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PietSmiet stellen Betrieb ihres Streaming-Kanals ein

Streaming PietSmiet stellen Betrieb ihres Streaming-Kanals ein

Die fünf deutschen YouTuber, die unter dem Namen Pietsmiet firmieren, haben den Sendebetrieb auf ihrem Twitch-Kanal vorerst eingestellt. Grund dafür ist eine Forderung der Landesmedienanstalt NRW.

Die fünf deutschen YouTuber, die unter dem Namen Pietsmiet firmieren, haben den Sendebetrieb auf ihrem Twitch-Kanal vorerst eingestellt.

Quelle: Screenshot Pietsmiet

Düsseldorf. Die Betreiber des Kanals „PietSmietTV“ auf der Streaming-Webseite und Amazon-Tochter Twitch haben ihren Sendebetrieb vorerst eingestellt. Sie reagierten damit auf die Forderung der Landesanstalt für Medien in Nordrhein-Westfalen. Der Kanal, auf dem sich das bekannte Let’s-Player-Quintett PietSmiet (2,1 Millionen Abonnenten bei YouTube) mehrere Jahre beim Spielen und Kommentieren von Videospielen filmte und dies als Liveübertragung ins Netz streamte, liegt seit einigen Tagen brach.

Landesmedienanstalt forderte Rundfunklizenz

Hintergrund: Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen hatte im März öffentlichkeitswirksam verkündet, der Twitch-Kanal von PietSmiet sei aufgrund seiner Reichweite (mehr als 320.000 Follower), einem Sendeplan und der Ausstrahlung rund um die Uhr als Rundfunkangebot einzuordnen. Die Betreiber benötigten deshalb eine Rundfunklizenz, andernfalls drohten hohe Bußgelder. Mit der Beantragung einer solchen Lizenz sind Kosten in vier- bis fünfstelliger Höhe verbunden, zudem muss das Unternehmen Einblick in geschäftliche und private Dokumente gewähren.

Ist die Lizenz erworben, unterliegt der Betreiber den gleichen Verpflichtungen wie jeder deutsche Fernsehsender. Hier spielt vor allem der Jugendschutz eine Rolle: Inhalte ab 16 Jahren dürfen erst ab 22 Uhr, Inhalte ab 18 Jahren erst nach Mitternacht ausgestrahlt werden. Außerdem muss ein Jugendschutzbeauftragter engagiert werden. Weiterhin gelten strenge Auflagen in Bezug auf Werbung und Product Placement.

Bis Ende April hatten PietSmiet Zeit, auf die Forderung der Landesmedienanstalt zu reagieren. Alternativ zum Erwerb einer Rundfunklizenz hätte das Angebot auch so umgebaut werden können, dass es nicht mehr als Rundfunk eingestuft werden kann, beispielweise durch das Einführen einer Bezahlschranke. PietSmiet haben sich nun für die einfachste Methode entschieden und senden vorerst nichts mehr auf dem Kanal. Eine aktuelle Stellungnahme über dieses Vorgehen oder die zukünftige Arbeit des Teams steht noch aus.

Veraltete Rechtslage?

Mit ihrer Initiative will die Landesmedienanstalt NRW wohl auch darauf aufmerksam machen, dass die aktuelle Rechtslage in Bezug auf Internet-Angebote veraltet ist. Eine entsprechende Gesetzesanpassung wurde bereits gefordert. Nach eigener Auskunft plant die Landesmedienanstalt zwar nicht, nun massiv gegen Twitch-Streamer vorzugehen. Dass sie ausgerechnet einen der erfolgreichsten deutschen Kanäle als ersten und bisher einzigen zum Erwerb einer Rundfunklizenz aufgefordert haben, deutet aber darauf hin, dass hiermit ein Präzedenzfall geschaffen werden soll.

Deutschlands reichweitenstärkster Let’s-Player Erik Range, besser bekannt als Gronkh (4,6 Millionen YouTube-Abonnenten), bezeichnete das Vorgehen des Landesmedienanstalt als Fantasterei. „Das ist alles noch nicht spruchreif, das ist nicht gesetzeskonform, das ist einfach nur jemand, der will einfach mal auf die Kacke hauen und der will da mal richtig aufräumen.“ Auch die Politik äußerte sich kritisch. CDU-Generalsekretär Peter Tauber, der PietSmiet-Mitgründer Peter Smits vor kurzem zu einem öffentlichen Gespräch eingeladen hatte, bezeichnete das Vorgehen als „völlig verfehlt“ und konstatierte den Medienanstalten „Deutsche Regulierungswut im digitalen Zeitalter“. Auf seinem Blog forderte er „klare und verständliche sowie niedrigschwellige Regeln, die das bewahren, was das Netz ausmacht: Jeder kann es nutzen. Jeder kann nicht nur empfangen, sondern auch senden.“

Von Christian Neffe

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