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"Handball 16" im Test mit DHfK Leipzig gegen Kiel

Der große Wurf? "Handball 16" im Test mit DHfK Leipzig gegen Kiel

Philipp Weber, Aivis Jurdzs und Co. gehen jetzt auch in einem Videopiel auf Punktejagd. In „Handball 16“, das von Kretzsche kommentiert wird, mischen die Stars des SC DHfK die virtuelle Bundesliga auf. LVZ.de hat die Simulation getestet.

Spielzene aus "Handball 16": THW-Star Domagoj Duvnjak hebt zum Sprungwurf ab, die DHfK-Abwehr versucht zu blocken.

Quelle: Screenshot LVZ.de

Leipzig. „Was war das denn für ein Teil?“ Stefan Kretzschmar fehlen beinahe die Worte. Aivis Jurdzs hat gerade eine Granate im Tor von THW-Keeper Niklas Landin versenkt und den SC DHfK Leipzig gegen Kiel mit 1:0 in Führung gebracht. Kretzsche, der neben Sport1-Kommentator Markus Götz am Mikrofon sitzt, ist aus dem Häuschen. „Den hat er richtig eingeschweißt!“
 
Bevor die Leipziger am Sonntag Kiel zum „echten“ Heimspiel-Knaller in der Arena empfangen, hat LVZ.de die Partie in „Handball 16“ bereits durchgespielt. Die Gaming-Neuheit für PC, Xbox- und Playstation-Konsolen hat 68 Vereinsmannschaften aus den ersten beiden Ligen in Deutschland, Spanien, Frankreich und Dänemark an Bord. Mit dem SC DHfK dürfen Videospieler erstmals überhaupt auf virtuelle Punktejagd gehen. Und der Bundesliga-Aufsteiger zieht in unserem Test-Duell gegen den Rekordmeister gleich mal mit 4:1 davon.

Mit dem SC DHfK Leipzig in "Handball 16" auf Punktejagd: Die von Stefan Kretzschmar co-kommentierte Simulation bringt die aktuelle Saison mit umfangreichen Lizenzen auf PC und Konsolen. Wir haben die Partie DHfK gegen THW Kiel nachgespielt. (Screenshots: LVZ.de)

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Kempa-Tricks und Zeitlupen-Würfe

Die französischen Entwickler von Eko Software haben Aivis Jurdzs, Philipp Pöter, Alen Milosevic und Co. authentisch aufs digitale Parkett gehievt. Original-Trikots, Spielerporträts, reale Leistungswerte – vor dem ersten Anwurf macht die Simulation dank umfangreicher Lizenzen einen guten Eindruck. Allerdings sind die virtuellen Balljäger anders als in FIFA und Co. ihren realen Vorbildern nur grob nachempfunden. Die Grafik von „Handball 16“ kann mit den großen Spieleserien optisch nicht mithalten – nur eine der zahlreichen Schwächen. Ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad fehlt ebenso wie ein Tutorial. Und in den lediglich drei zur Verfügung stehenden Fantasie-Hallen mit spärlich gefülltem Publikum herrscht eher verhaltene Stimmung. Als Bastian Roscheck mit einem Hüftwurf zum 8:3 für Leipzig trifft, nehmen es die Zuschauer mit einem verhaltenen Klatschen zur Kenntnis.

Beim Torewerfen stellt „Handball 16“ den Spieler auf eine harte Probe. Das Gameplay erfordert viel Übung. Mit dem linken Analogstick wird der Spieler über das Parkett bewegt, mit dem rechten Stick lassen sich Kempa-Tricks und Täuschmanöver ausführen. Setzt ein Angreifer zum Wurf an, schaltet das Spiel in den Zeitlupenmodus und blendet im Tor einen weißen Zielkreis ein. Das Fadenkreuz lässt sich umso länger bewegen, je besser sich der Spieler freigelaufen hat. Zieht der Angreifer in Bedrängnis ab, ist der Schuss kaum zu kontrollieren oder bleibt in der Deckung hängen. Was Kretzsche dann schon mal mit einem „Oh, shit“ kommentiert.

13:11 – der SC DHfK rettet sich mit knapper Führung in die Pause, Zeit für Einzelanalysen. Neben Solo-Partien (online wie offline) und einer kompletten Saison bietet „Handball 16“ im Karrieremodus auch die Möglichkeit, einen eigenen Spieler zu erstellen. Vollbart, Langhaar-Matte oder Glatze? Der Nachwuchs-Profi darf optisch grob angepasst und mit Arm- und Beinschonern ausgestattet werden. Die Einstellmöglichkeiten sind ansonsten jedoch begrenzt, Größe und Statur können nicht verändert werden.

Zu Beginn seiner Karriere wählt der Spieler zwischen zwölf Zweitliga-Klubs und sammelt anschließend Punkte, die schrittweise auf sechs Attribute von Wurf über Block bis Beliebtheit verteilt werden. Das System vergibt Extra-Zähler für Herausforderungen wie Siegesserien, kann insgesamt aber kaum motivieren. Denn eine Einzelauswertung nach absolvierten Partien fehlt ebenso wie eine ausführliche Statistik. Was die Talente der Spieler angeht, hat sich „Handball 16“ an den Daten der aktuellen Saison orientiert. Jurdzs ist mit 78,6 Punkten bester Mann im Team von Trainer Christian Prokop. Zum Vergleich: THW-Star Domagoj Duvnjak kommt auf einen Wert von 91,4, Filip Jicha vom FC Barcelona sogar auf 93,6.

Gar nicht so einfach: Der Abwehrriegel der Kieler steht wie eine Wand. Das Torewerfen in "Handball 16" stellt Spieler auf eine harte Probe.

Quelle: Screenshot LVZ.de

Solide Simulation – für eingefleischte Fans

Mit harten Zweikämpfen geht’s in die zweite Hälfte: Christoph Steinert und Philipp Pöter müssen kurz nach der Pause beim Stand von 16:15 von der Platte. Die Schiedsrichter pfeifen kleinlich. Fast jede Körperberührung wird mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet. Der Punkte-Kampf wird da schnell zum Punkte-Krampf. Auch das Spieltempo erscheint insgesamt zu schnell, was die taktische Vielfalt minimiert. Variable Angriffs- und Verteidigungs-Strategien sieht „Handball 16“ nicht vor.

Alles in allem bietet das Spiel eingefleischten Fans solide Simulations-Kost. Der große Wurf bleibt „Handball 16“ aber ebenso wie seinem zwei Jahre alten Vorgänger „IHF Handball Challenge 14“ verwehrt, vor allem aufgrund der Minuspunkte für Realismus, Grafik und Gameplay. Auch die flotten, aber zu häufig wiederkehrenden Sprüche des Kommentatoren-Duos reißen es am Ende nicht raus. „Jetzt haben sie sich warmgeschossen“, frohlockt Kretzsche, als Pöter kurz vor Schluss zum sensationellen 27:23-Endstand trifft. „Das ist mal ein schönes Schützenfest!“ Über einen solchen Spielausgang würde er auch am Sonntag jubeln – dann sitzt der DHfK-Aufsichtsrat für Sport1 in der Leipziger Arena live am Mikro.

Von Robert Nößler

Wertung und Eckdaten

3 von 5 Punkten

Genre: Handball-Simulation
Erscheinungsdatum: 27. November 2015
Plattformen: PC, PS3, PS4, PS Vita, Xbox One, Xbox 360
Preis: 40 bis 65 Euro
Jugendfreigabe: ohne Altersbeschränkung
Entwickler: Eko Software
Publisher: Big Ben Interactive
Website: http://www.handball-challenge.com

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