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HD-Neuauflagen sind der Games-Trend 2015

Frischzellenkur für Klassiker HD-Neuauflagen sind der Games-Trend 2015

HD-Remaster sind der Trend des Videospiele-Winters 2015. Als aufgehübschte Neuauflagen kehren Klassiker der 1990er-Jahre zurück. Ob der Spagat aus moderner Grafik und in die Jahre gekommenen Spielprinzipien immer gelingt, testen wir an Resident Evil, DuckTales und Grim Fandango.

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„Homeworld Remastered“: Nie sahen Weltraumschlachten schöner aus.

Quelle: Screenshot

Früher war alles besser. Wirklich? Selbst Videospieler zehren von der Nostalgie des Einstigen. Damals, in den 1980er und 90er-Jahren, als Nintendo die Fernsehröhren der Wohnstuben eroberte und monochrome Pixelhäufchen sich in virtuelle Spielwelten verwandelten. Selbst heute noch verbinden Millionen Erwachsene den hüpfenden Klempner Mario untrennbar mit der eigenen Kindheit.

Um nicht länger in Erinnerungen verweilen zu müssen, läutet das noch junge Jahr 2015 den Trend der HD-Neuauflagen ein. Als „Remastered“-Versionen wurden Klassiker der 90er-Jahre optisch verschönert und für neue PC- und Konsolengenerationen abermals veröffentlicht. In unserer Reise in die Vergangenheit gehen wir der Frage nach, ob Videospiele früher wirklich besser waren.

DuckTales Remastered: Auf Ententour die Welt behüpfen

Im Dezember 1990 gelang dem japanischen Entwicklerstudio Capcom mit dem Jump’n’Run-Spiel „DuckTales“ der bis dahin größte Hit der Firmengeschichte. Zweifelsohne waren zwei der gewaltigsten Popkulturphänomene ihrer Zeit ausschlaggebend für diesen Erfolg: Disneys schnatternde Zeichentrickhelden aus Entenhausen und deren spaßige Reise rund um den Globus. Diese eiferte mit ihren Sprung- und Geschicklichkeitseinlagen unverkennbar Nintendos Kassenschlager Super Mario Bros. nach.

Die HD-Neuauflage lässt sich auf den ersten Blick nicht lumpen. Nie zuvor hüpfte Onkel Dagobert niedlicher auf seinem Spazierstock vor quietschbunten Hintergründen. Deren Sprung in die dritte Dimension ist allerdings rein optisch. Spielerisch bleibt „DuckTales“ ein klassisches 2D-Jump’n’Run. Abgründe wollen sicher übersprungen, feindliches Getier mit dem Gehstock verhauen und glitzernde Diamanten eingesammelt werden. Die fünf ursprünglichen Gebiete Afrika, Amazonas, Himalaya, Transsilvanien und der Mond wurden dafür um einige neue Abschnitte erweitert. Daher resultiert die längere Spielzeit – von immer noch mageren fünf Stunden.

Technisch ist die Remastered-Version durchaus gelungen. Was auf dem NES (Nintendo Entertainment System) vor zwei Jahrzehnten noch verwehrt blieb, gibt es nun in Hülle und Fülle: Zwischensequenzen mit Sprachausgabe, die die Handlung um die Duck’sche Weltreise vorantreiben. Einige Altlasten wie die zu unpräzise Steuerung und das für heutige Zeiten auffällig entschleunigte Spieltempo haben es aber auch in die HD-Neuauflage geschafft. Schade.

„DuckTales Remastered“ kann sein ursprüngliches Entwicklungsjahr trotz ansehnlicher Kulisse nur schwer verbergen. Jump’n’Run-Spiele haben in den vergangenen 25 Jahren spielerisch einen zu großen Sprung gemacht – dank Super Mario Galaxy für Nintendos Wii auch in die dritte Dimension. Eine neue Küken-Generation kann dennoch Freude am seichten Hüpfen finden. Und jetzt alle zusammen: „DuckTales. Wuu-Huu! Keinen gibt’s, der sie nicht mag. Die DuckTales. Wuu-Huu!“

Wertung: 3 von 5 Spielspaß-Punkten

Genre: Jump’n’Run
Erscheinungsdatum: 13. August 2013
Plattformen: PC, PS 3, Xbox 360, WiiU
Preis: ca. 14 Euro
Jugendfreigabe: ab 6 Jahren
Entwickler: WayForward
Publisher: Capcom
Website: www.ducktalesremastered.com
 
Resident Evil HD-Remastered: Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen

1996 gilt als das Jahr, in dem der Schrecken begann. Nie zuvor lagen Faszination und Furcht vor einem Videospiel so nah beieinander wie bei „Resident Evil“. Das japanische Entwicklerstudio Capcom vereinte in diesem Survival-Horror-Spiel fordernde Denkaufgaben mit der Angst vor dem Unbekannten und der kniffligen Herausforderung, die Schrecken eines heimgesuchten Herrschaftshauses zu überleben.

Fast 20 Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen mit wandelnden Leichen und blutrünstigen Teufelshunden entfaltet „Resident Evil“ immer noch seinen besonderen Charme. Das liegt weniger an extrem ekeligen Darstellungen, wie sie in modernen Horrorspielen und -filmen für Abscheu sorgen, sondern vielmehr am Geschick der Entwickler, Stimmungen zu erzeugen. Es gilt die alte Horrorfilm-Tugend: Furcht wächst mit der eigenen Vorstellungskraft. Knarzende Dielen, erschreckend abstoßende Stille und unmenschliches Stöhnen am Ende eines viel zu dunklen Korridors garantieren Kopfkino, von dem man sich nicht einfach abwenden kann.

