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Putten auf der Iso-Matte: Neuer Indoor-Sport "Sholf" im Test

Für Wohnzimmer und Büro Putten auf der Iso-Matte: Neuer Indoor-Sport "Sholf" im Test

Sholf ist Shuffleboard plus Golf. Wer von dem Wortspiel keine Kopfschmerzen bekommt, der kann auf der grünen Matte im Büro oder im Wohnzimmer eine Menge Spaß haben. Wir haben den neuen Indoor-Trendsport getestet.

Putten auf der Iso-Matte: Beim "Sholf" müssen Golfbälle auf einem ausrollbares Spielfeld in eine Zielzone geschlagen werden.

Quelle: Jan Bojaryn

Leipzig/Dresden. Thomas Huth schaut anerkennend seinem Ball hinterher. Die weiße Kugel rollt langsam in die Drei-Punkte-Zone und kommt zum Stehen. Huth grinst. Der Sieg ist zum Greifen nah. Der Dresdner mit Sonnenbrille in der Gelfrisur ist nicht nur mit dem Punktestand einverstanden. Er ist auch vom Spiel überrascht: Sholf. Das Duell auf der unscheinbaren Iso-Matte macht Spaß.

Das platte Wortspiel tut weh, aber es trifft: Sholf ist Shuffleboard plus Golf. Wie auf einem Shuffleboard müssen die Bälle passgenau in eine Zielzone geschlagen werden, aber nicht über das Ziel hinaus. Das Zielfeld für einen Punkt ist groß, das für vier Punkte winzig. Die Spieler schlagen abwechselnd. Nach vier Bällen wird abgerechnet und es geht weiter, bis der erste Spieler 15 Punkte erreicht. Man kann mit dem eigenen Ball auf die Punktezone zielen, man kann auch versuchen, gegnerische Bälle herauszuschieben.

Sholf ist Shuffleboard plus Golf. Auf einer ausrollbaren Matte müssen die Bälle passgenau in eine Zielzone geschlagen werden, aber nicht über das Ziel hinaus. Fotos: Jan Bojaryn.

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Iso-Matte statt Rasen

Gespielt wird mit handelsüblichen Minigolfschlägern oder Puttern und Golfbällen. Die dicke Sholf-Matte fühlt sich nicht wie das Grün einer Golfbahn an – eher wie eine Schlafunterlage beim Camping. Aber beim Spielen ist Huth durchaus angetan. „Etwas angeraut“ sei die Oberfläche, stellt er fest und streicht mit der flachen Hand darüber. Deswegen rollt der Ball wirklich annähernd so wie auf einem gepflegten Grün. Und die runden zwei Meter Schlagdistanz machen Sholf zu einer sinnvollen Putt-Übung – nur ohne Loch.

Huth ist schlechtere Unterlagen gewohnt. Er betreibt in Dresden die „Bürogolf-Agentur“. Sein Unternehmen verwandelt bundesweit Arbeitsplätze und Firmenfeiern in Neun-Loch-Parcours. Das ist als Eisbrecher oder als teambildende Maßnahme gedacht. Mit albernen Golf-Varianten kennt sich Huth also genauso aus wie mit dem ernsteren Sport. Sholf findet er gut. Auf Anhieb könnte er sich vorstellen, das Spiel in seine Veranstaltungen einzubauen.

Wenig Platz, viele Möglichkeiten

Dabei sieht Sholf auf den ersten Blick so simpel aus wie Minigolf auf nur einer Bahn. Wie schwer kann es sein, einen Ball zwei Meter weit geradeaus zu schlagen? Die Testrunde aus gestandenen Golfern hat da ihre Probleme. Liegt die Matte etwa auf abschüssigem Boden? Die Frage stellt sich, als ein Ball nach dem anderen über das Ziel hinaus rollt. Vielleicht ist es auch die Anspannung. Gespielt wird in einem Bürogebäude. Da rechnet man eher nicht mit starkem Gefälle.

Anfangs, mit freier Bahn, ist wenigstens die Planung einfach. Ab dem zweiten Schlag muss jeder Spieler seine Taktik überdenken. Soll man selbst auf die hohen Punkte zielen? Oder eher auf den Ball des Gegners? Und was ist leichter zu treffen? Den gegnerischen Ball muss man besonders präzise treffen, aber mit Wucht. Für die schmale Zielzone braucht man dagegen besseres Ballgefühl. Als die Partie nach einer Viertelstunde vorbei ist, bleiben alle unruhig an der Matte stehen. Das könnte man nochmal spielen.

Jan Bojaryn

Service und Infos

Der US-amerikanische Golfhandel Birdieball hat sich Sholf ausgedacht, einen deutschen Vertrieb gibt es derzeit nicht. 90 US-Dollar kostet die Matte, Schläger extra. Der Versand aus den USA erhöht den Kaufpreis noch einmal.

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