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"Quantum Break": Ein Quantensprung für Videospiele und interaktives TV?

Spiel der Woche im Test "Quantum Break": Ein Quantensprung für Videospiele und interaktives TV?

Was wäre, wenn Zuschauer die Handlung ihrer Lieblingsserie selbst bestimmen könnten? Das Zeitreise-Drama „Quantum Break“ kreuzt virtuelles Videospiel mit TV-Unterhaltung. LVZ.de hat das Action-Abenteuer getestet.

Serienstar Shawn Ashmore alias Jake Joyce spielt in "Quantum Break" die Hauptrolle. Abseits der Handlung gibt es knallharte Action.

Quelle: Remedy Entertainment

Ein Quantensprung bezeichnet in der Physik die kleinstmögliche Zustandsänderung. Allgemeinsprachlich versteht man darunter hingegen einen bahnbrechenden Fortschritt, einen weiten Sprung nach vorn. Mit „Quantum Break“ präsentiert das finnische Entwicklerstudio Remedy Entertainment („Max Payne“, „Alan Wake“) ein Spielekonzept, dessen Reichweite – großer Sprung oder kleiner Schritt – sich erst noch erweisen muss: die Verbindung von moderner Videospiel-Unterhaltung mit klassischer TV-Serie. Ein erzählerisches Experiment, bei dem die Spielenden die Handlung einer mit echten Schauspielern produzierten Serie beeinflussen, um damit zugleich den zukünftigen Verlauf ihres Spiels zu bestimmen.

Jake Joyce springt durch die Zeit: Das Actionspiel „Quantum Break“ kreuzt Videospiel mit TV-Serienunterhaltung. Screenshots: Remedy Entertainment

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In fünf spielbaren Kapiteln und vier dazwischen angesiedelten Serienepisoden á 20 Minuten erzählt „Quantum Break“ die Geschichte des Zeitreisenden Jake Joyce – einerseits spielbarer Hauptcharakter und zugleich als Serienstar Shawn Ashmore bekannt („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“). Auch die aus „Lost“ bekannten Lance Reddick und Dominic Monaghan sowie Aidan Gillen („Game of Thrones“) standen für die In-Game-Serie unter anderen vor der Kamera.

Sprünge zwischen Raum und Zeit

Bevor Jake die Raumzeit verbiegen darf, kommt es zu einem Unfall in einem Uni-Labor. Diese Handlung wird wie schon im Gruselabenteuer um den Schriftsteller Alan Wake in mehreren Erzählebenen präsentiert. Mal tritt Jake als Ich-Erzähler auf, der die momentanen Geschehnisse aus seiner Erinnerung wiedergibt, während die Spielenden frei den Uni-Campus erkunden dürfen. Mal informieren Zeitungsausschnitte, Tagebucheinträge und Computerdateien über Vergangenheit oder Zukunft.

„Quantum Break“ mag das Konzept von Zeitreisen nicht neu erfinden, schafft es aber dennoch in rund acht Spielstunden, in die Komplexität nicht veränderbarer Ereignisse und Zeitparadoxa einzuführen. Der besondere Kniff liegt jedoch in den vier Serienepisoden. Die erzählen nicht etwa Jakes Geschichte, sondern die seiner Gegenspieler und bieten damit einen ganz anderen Blick auf das Geschehene.

Abseits der Narrative schießt sich Jake in gängiger Shooter-Manier durch waffenstrotzende Feindarmeen, sucht hinter Labortischen Schutz und nutzt seine neugewonnen Kräfte, um feindliche Kugeln in der Zeit einzufrieren, Feinde zum Stillstand zu bringen oder mit Sprüngen zwischen Raum und Zeit von einer Deckung zur nächsten zu huschen. So gelungen die Erzählung und die Qualität der integrierten Serie auch sein mögen, so gewöhnlich präsentiert sich das restliche Action-Abenteuer. Am Ende bleibt zwar kein bahnrechender spielerischer Sprung nach vorn, aber dennoch eine kleine Revolution am Bildschirm. 

Von Benjamin Matthiesen

Wertung und Infos

4  von 5 Punkten

Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 5. April 2016
Plattformen: Xbox One, PC
Preis: ca. 60 bis 70 Euro
Jugendfreigabe: ab 16 Jahren
Entwickler: Remedy Entertainment
Publisher: Microsoft Studios
Website: www.quantumbreak.com

Das sollten Eltern wissen

"Quantum Break" weicht die Grenzen zwischen Videospiel und Serie mitsamt menschlichen Darstellern auf. Damit überträgt es die überzeichnete Gewalt eines rein künstlichen Mediums auf die scheinbare Wirklichkeit der in die Haupthandlung integrierten Serien-Episoden. Die mithilfe von Zeitlupeneffekten und Action-Kamera in Szene gesetzten Feuergefechte wirken durch diese Verknüpfung noch mitreißender und brutaler. Zudem ist die Handlung um Zeitreisen und Verschwörungen recht komplex und fordert von den Spielenden ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. "Quantum Break" ist ab 16 Jahren freigegeben.

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