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Die Einsamkeit des Brandwächters – "Firewatch" im Games-Test

Spiel der Woche Die Einsamkeit des Brandwächters – "Firewatch" im Games-Test

Viele Games sind laut und aufdringlich. Dieses hier ist klein und leise: „Firewatch“, unser aktuelles Spiel der Woche, erzählt eine unerhörte Geschichte – und ist damit ein kleiner Glücksfall.

Willkommen in der Einsamkeit: Die Welt von „Firewatch“ ist voller schöner Wanderpfade, aber menschenleer.

Quelle: Campo Santo

Videospiele verrennen sich immer wieder in dieselben Gedankenwelten. Zwar wollen viele eine Geschichte erzählen. Aber die passt meist in eine überfüllte Nische: Fantasy, Horror, Science Fiction. Ausnahmen von dieser Norm gibt es immer wieder. Aber kaum ein Titel hat sich je so weit aus dem Unterholz gewagt wie „Firewatch“. Die Erzählung erinnert eher an einen Programmkino-Film als an Videospiele. Sie ist unscheinbar, aber gut geschrieben und mit Liebe zum Detail inszeniert.

Das Adventure handelt von Henry, einem kaputten Enddreißiger. Er flieht vor den Baustellen und Fehlschlägen seines Lebens in die Einsamkeit und nimmt einen Job als Brandwächter an. Monate lang soll er isoliert auf einem Wachturm sitzen und in den Wald starren. „Firewatch“ spielt in den 1980ern. Ohne GPS und Minimap müssen Spieler sich also mit Karte und Kompass orientieren.

"Firewatch" macht Spieler zum Feuerwächter im Wald. Screenshots von einem Adventure aus dem Unterholz.

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Umwerfende Idylle

Das klingt nicht gerade nach spannendem Stoff. Tatsächlich spielt dieses Abenteuer auch mit der Langeweile. Denn es nimmt Henrys Job ernst. Spieler steuern das Spiel wie einen Egoshooter, sie können sich frei im Wald bewegen. Statt einer Waffe aber nimmt Henry Kompass und Landkarte in die Hand, um sich im malerischen Naturpark zurecht zu finden. Die Idylle ist umwerfend. Zwar ist die Welt mit grobem Pinsel gezeichnet, aber sie erwacht mit naturgetreuen Lichtstimmungen zum Leben.

Geschick oder Verstand braucht Henry nicht, um den Sommer zu überstehen. Gelegentlich nimmt er Gegenstände auf oder benutzt sie, aber meist läuft er einfach durch die Landschaft. Trotzdem ist „Firewatch“ kein langweiliges Spiel. Denn Henry funkt pausenlos mit Delilah, seiner Vorgesetzten. Die sitzt in der Nähe auf ihrem Wachturm, flirtet, scherzt und dirigiert Henry durch die Gegend.

Im Wald tauchen schnell handfeste Probleme auf: Teenager zünden ein brandgefährliches Feuerwerk in der Wildnis. Henry ermahnt die jungen Damen und tritt damit eine Welle geheimnisvoller Ereignisse los. Doch darüber verliert dieses kurze Spiel seine Helden nie aus den Augen. „Firewatch“ bleibt eine berührende Geschichte über Menschen und ihre Macken – und damit ein kleiner Glücksfall für Spieler.

Jan Bojaryn

Spielspaß-Wertung und Infos

4 von 5 Punkten

Genre: First-Person-Adventure
Erscheinungsdatum: 9. Februar 2016
Plattformen: PC und Playstation 4
Preis: 20 Euro
Jugendfreigabe: k.A.
Entwickler: Campo Santo
Publisher: Panic Inc./ Campo Santo 
Website: http://www.firewatchgame.com/

Das sollten Eltern wissen

Bei diesem Spiel würden Kinder keinen Schaden nehmen – aber sie würden sich langweilen. Es handelt davon, wie man sich im Leben zwischen Dreißig und Vierzig fühlt, wie man Dinge bedauert, wie man sich anfreundet und entfremdet. Sex, Gewalt und Drogen tauchen in den langen Gesprächen zwischen Henry und Delilah auf, aber nicht im Spiel selbst. Sprache und Text sind bisher komplett in Englisch, deutsche Untertitel sollen nachgereicht werden.

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