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Königlicher Spaß: „King's Quest“ kehrt zurück

Kult-Adventure im Test Königlicher Spaß: „King's Quest“ kehrt zurück

Wie wird man eigentlich König? Mit etwas Übermut, Witz und sehr viel Glück. Zumindest wenn es nach „King's Quest“ geht. Das aktuelle Adventure knüpft an einen jahrzehntelangen Serienerfolg an. Weshalb auch die Neuauflage überzeugt, verrät unser Test.

Blick in die Zukunft: Graham wird eines Tages König von Daventry sein.

Quelle: Sierra

Es war einmal... Worum geht’s?

Es war einmal vor langer, langer Zeit. Da wurde das Königreich Daventry erschaffen. Eine Pixelwelt aus Burgen und Höhlen, bevölkert von Drachen und Trollen. Es war 1984, als das Computerspiel „King's Quest“ erschien. Die Grafik setzte damals Maßstäbe, die Bedienung des Adventures war allerdings eher schwierig. Dennoch folgten bis Ende der 1990er-Jahre sieben weitere Episoden, in denen die Serie Kultstatus errang. Jetzt, gut 30 Jahre nach dem Start, wird die Reihe wiederbelebt. Sie führt uns zurück zum Anfang.

Seit Ende der 1990er-Jahre hat es kein neues "King's Quest" gegeben. Nun wird die Adventure-Serie wiederbelebt. Unsere Galerie zeigt, wie es im Königreich Daventry heute aussieht.

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Graham, König von Daventry, blickt auf seine Vergangenheit zurück, seine Enkeltochter lauscht den Erzählungen gebannt. Immer wenn die Rückblende beginnt, schlüpfen wir in die Rolle des jungen Mannes, der ohne Rang und Namen an den Hof kam, um Ritter zu werden – seine letzte Chance auf ein einigermaßen geordnetes Leben.

Klick-Ritter: Wie spielt sich „King's Quest“?

„King's Quest“ ist seit jeher ein Point-and-Click-Adventure. Das gilt im Prinzip auch für die Neuauflage, allerdings wird in der PC-Version wenig geklickt, wir steuern Graham vor allem per Tastatur. Mit unserem Helden erkunden wir die Umgebung der Burg, sprechen mit Fabelwesen und Einwohnern, untersuchen Gegenstände und packen mehr oder weniger nützlichen Kram unter unseren Umhang. Dabei überstehen wir Action-Einlagen wie etwa die Fahrt auf einem reißenden Fluss und lösen verschiedene Rätsel, um einen Ritterwettbewerb zu gewinnen und am königlichen Hof aufgenommen zu werden.

Einzeln oder im Paket: Kaufoptionen

Das neue „King's Quest“ ist als Miniserie angelegt und für PC, Playstation 3 und 4, Xbox One und 360 erhältlich. In fünf Kapiteln wird die Geschichte des alternden Herrschers Graham erzählt. Die nun erschienene erste Episode kostet 9,99 Euro. Für die Teile zwei bis fünf ist bereits ein „Season Pass“ zum Preis von insgesamt 29,99 Euro erhältlich. Damit bekommen Spieler Zugang zu den restlichen Kapiteln, die in diesem und im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Eine dritte Kaufvariante ist „King's Quest: Die komplette Sammlung“. Sie enthält alle fünf Episoden und einen spielbaren Epilog. Das Gesamtpaket wird für 39,99 Euro angeboten.

Das neue „King's Quest“ ist in fünf Episoden aufgeteilt, von denen nun die erste erschienen ist, die weiteren sollen in diesem und im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Entwickler und Publisher versprechen, dass Entscheidungen im Spiel Auswirkungen auf die Handlung haben werden. Ob das der Fall ist, wird sich erst in den folgenden Teilen überprüfen lassen. Der Auftakt verlief vergleichsweise linear.

Abwechslung und Humor: Welche Stärken hat das Spiel?

„King's Quest“ ist ein unterhaltsames Abenteuer, vor allem weil es so humorvoll erzählt wird. Schon die Story, in der beispielsweise Trolle Brücken tragen und mit einem Streik das ganze Königreich lahmlegen, ist nicht allzu ernst zu nehmen. Hinzu kommen Wortwitze sowie eine Situationskomik, die mal fein, mal mit dem Zaunpfahl inszeniert wird.

Abwechslung bietet auch das Rätsel-Design. Zu Beginn werden wir vorsichtig an das Spiel herangeführt, später wird es deutlich kniffliger, allerdings ohne dass uns die Suche nach Lösungen zur Verzweiflung bringt.

