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Villen in Grünau – „Cities: Skylines“ lässt Städte am Bildschirm entstehen

Aufbauspiel im Test Villen in Grünau – „Cities: Skylines“ lässt Städte am Bildschirm entstehen

Hippe Metropole oder Industrie-Moloch: Mit der Simulation „Cities: Skylines“ können PC-Spieler ihre perfekte Stadt errichten. Ob sich damit auch Leipzig nachbauen lässt und wie sich das Spiel im Vergleich zum Genre-Primus „Sim City“ schlägt, erfahren Sie in unserem Test.

In "Cities: Skylines" baut sich der Spieler seine eigene Metropole am PC-Bildschirm.

Quelle: Paradox Interactive

Armer Bürgermeister: Worum geht es in „Cities: Skylines“?

Ein Bürgermeister hat es wirklich nicht leicht. Immerzu trägt irgendjemand eine Forderung an ihn heran: mehr Bildung, mehr Sicherheit, weniger Staus und weniger Umweltverschmutzung. Natürlich soll all das möglichst wenig kosten, denn wer bezahlt schon gern Steuern? In dieses Amt der begrenzten Möglichkeiten versetzt uns „Cities: Skylines“ – eine Neuerscheinung für den PC, die dem Städtebau-Primus „Sim City“ das Wasser abgraben will.

Los geht es auf der grünen Wiese: Wir haben einen Autobahn-Anschluss und etwas Geld. Unsere erste Aufgabe ist es, auf der frei schwenkbaren Karte ein paar Straßen zu verlegen und Gebiete abzugrenzen, in denen sich Bewohner, Gewerbe und Industrie ansiedeln dürfen. Wenn die ersten Strom- und Wasserleitungen verlegt sind, steht einem bescheidenen Wachstum unserer Stadt nichts entgegen. Ob daraus eine Boomtown wird, liegt allein in unseren Händen.

Mit dem Erfolg kommen die Probleme: Wie spielt sich „Cities: Skylines“?

Anfangs ist die Entwicklung noch beschaulich: Ein paar hundert Bürger lassen sich in ihren Einfamilienhäusern im Grünen nieder, während am anderen Ende des Ortes einige Firmen die Produktion aufnehmen.

Doch mit dem Erfolg kommen die Probleme: Die wachsende Stadt braucht Schulen, Ärzte, Polizisten und Feuerwehrleute, mehr Energie und Wasser. Die Unternehmen wiederum sind auf Kunden und Arbeitskräfte angewiesen, die Einwohner wollen Jobs und Geschäfte. Hier ein Gleichgewicht herzustellen, ist die wesentliche Herausforderung von „Cities: Skylines“ – sie zu meistern, wird schwieriger, je mehr Menschen sich niederlassen.

In seinem Baukasten findet der Bürgermeister diverse Straßen-Typen, Gebäude und Dekorationen, die mit der Zeit freigeschaltet werden und die er – das nötige Budget aus Steuereinnahmen vorausgesetzt – nach Belieben platzieren kann. Unterschiedliche Karten geben Aufschluss darüber, wie gut die Bedürfnisse der Bewohner erfüllt werden können.

Industriegebiet in Gohlis: Lässt sich Leipzig nachbauen?

Grundsätzlich haben die Spieler freie Hand bei der Gestaltung ihrer Stadt, theoretisch ließe sich also auch Leipzig am Bildschirm nachbauen. So können Stadtteile umbenannt und abgegrenzt werden, für die jeweils spezifische Regelungen beispielsweise zum Umweltschutz oder Nahverkehr gelten. Ein Villenviertel Grünau ist dann genauso denkbar wie ein Industriegebiet Gohlis.

Ein genaues und gleichzeitig funktionierendes Abbild Leipzigs dürfte allerdings eher schwierig werden. Die Wünsche der digitalen Bewohner erfordern effiziente Lösungen, die mit dem Stadtbild einer über die Jahrhunderte gewachsenen Kommune kaum in Einklang zu bringen sind. Ein Bürgermeister in „Cities: Skylines“ kann den Ausbau zwar auch in kleinen Schritten vorantreiben, aber gerade in einer Metropole ist er vor allem dann erfolgreich, wenn er neue Ortsteile vorher gut durchdenkt. Das Pendant des Leipziger Innenstadtrings würde in der simulierten Messestadt wahrscheinlich im kompletten Verkehrskollaps enden.

„Cities: Skylines“ versus „Sim City“: Wo baut es sich besser?

Städtebau-Simulationen kennen seit vielen Jahren nur eine Referenz: „Sim City“. Doch nachdem die bislang letzte Auskopplung der Serie 2013 die Fans eher enttäuschte und jüngst das Entwicklerstudio Maxis geschlossen wurde, stehen die Chancen für eine ernstzunehmende Konkurrenz besonders gut. Und „Cities: Skylines“ nutzt sie.

Mit seiner Spielzeug-Optik erinnert die Neuerscheinung an den bisherigen Platzhirsch, legt mit vielen liebevollen Details aber noch eine Schippe drauf. Auch die Tiefe der Simulation ist beeindruckend, praktisch jeder Bürger kann auf seinen Wegen und durch den Alltag begleitet werden.

Weitere Pluspunkte für „Cities Skylines“: Die bebaubare Fläche ist angenehm groß und es besteht kein Zwang, online zu sein. Letzteres stieß bei „Sim City“ auf deutliche Kritik. Damit verbunden war allerdings auch das Konzept, dass mehrere Städte zusammenarbeiten können. Dieser Mehrspieler-Ansatz fehlt dem Herausforderer leider.

Überraschender Strategie-Volltreffer – unser Fazit:

Zwar gibt es einige Verbesserungsmöglichkeiten bei der Steuerung oder der Planung des Nahverkehrs. Auch ein Tageszeiten-Rhythmus wäre reizvoll gewesen. Aber insgesamt ist „Cities: Skylines“ eine außerordentlich positive Überraschung.

Nach ein paar soliden Simulationen hat der Publisher Paradox Interactive jetzt einen Volltreffer gelandet, mit dem er „Sim City“ den Rang abläuft. Sicher ist es einfacher, auf ein vorhandenes Konzept zurückzugreifen, als es neu zu erfinden. Doch die Entwickler von Colossal Order haben die richtigen Zutaten gewählt und ein stimmiges Gameplay präsentiert.

Weil das Spiel seine Hobby-Bürgermeister immer wieder vor neue Aufgaben stellt, entwickelt es echtes Suchtpotenzial. Denn so ausgefeilt die Planungen auch sein mögen: Es gibt immer etwas nachzubessern. Dass das auch bei den Fans gut ankommt, belegen die Zahlen. Nicht einmal eine Woche nach der Veröffentlichung wurden nach Hersteller-Angaben bereits mehr als eine halbe Million Exemplare von „Cities: Skylines“ verkauft.

Michael Frömmert

Wertung: 4,5 von 5 Punkten

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