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Friedvolles Farbengeballer: "Splatoon" setzt auf harmlose Action

Tinten-Shooter im Spieletest Friedvolles Farbengeballer: "Splatoon" setzt auf harmlose Action

Ego-Shootern haftet immer noch oft der Ruf sinnloser Schießorgien an. Auch Nintendos neuester Wii-U-Titel setzt auf Waffengewalt. Allerdings wird in „Splatoon“ nur mit Farbe Jagd auf den Gegner gemacht. Wie spielt sich eigentlich ein Pazifisten-Shooter?

Hier spritzt nur Farbe: "Splatoon" kommt ganz ohne Blut aus.

Quelle: Nintendo

Markier' dein Revier: Worum geht es in „Splatoon“?

Mit einem leisen Klicken lade ich mein Gewehr durch, drücke den Abzug und treffe einen Gegner. Allerdings nicht mit einem Geschoss, sondern mit Tinte. Der Oktarianer kippt aus den Latschen, mit meiner Waffe färbe ich weiter den Boden und die Umgebung ein. Nach und nach markiere ich so das gesamte Level und mache es zu meinem Revier.

„Splatoon“ aus dem Hause Nintendo (exklusiv erschienen für Wii U) spielt mit dem Prinzip des populären Shooter-Genres. In dem Titel, der auf possierliche Comic-Optik setzt, muss jedoch niemand einen blutigen Pixel-Tod sterben. Auf andere Bestandteile aus Ballerspielen wird dafür sehr wohl gesetzt: Bessere Waffen verursachen mehr Schaden und haben mehr Reichweite. Wer nicht rechtzeitig in Deckung geht oder seine Flanke vernachlässigt, segnet schnell das Zeitliche.

In "Splatoon" muss niemand einen blutigen Pixel-Tod sterben. Stattdessen beschießen sich die Kontrahenten mit Tinte. Screenshots: Nintendo

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Neben einem kurzweiligen Einzelspielermodus wartet der neue Titel des japanischen Spielegiganten auch mit spannenden Online-Schlachten auf. Dabei treten zwei Teams mit jeweils vier Schützen gegeneinander an, auch lokale Einzelduelle sind möglich.

Actiongeladenes Vier-gegen-Vier: Wie gut funktioniert der Multiplayer-Modus?

In der Mehrspielervariante geht es vor allem darum, das Terrain der eigenen Gruppe zu erweitern und zu verteidigen. Dafür besprüht man gemeinsam mit Kumpanen alle möglichen Flächen. Um schneller voranzukommen, dürfen sich die Protagonisten auch in tintenfischähnliche Wesen verwandeln und dann rasant und sogar vertikal durch die Farbe gleiten. Die Gewinnbedingungen sind denkbar einfach: Wer nach Ablauf des Zeitlimits die meisten Bereiche eingefärbt hat, gewinnt die Partie.

Dicker Oschi: Im Einzelspielermodus warten mächtige Endgegner.

Quelle: Nintendo

Die Vier-gegen-Vier-Gefechte in „Splatoon“ bürgen weniger für taktische Versteckspiele. Stattdessen dominiert schnelle, kurzweilige Aktion. Mit Granaten-Einsatz oder dem Zerschießen von riesigen Tintenballons lässt sich der Terrainkampf beschleunigen. Das Spiel beinhaltet zudem zwei weitere Modi: Ranglistenkämpfe, in denen Zonen für einen gewissen Zeitraum gehalten werden müssen, sowie das „Duell-Dojo“. Dabei beballern sich zwei Freunde an einer Wii U, einer darf auf den großen Bildschirm schauen, der andere benutzt das Display des Konsolen-Pads.

Viel Spaß, noch wenig Content: Was sind die Stärken und Schwächen von „Splatoon“?

