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50 Jahre „Star Trek“: Ein Welterfolg in unendlichen Weiten

Raumschiff Enterprise und Co. 50 Jahre „Star Trek“: Ein Welterfolg in unendlichen Weiten

Mehr als 700 TV-Folgen und rund ein Dutzend Kinofilme: Millionen Fans lieben „Star Trek“. Vor 50 Jahren lief die erste Folge der Science-Fiction-Serie im US-Fernsehen. Danach sah es erst einmal nicht nach einem großen Erfolg aus.

In Galaxien, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat, dringt die Crew der Enterprise vor – in Film und Fernsehen.
 

Quelle: dpa

New York.  Es sind vielleicht die berühmtesten ersten Sätze der Fernsehgeschichte: „Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise.“ 

Im Original spricht William Shatner diese Einleitung, der Mann, der in seiner Rolle als Captain James T. Kirk zum Star wurde. Am 8. September ist es exakt 50 Jahre her, dass auf dem US-Fernsehsender NBC die erste Folge von „Star Trek“ lief - und danach von einigen Medien zerrissen wurde. „Es wird nicht funktionieren“, schrieb das Branchenblatt „Variety“ damals.

Lauwarme Kritiken – und doch ein Riesenerfolg

 Dem Kritiker erschien „Star Trek“ als „ein unglaubwürdiges und ödes Durcheinander voller Verwirrungen.“ Wegen schlechter Einschaltquoten setzte NBC die Serie dann auch im Jahr 1969 nach 79 Folgen zunächst ab. Doch nach der Mondlandung stieg weltweit das Interesse am Weltraum.

Über Jahrzehnte sammelte die Serie durch Wiederholungen Fans - im damals eher von Live-Sendungen geprägten Fernsehen ein relativ junges Phänomen. Ab Mai 1972 lief die Reihe unter dem Namen „Raumschiff Enterprise“ auch in Deutschland, 1979 folgte ein erster Kinofilm. Auch er bekam eher lauwarme Kritiken.

Nach bisher sechs TV-Serien mit über 700 Episoden und mehr als einem Dutzend Filmen steht aber inzwischen fest: „Star Trek“ ist ein Riesenerfolg. Die Fans lieben das Serien-Universum, weil es als optimistisches Vorbild immer auch eine bessere Gesellschaft der Zukunft gezeigt hat.

Ein Aufsehen erregender Kuss

In den 60er-Jahren mit ihren Rassenunruhen und dem Kalten Krieg arbeitete bei „Star Trek“ der Amerikaner Captain Kirk vertrauensvoll mit seinem russischen Navigator Pavel Chekov zusammen. Die afro-amerikanische Schauspielerin Nichelle Nichols übernahm die Rolle der Lieutenant Uhura. George Takei, dessen Familie aus Japan stammt, spielte ihren Kollegen Sulu. Behandelt wurden relevante Themen wie Ausbeutung der Umwelt oder soziale Klassenunterschiede - und schließlich gab es zwischen dem hellhäutigen Kirk und der dunkelhäutigen Uhura einen Aufsehen erregenden Kuss. Einige Sender in den US-Südstaaten weigerten sich, die Folge auszustrahlen.

50 Jahre Star Trek – die wichtigsten Daten

Vor 50 Jahren brach die erste Besatzung von „Star Trek“ in die „unendlichen Weiten“ auf. Über Jahrzehnte hinweg wurden seither für die Reihe Serien und Filme produziert:

SERIE (Nach Erstausstrahlung in den USA)

  • 1966–1969 - „Raumschiff Enterprise“
  • 1973-1975 - „Die Enterprise“
  • 1987-1994 - „Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert“
  • 1993-1999 - „Star Trek: Deep Space Nine“
  • 1995-2001 - „Star Trek: Raumschiff Voyager“
  • 2001-2005 - „Enterpreise/Star Trek: Entreprise“

KINOFILME

  • 1979: „Star Trek - Der Film“
  • 1982: „Star Trek II: Der Zorn des Khan“
  • 1984: „Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock“
  • 1986: „Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart“
  • 1989: „Star Trek V: Am Rande des Universums“
  • 1991: „Star Trek VI: Das unentdeckte Land“
  • 1994: „Star Trek: Treffen der Generationen“
  • 1996: „Star Trek: Der erste Kontakt“
  •  1998: „Star Trek: Der Aufstand“
  • 2002: „Star Trek: Nemesis“
  • 2009: „Star Trek“
  •  2013: „Star Trek - Into Darkness“
  • 2016: „Star Trek Beyond“

 „Star Trek“ schien zwar in der Zukunft zu spielen. „Aber es war immer dann am Besten, wenn es sich mit den Problemen der Gegenwart beschäftigt hat“, sagte Shatner dazu der Zeitung „USA Today“. Die Idee, dass Menschen verschiedener Völker, Nationen und sogar Planeten zusammenarbeiteten, sei revolutionär gewesen. Shatner faszinierten auch die technischen Spielereien. Sie nahmen vieles vorweg, was heute Alltag ist: Die Kommunikatoren der Originalserie erinnern an heutige Smartphones. In „The Next Generation“ gab es in den späten 80er-Jahren Geräte, die heutigen Tablets ähneln.

Gegenentwurf zur Star Wars

Wissenschaftlich werden auch Phänomene wie das Beamen hergeleitet - auch, wenn dies heutzutage noch nicht möglich ist. In Summe war Star Trek damit immer so etwas wie der ernsthaft-visionäre Gegenentwurf zum 1977 erstmals in „Krieg der Sterne“ gezeigten „Star Wars“-Unterhaltungs-Universum. Die pazifistische Ausrichtung sei für den „Star Trek“-Schöpfer Gene Roddenberry besonders wichtig gewesen, sagte sein Sohn Rod kürzlich in der Dokumentation „50 Years of Star Trek“ auf dem History Channel.

Roddenberry war Polizist und Bomber-Pilot im Zweiten Weltkrieg, bevor er das Drehbuch zu Star Trek schrieb. „Er hat die schlimmsten Seiten der Menschheit gesehen, und er hat die besten Seiten der Menschheit gesehen - aber ich glaube, dass das seinen Blick für eine in Star Trek gezeigte bessere Zukunft geschärft hat“, sagte sein Sohn. Dem Weltall blieb der Humanist Roddenberry immer verbunden. Er wünschte sich, im Weltall bestattet zu werden. Seine Witwe hat ihm den Wunsch erfüllt und 1997 einen Teil seiner Asche per Rakete in den Orbit befördern lassen. Es war eine der ersten Weltraumbestattungen überhaupt. 

Neue Serie, neuer Film

 Doch obwohl das vergangene Jahr mit dem Tod von Spock-Darsteller Leonard Nimoy und von Jungstar Anthony Yelchin kein Leichtes für die „Trekkies“ genannten Fans der Reihe war, so gibt es trotzdem auch Positives zu vermelden. Die von JJ Abrams („Lost“) neu erdachten Kinofilme wie zuletzt „Star Trek Beyond“ laufen gut, eine dritte Fortsetzung ist bestätigt.

Und auch für die Serie wird es weitergehen. CBS plant eine siebte Serie als Streamingangebot im Netz, „Star Trek: Discovery“ ist für 2017 angekündigt. Und die berühmten Anfangsworte? Die würde Shatner am liebsten noch einmal neu einsprechen, gestand er kürzlich in „USA Today“: „Ich habe es in meinen Ohren nie genau richtig hinbekommen. Gut genug zwar für die Leute, die es gehört haben, denke ich. Aber ich wünschte, ich könnte das noch einmal aufnehmen.“

Von Christian Fahrenbach, dpa

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