Dass der Spieler in diesem rund zwölfstündigen Horrortrip stets mehr erahnt, als er anfänglich zu Gesicht bekommt, liegt vor allem an den für jeden Raum starren Kamerapositionen. Wie Überwachungskameras fangen sie das Spielgeschehen aus feststehenden Perspektiven ein. Der tote Winkel wird hier seinem Namen nur allzu oft gerecht. Die generalüberholte Steuerung der Remastered-Version entschärft dankenswerterweise die frustrierenden Passagen des Originals, wenn der Griff zur Waffe doch einmal nicht vermieden werden kann.

Das erste „Resident Evil“ ist auch heute noch ein Horrortrip der Extraklasse. Selbst die stark begrenzte Speichermöglichkeit, fehlende Tipps für nicht immer logische Rätsel und das knapp bemessene Inventar – alles Designsünden der 90er-Jahre – tragen auf ihre Weise zum unwiderstehlichen Gefühl der Hilflosigkeit bei.

Wertung: 4 von 5 Spielspaß-Punkten

Genre: Survival Horror / Rätsel
Erscheinungsdatum: 19. Januar 2015
Plattformen: PC, PS 3, PS 4, Xbox 360, Xbox One
Preis: ca. 20 Euro
Jugendfreigabe: ab 18 Jahren
Entwickler: Capcom
Publisher: Capcom
Website: www.residentevil.com

Grim Fandango Remastered: Rätseln nach dem Tod

Geistreich-absurde Rätsel eingebettet in eine freundlich-skurrile Geschichte. Das sind die Markenzeichen des amerikanischen Spieleentwicklers Tim Schafer. In den 1990er-Jahren stieg er zusammen mit der Spieleschmiede LucasArts zur Legende des Genres der Point-&-Click-Adventure auf. Klassiker wie „Day of the Tentacle“ und „Monkey Island“ treiben Rätselfans auf der ganzen Welt noch heute Freudentränen ins Gesicht. 1998 wagte Schafer mit „Grim Fandango“ den Schritt von der zweiten in die dritte Dimension und besiegelte damit tragischerweise das Ende der LucasArts-Ära. Am schwarzhumorigen Abenteuer um Manny Calavera, einem erfolglosen Reiseberater im Reich der Toten, lag das sicher nicht.

Das Spiel verband die Mythen des aztekischen Totenkultes mit dem Filmschick der 1930er-Jahre und der düsteren Handlung des Film noir. Nicht weniger ungewöhnlich waren die Präsentation in dreidimensionaler Kulisse und die damit verbundene behäbige Steuerung des verstorbenen Protagonisten. Trotz technischer Unzulänglichkeiten und wegen des originellen Designs, gelang es Schafer mit „Grim Fandango“ die bis dato unterhaltsamste Geschichte des Genres zu erzählen. Ein kommerzieller Erfolg blieb dem Spiel jedoch verwehrt.

Die Remastered-Neuauflage behält den Charme des Ungewöhnlichen bei. Als Glücksfall erweisen sich die Anfänge der 3D-Technik: Die grafische Detailarmut der Charaktere wandelt sich zum eigenständig surrealen Stilmittel. Gleichzeitig wurden Probleme mit der Steuerung ausgemerzt. Egal ob mit Maus und Tastatur oder Gamepad, Manny schlürft im Jahr 2015 elegant wie nie zuvor von einem Fettnäpfchen ins nächste. Die gelungene Sprachausgabe des Originals ist auch heute noch ein absoluter Hinhörer. Wenn Manny und Dämon Glottis über die Schwierigkeiten dämonischer Leibesfülle sinnieren, bleibt kein Auge trocken.

„Grim Fandango Remastered“ mag auf technischer Seite nicht die überzeugendste HD-Neuauflage sein. Dafür entschädigen die geniale Originalgeschichte und zusätzliche Audio-Kommentare der Entwickler.

Wertung: 4 von 5 Spielspaß-Punkten

Genre: Point’n’Click-Adventure / Rätsel
Erscheinungsdatum: 26. Januar 2015
Plattformen: PC, Mac, Linux, PS 4, PS Vita
Preis: ca. 15 Euro
Jugendfreigabe: ab 12 Jahren
Entwickler: Double Fine Productions
Publisher: Double Fine Productions
Website: www.grimremastered.com

Nostalgie-Nachschub: Noch mehr HD-Remakes 2015!

Bereits im vergangenen Jahr kehrten in die Jahre gekommene Klassiker als HD-Remakes zurück auf die Bildschirme. Mit „Halo: The Master Chief Collection“ (11. November 2014 für Xbox One) erstrahlen die ersten vier Teile der Shooter-Weltraumsaga im neuen Glanz. Echte Strategen ziehen hingegen erst ab 25. Februar mit der „Homeworld Remastered Collection“ (PC) in intergalaktische Schlachten.

Wer es lieber ruhiger mag, schlägt sich seit 29. Januar mit der „Heroes of Might & Magic 3 HD-Edition“ wieder in rundenbasierenden Ritter-Gefechten. Die HD-Neuauflage zu „Fahrenheit: Indigo Prophecy Remastered“ (PC, Mac, Linux, iOS) ist ebenfalls seit dem 29. Januar erhältlich. Im interaktiven Film zeigt das Entwicklerstudio Quantic Dream („Heavy Rain“), wie mitreißende Geschichten in Videospielen aussehen können.

Mit „GTA V“ (Xbox One, PS 4) und „The Last of Us Remastered“ (PS4) kehrten bereits Ende 2014 zwei Highlights der letzten Konsolengeneration für moderne NextGen-Konsolen zurück. Neben besserer Grafik wurden diese Neuauflagen um zusätzliche Inhalte erweitert.

Benjamin Matthiesen

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