Es gibt viele Gründe, um „Splatoon“ zu mögen. Der Titel ist ein Spiel für fast alle Altersklassen, denn die Nintendo-typische Knuddeloptik nimmt dem Genre die Schärfe. Vor allem für die Spielidee muss man die Entwickler loben. Auf dem Schlachtfeld trägt man schnelle und spannende Gefechte aus, deren Ausgang niemals zu erahnen ist.

Die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber durchgängig flüssig. Dank sehr unterschiedlicher Geschütze, ausbalancierten und abwechslungsreichen Karten sowie mächtigen Super-Angriffen animiert „Splatoon“ in jeder Sekunde zum Teamwork. Der Einzelspielermodus ist eher kurz gehalten, dafür entschädigen imposante Bosskämpfe.

Auf der anderen Seite sollte Nintendo bei dem großen Akzent auf den Online-Anteil bald inhaltlich nachlegen. Denn bislang dürfen sich Tintenfischschützen nur auf sechs Karten balgen, auch die beiden Modi sind etwas dünn für einen Titel mit dieser potentiell enormen Reichweite. Zu verschmerzen, aber dennoch nervig: Die Menüführung wurde lästig unübersichtlich gestaltet.

Farbe statt Blut: Das sollten Eltern zu „Splatoon“ wissen

Nur selten gelingt es Spielen, alte Konsolenhasen und jüngere Zocker gleichermaßen vor den Bildschirm zu bannen. „Splatoon“ will – ganz Nintendo-typisch – verschiedene Spielergruppen ansprechen. Und das gelingt prima, denn Kindern dürfte die Zeichentrickgrafik samt schrulligen Fantasiefiguren gefallen. Gestandene Konsoleros können sich über ein ausbalanciertes Spielerlebnis freuen.

Gewalt spielt in „Splatoon“ keine große Rolle. Zwar zielt man mit Waffen auf menschenähnliche Gestalten, direkte Treffer verlangsamen den Gegner jedoch nur. Sind die unsichtbaren Verletzungen zu schwer, zerplatzt der Charakter in einer Farbenexplosion, um nur Sekunden später wieder unversehrt im Geschehen mitzumischen.

Die USK hat „Splatoon“ ab sechs Jahren freigegeben. PEGI (Pan European Game Information) empfiehlt die Farbenschlacht für Spieler ab sieben Jahren.

Skurriles Farbmassaker – unser Fazit:

In seinen besten Momenten erinnert „Splatoon“ an den Nintendo-Klassiker „Mario Kart“. Zwar sitzen die Kontrahenten nicht mehr im eigenen Wohnzimmer sondern man bekriegt sich über das Internet: Trotzdem kommt der altbekannte Multiplayer-Spaß auf, inklusive Millimeter-Entscheidungen, liebevollen Gehässigkeiten und ganz viel Haare raufen.

Schnell ist man nicht mehr grün hinter den Saugnäpfen, im Nu fuchsen sich große und kleine Tintenkrieger in die Steuerung und die fantasievollen Areale ein. Mit der unkonventionellen Shooter-Variante ist Nintendo eine gelungene Belebung des Genres geglückt. Ob der Titel die Verkäufe der Wii-U-Konsole ankurbeln kann, bleibt allerdings abzuwarten.

Wer Ballerspielen bislang überhaupt nichts abgewinnen konnte, dürfte auch von „Splatoon“ nicht bekehrt werden. Alle anderen sollten vorsichtig sein: Wer einmal Farbe geleckt hat, wird den schnellen Spaß nicht mehr missen möchten. Denn die bunte Ballerei motiviert dank des frischen und innovativen Ansatzes ungemein.

Wertung und Eckdaten

4 von 5 Punkten

Genre: Third-Person-Shooter
Erscheinungsdatum: 29. Mai 2015
Plattform: Wii U
Preis: 40 Euro
Jugendfreigabe: ab sechs Jahren
Entwickler: Nintendo
Publisher: Nintendo
Website: http://splatoon.nintendo.com/

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