommt der Zug nie zu spät: Die Eisenbahn-Simulation „Trainz – A New Era“ ist eine streikfreie Zone. Gemütlich geht es in dem Spiel für PC und Mac aber durchaus zu. Lässt man den Blick aus dem virtuellen Führerhäuschen über die vorbeiziehenden Landschaften streifen, hat das fast eine meditative Wirkung. Auch wenn die Kulissen nicht immer gelungen sind und manchmal altbacken wirken – das hat was.

Verkehrsknotenpunkte: In „Trainz“ müssen auch große Bahnhöfe angefahren werden.

Quelle: Koch Media

Der Fahrplan wird ganz einfach selbst gestaltet, zur Verfügung stehen mehrere historische Dampf- und Dieselloks. Besonders viel Freiheit bietet die Option, mit der man sich individuelle Strecken zimmert. In puncto Schwierigkeitsgrad haben die Entwickler vorgesorgt: Für Anfänger und Cracks gibt es unterschiedliche Fahrerkabinen, sodass jeder Spieler tonnenschwere Güterzüge oder rasante Hochgeschwindigkeitsbahnen routiniert über die Schienen führen kann.

Bisweilen erinnert „Trainz“ ein wenig an die alte Modelleisenbahn im elterlichen Wohnzimmer oder Hobbykeller. Heute aber ist man halt mittendrin statt nur dabei, sogar per Mehrspielermodus.

Entwickler: N3V Games
Preis: 40 Euro
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=smomLUgXh4Y

Für Hobby-Schrauber: Auto-Werkstatt-Simulator 2015

Technische Versiertheit im Umgang mit Autos ist nicht Jedem vergönnt. Mit dem „Auto-Werkstatt-Simulator 2015“ (erschienen für PC) können Computerspieler ihre Kenntnisse aber immerhin etwas pimpen. Auch Tuning-Freunde kommen voll auf ihre Kosten, schließlich darf man hier als Mechaniker den verschiedensten Fahrzeugen unter die Motorhaube schauen. Im Vordergrund steht das Flottmachen der mehr oder minder heißen Wagen.

Boliden-Parade: Mit genügend Kleingeld entsteht ein stattlicher Fuhrpark.

Quelle: Koch Media

Dabei muss der geneigte Schrauber diverse Kundenwünsche und Abgabetermine beachten. Neben der eigenen Werkstatt lässt sich mittels Versteigerungen auch ein stattlicher Fuhrpark anlegen. Insgesamt werden im „Auto-Werkstatt-Simulator“ 16 verschiedene Fahrzeuge präsentiert. Das hört sich im ersten Moment etwas dünn an: Wer aber bei allen einmal den Motor aus- und wieder eingebaut hat, wird seine Meinung überdenken.

Detailreichtum ist Trumpf: Jeder Typ verfügt über mehr als 200 bewegliche Teile, es gibt also einiges zu schrauben. Karrieretechnisch lässt sich der Weg als erfolgreicher Manager oder auch als Restaurator einschlagen.

Entwickler: PlayWay
Preis: 20 Euro
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=evdtGgZ5HG0

Für Rotlicht-Rollenspieler: Big Bang Empire

An ganz anderen Dingen muss im Browserspiel „Big Bang Empire“ herumgeschraubt werden. In der zotigen Simulation geht es darum, die Karriereleiter der Porno-Branche zu besteigen. Das fängt mit kleinen schlüpfrigen Dienstleistungen wie Strippen im Bordell an, doch damit nicht genug. Das Erotik-Business ist ein hartes Pflaster. Während Kampfmissionen gegen andere Spieler muss man sich seiner wertvollen Haut erwehren. Gemein, schließlich ist der virtuelle Körper das ganze Kapital.

Schönheit kommt von innen: PinkEyes im Shopping-Rausch.

Quelle: Playata

Ähnlich wie in einem Rollenspiel öffnet sich mit den gesammelten Erfahrungen immer mehr von der anrüchigen Spielwelt. Im Sexshop von Drag-Queen Olivia Jones dürfen Spielzeug und knappe Klamotten gekauft werden, das bürgt für potentere Auftraggeber. Vom Rammel-Amateur bis zum Sexprotz ist es ein weiter Weg. Irgendwann ist es aber soweit und es heißt „A star is porn“.

„Big Bang Empire“ ist ein klassisches Browserspiel in lustiger Comic-Optik, bietet aber kaum Spieltiefe. Wirklich aktiv eingreifen darf man kaum. Nur anschauen aber nicht anfassen, muss es in diesem Fall wohl heißen. Irgendwie ungeil.

Entwickler: Playata
Preis: kostenlos (Erlöse der Ingame-Käufe gehen an die Deutsche AIDS-Stiftung)
Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=zTizXRjOVt8

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