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"Hyrule Warriors" für Wii U: Zelda-Helden ziehen in die Schlacht

Genremix "Hyrule Warriors" für Wii U: Zelda-Helden ziehen in die Schlacht

Bis 2015 ein neues "Zelda" für die Wii U erscheint, müssen sich Spieler noch gedulden. Im Ableger "Hyrule Warriors" des Nintendo-Kultabenteuers bestreiten die Helden derweil actionreiche Massenschlachten. Ob der Genremix auch "Zelda"-Fans in seinen Bann schlägt, erklärt unser Test.

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Quelle: Screenshot Nintendo

"Zelda" trifft japanische Prügelorgie: Worum geht's in "Hyrule Warriors"?

Er haut fünfzig Gegner mit einem Angriff zu Boden. Blitzend setzt Link zu einem Rundumschlag an und schmettert sein Schwert auf die Erde. Klingt nicht gerade nach dem zipfelmützigen Abenteurer, der sich seit seinem ersten Auftritt 1986 in "The Legend of Zelda" Kultstatus erspielt hat. Doch in "Hyrule Warriors" wird der schmächtige Rollenspielheld zum kraftstrotzenden Superhelden. Mit seiner Klinge und einer Handvoll altbekannter Gefährten im Schlepptau säbelt Link dutzende Kobolde in Sekunden aus den Stiefeln.

Der neue, etwas schräge Ableger aus der Kultreihe für die Wii U stülpt den Helden aus dem Rollenspiel-Universum von Nintendo die Gameplay-Schablone der "Dynasty Warriors"-Serie über. Deren Massenschlachten-Prinzip ist in Japan äußerst beliebt, hierzulande fristen die sogenannten Mosou-Spiele von Koei Tecmo jedoch ein Nischendasein. Hauptgang der kunterbunt designten Fantasialand-Schlachtplatte ist ein strategisch gewürztes Hack-and-Slay, das bei "Zelda"-Fans erst einmal Magengrummeln auslösen dürfte.

Viel Kloppe und ein Hauch Taktik: Wie funktioniert "Hyrule Warriors"?

Statt Rätsel zu lösen und eine offene Welt zu erkunden, steht die "Zelda"-Clique auf überschaubaren Schlachtfeld-Karten einer riesigen Armada von Feinden gegenüber. Auf der Suche nach Prinzessin Zelda – sie wird gleich zu Beginn von Schloss Hyrule entführt – schnetzelt sich der Spieler zunächst als Link durch die Gegnermassen. Später steuert er wahlweise auch seine Begleiter wie die Zauberin Lana oder den Harfe spielenden Shiek. In den Schlachten erobern sie nach und nach Sektoren, die bei unbedachtem Vorgehen wieder in Feindeshand fallen können. Das fordert neben dem Gekloppe auch einen Hauch Strategie.

Die Prügelorgie mit Link, Impa &. Co. ist kurzweilig und einsteigerfreundlich. Schnell haben die hyrulianischen Krieger 2000 Gegner und mehr mit Kawumm ins digitale Nirwana katapultiert. Für spielerische Höhepunkte sorgen die riesigen und teils angsteinflößend designten Bossgegner vom flammenspeienden Echsenmonster Dodongo bis zur einäugigen Riesenspinne Gohma. Um sie in die Knie zu zwingen, sind jeweils individuelle Angriffs-Taktiken wie Bomben- oder Bumerangwürfe nötig.

Ko-Op und Second Screen: Wie nutzt das Spiel die Möglichkeiten der Wii U?

Doppelt schlägt es sich besser: Zu zweit an der Wii U auf Monsterjagd zu gehen, erhöht den Spielspaß deutlich. Während ein Abenteurer seinen Helden auf dem Screen des Wii-Gamepads in die Schlacht schickt, darf der andere mit Wiimote und Nunchuck das Schwert schwingen oder den Bogen spannen – allerdings nur virtuell am TV. Einen Splitscreen-Modus hat Nintendo nicht eingebaut. Damit bleibt die Prügelorgie auf maximal zwei Spieler begrenzt, obwohl teilweise mehr Helden in die Schlacht ziehen.

Im Solospiel, das neben dem Legendenmodus auch zahlreiche Mini-Herausforderungen bereithält, funktioniert das Wii-Gamepad als Second Screen. Allerdings bietet dieser kaum Zusatznutzen: Hier werden vor allem Missionsziele angezeigt. Da wäre mehr drin gewesen: Warum zeigt das Spiel nicht die anderen Helden in der Schlacht oder eine interaktive Karte? Dafür demonstriert die Wii U grafisch, was in ihr steckt. Detailreiche Helden und Monster, hochaufgelöste Texturen und spektakuläre Effekte: Wer sich an der "Zelda"-typischen Japan-Optik nicht stört, findet hier kaum Grund zu meckern.

Gescheiterte Rollenspiel-Anleihen: Wo liegen die Schwächen des Spiels?

Die Stärke der "Zelda"-Reihe, eine spannende Story zu erzählen, kommt bei "Hyrule Warriors" zwangsläufig zu kurz. Dem Spiel gelingt es nicht, erzählerisch die Motivation hochzuhalten. Dazu trägt auch die – abgesehen von den ohrwurmtauglichen "Zelda"-Melodien – uninspirierte Präsentation bei. Textdialoge mit schweigenden Protagonisten mögen in den 1990er-Jahren noch Charme gehabt haben, 2014 locken sie keinen mehr hinter dem Ofen hervor.

Aber auch spielerisch wirkt der Genremix nicht stimmig. Zwar haben die Entwickler versucht, einige Rollenspiel-Elemente wie Waffen-Updates oder ein Erfahrungs- und Talentsystem zu integrieren, die gehen in der Haudrauf-Mechanik des Spiels aber weitgehend unter. Das Dauergekloppe nutzt sich schnell ab, denn die stupiden Gegnermassen sind nicht viel mehr als Klingenfutter.

Dabei gilt es munter Rekorde zu brechen, zum Beispiel bei der Zahl der besiegten Monster, die stets eingeblendet wird. Schon hundert Gegner erledigt, schon 5000 Rubine eingesammelt – was bei einem Action-Adventure wie "Diablo" eine unterhaltsame Suchtspirale in Gang setzt, ist hier irgendwann nur noch nervig.

Für Serienfans nur bedingt geeeignet – unser Fazit:

Viele "Zelda"-Fans könnten von "Hyrule Warriors" enttäuscht sein. Statt auf eine packende Story und spielerischen Tiefgang setzt der Serienableger auf ein monotones Prügelfestival. Immerhin: Das gut zehnstündige Gemetzel ist gut inszeniert und macht es auch Anfängern leicht. Schon nach ein paar Minuten gehen die Angriffskombos locker von der Hand und die gegnerischen Prügelknaben fallen um wie Pappkameraden.

Als Alternative zum Rollenspiel-Klassiker taugt das Crossover zwischen "Zelda" und dem "Dynasty Warriors"-Spielprinzip aber nur bedingt. Die Abenteuerstimmung des Originals verglüht in der oberflächlichen Superhelden-Atmosphäre. Das gewagte Experiment scheitert zwar nicht gänzlich, kann aber auch ebenso wenig überzeugen. Insgesamt wirkt der Versuch, die beiden beliebten wie gegensätzlichen Serien zu vereinen, teilweise hilflos und manchmal auch belanglos. "Hyrule Warriors" bedient damit eher einen speziellen Geschmack, der aber Gelegenheits-Spielern durchaus eine Weile Spaß bereiten kann.

Wertung: 2,5 von 5 Punkten

Robert Nößler

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