Abgerundet wird das alles mit einer hübschen Comic-Grafik. Die 3D-Figuren sind weit von der Perfektion entfernt, wie sie in aktuellen Top-Spielen zu finden ist. Doch schadet das der Atmosphäre nicht, sondern unterstützt sie sogar noch.

Freigegeben ab sechs: Infos für Eltern

Die Macher von „King's Quest“ rühmen sich, eine familienfreundliche Serie geschaffen zu haben. Und in der Tat: Der Humor ist durchaus auch für Kinder lustig, ohne dass er Erwachsene unterfordert. Auch auf blutige Darstellungen und derbe Sprache wird verzichtet. Stattdessen zieht die märchenhafte Welt die Blicke junger wie älterer Spieler auf sich. Die erste Episode von „King's Quest“ ist daher bereits ab sechs Jahren freigegeben (USK). Dennoch ist das Adventure nicht unbedingt für kleine Kinder geeignet. Zum einen sind die Rätsel etwas zu knifflig. Zum anderen ist das Spiel nicht vollkommen frei von Gewalt, beispielsweise wenn ein Kampf gegen einen Drachen auf dem Programm steht. In einer Szene stirbt außerdem eine kürzlich gewonnener Freund des künftigen Königs Graham – ein tragischer Moment, den nur Spieler sehen sollten, die das Geschehen schon richtig einordnen können. Nach Einschätzung des europaweiten PEGI-Systems für Altersempfehlungen ist „King's Quest“ nicht für kleine Abenteurer unter zwölf Jahren geeignet.

Hilflos: Welche Schwächen gibt es?

Die Aufgaben des Spiels führen uns mit Graham an verschiedene Orte des Königreichs. Immer wieder müssen längere Wege in Kauf genommen werden, um notwendige Gegenstände zu finden oder mit den richtigen Leuten zu sprechen. Das ist mitunter mühselig, Abkürzungen gibt es kaum. Hier wäre eine Übersichtskarte, auf der die Abenteurer schnell von einem Punkt zum anderen gelangen, praktisch gewesen.

Weitere Elemente, die in Adventures üblich sind, in „King's Quest“ aber fehlen, sind Hilfestellungen – also kleine Hinweise, wenn wir mit einem Rätsel mal nicht weiterkommen. Alternativ hätte Graham zum Beispiel auch ein Büchlein bei sich tragen können, in dem seine Aufgaben notiert sind. Dies würde den einen oder anderen Weg ersparen, um sich etwa nach der letzten fehlenden Zutat für einen Wundertrank zu erkundigen.

Andererseits: Ohne solche Hilfestellungen gerät man nicht in Versuchung, vorschnell nach der Lösung zu schauen. Für echte Knobler gar nicht mal so verkehrt.

Graham sucht seine Chance, will Ritter in Daventry werden.

Graham sucht seine Chance, will Ritter in Daventry werden.

Quelle: Sierra

Es lebe der König – unser Fazit:

Kult-Publisher Sierra und die Entwickler von „The Odd Gentlemen“ haben der Serie „King's Quest“ mit zeitgemäßer Optik erfolgreich neues Leben eingehaucht. Die Geschichte von Grahams Ankunft in Daventry ist spannend und vor allem lustig erzählt. Hier und da werden Anspielungen auf frühere Serienteile eingestreut, aber auch Neueinsteiger können sich getrost auf das Abenteuer begeben.

Neben den fehlenden Hilfestellungen kämpft das neue „King's Quest“, dessen erstes Kapitel im Original „A Knight To Remember“ heißt, auch mit ruckeligen Szenenübergängen und manchmal unerwartet langen Ladezeiten. Darüber hinaus ist die deutsche Synchronisation zwar solide, an die englischsprachige Originalversion kommt sie jedoch nicht heran.

Diese Kritikpunkte schmälern das Gesamterlebnis aber nur minimal. Alles in allem ist „King's Quest“ gute Unterhaltung für Adventure-Fans.

Wertung und Eckdaten

4 von 5 Punkten
Genre: Adventure
Erscheinungsdatum: 28. Juli 2015
Plattformen: PC, Playstation 3/4, Xbox 360/One
Preis: ca. 10 Euro für Kapitel 1
Jugendfreigabe: ab 6 Jahren
Entwickler: The Odd Gentlemen
Publisher: Sierra
Website: www.sierra.com/kingsquest

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