Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leistungsschutzrecht: Verleger wollen sechs Prozent vom Google-Umsatz

Leistungsschutzrecht: Verleger wollen sechs Prozent vom Google-Umsatz

Etwas zu suchen lohnt nur, wenn es auch etwas zu finden gibt. Im Internet existieren dafür Suchmaschinen. Sie heißen Yahoo oder Bing, um zwei der bekannteren zu nennen.

Voriger Artikel
Wir sind alle keine Engel: „Nachtschicht“-Coup mit Katrin Bauerfeind als Night-Talkerin
Nächster Artikel
Autor Axel Hacke über das Gespenst des Kolumnismus und RB Leipzig

Verleger wollen sechs Prozent vom Google-Umsatz.

Quelle: dpa

Oder Duckduckgo, eine Art Geheimtipp, weil dort keine persönlichen Informationen von Nutzern gesammelt werden. Weit vor ihnen aber steht Google. In Deutschland hat Google einen Marktanteil von 94 Prozent. Die Nutzer sind von der Qualität der Google-Treffer überzeugt, auch wenn niemand genau weiß, wie die Ergebnisse zustande kommen. Der US-amerikanische Betreiber der Suchmaschine versteht das in wirtschaftlichen Erfolg umzumünzen. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres hat Google allein mit Werbung 15 Milliarden Euro eingenommen.

Da viele der Links, die Google auf Fragen nach einem Suchbegriff liefert, zu Verlagsangeboten führen, sind die deutschen Verleger der Ansicht, an dem wirtschaftlichen Erfolg beteiligt werden zu müssen. Google verwertet schließlich Inhalte, die nur entstehen konnten, weil Verlage Journalisten beschäftigen und Recherchen finanzieren. Den Medienhäusern reicht nicht, dass die Klicks, die Google ihren Webseiten beschert, zu höheren Reichweiten führen – Reichweiten, die Verlagen als Argument bei Verhandlungen mit eigenen Werbekunden dienen.

In der Politik haben sich die Verleger mit ihrer Sicht durchgesetzt. Seit August 2013 gibt es das Leistungsschutzrecht. Das Gesetz ist umstritten, doch es ermöglicht den Verlagen, von Suchmaschinen wie Google eine Vergütung zu erhalten. Der multinationale Player aber versucht sich dem nationalen Recht zu entziehen.

Links zu Angeboten aus Häusern, die darauf pochen, von Google Geld zu bekommen, listet die Suchmaschine einfach aus. Zwar stammt nur ein Teil der Online-Reichweiten aus Google-Treffern. Insbesondere Webseiten, die gezielt von Nutzern angesteuert werden, hängen weniger von Suchmaschinen ab. Dennoch gehen den Verlagen, die von Google boykottiert werden, Reichweiten verloren. Sie sahen sich daher genötigt, Google eine Lizenz zu erteilen, mit der der US-Konzern ihre Inhalte weiterhin unentgeltlich nutzen kann. Gleichzeitig haben sie ein Verfahren angestrengt, um ihre Ansprüche rückwirkend zur Einführung des Gesetzes juristisch durchzusetzen. Es geht dabei weniger um die Frage, wer von wem abhängiger ist, als darum: Wie kann man geltendes, nationales Recht gegen einen multinationalen Player vollstrecken?

Das zu klären ist die Aufgabe der Verwertungsgesellschaft VG Media, an der sich nahezu die Hälfte der deutschen Verlage beteiligt hat. In einem Gespräch in Berlin gab sie nun Einblick in das Verfahren gegen Google und auch in die Summen, um die es geht. Die VG Media ließ ausrechnen, dass Google allein in Deutschland einen Umsatz in Höhe von 3 bis 5,8 Milliarden erwirtschaftet. Da der pauschale Regelvergütungssatz für Verwertungsgesellschaften 10 Prozent des Umsatzes beträgt und es bei digitalen Verwertungen einen Zuschlag von einem weiteren Prozent gibt, „wollen wir 11 Prozent aller Umsätze, die Google in Deutschland mit dem Betrieb der Suchmaschine erzielt“, sagte Markus Runde, Geschäftsführer der VG Media. Da jedoch bisher nur etwas weniger als die Hälfte der deutschen Verlage an der VG Media beteiligt sind – darunter die Madsack Mediengruppe, zu der auch diese Zeitung gehört –, fordert die Verwertungsgesellschaft vorerst 6 Prozent. Ob sie sich damit durchsetzt, wird sich Anfang Juli entscheiden.

Bisher existiert lediglich in Deutschland ein Presse-Leistungsschutzrecht. Inzwischen zeigen auch andere europäische Länder Interesse. Wie Runde in Berlin andeutete, soll Günther Oettinger, der EU-Kommissar für Digitalwirtschaft, eine Initiative für ein europäisches Leistungsschutzrecht planen. Unterwandert wird dies von den USA, dem Sitz von Google, mit dem Argument, ein solches Gesetz hemme den Markt.

Markus Runde nennt den Streit zwischen Google und den Verlagen einen „Kampf um unsere Freiheitsrechte“. Die vom Grundgesetz geschützte Presse sei Bestandteil der Meinungsbildung. Der Zugang zu Informationen dürfe daher nicht von der Willkür und Marktmacht eines Unternehmens abhängen.

Harald John

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien
  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und weitere asisi-Projekte in Dresden, Berlin und anderen Städ... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Belantis - Infos und Events
    Belantis - Infos und Events

    Belantis - das AbenteuerReich im Herzen Mitteldeutschlands. Hier gibt es Neuigkeiten und alle Infos zu den Events! mehr

  • Wave-Gotik-Treffen
    Wave Gotik Treffen

    Das Wave-Gotik-Treffen Leipzig feierte 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Einen Rückblick mit vielen Fotos gibt es in unserem Special. mehr

Von Redakteur Harald John

Das  MDR Sinfonieorchester und Starsolisten präsentiern die bekannten Lieder der beliebten Animationsfilme. Wir verlosen 3x2 Tickets für den 29. Oktober 2016 in der Arena Leipzig. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Im Stasi Bunker Machern hätte der Leipziger Stasi-Chef im Ernstfall zusammen mit 100 weiteren Mitarbeitern seine Tätigkeit fortsetzen können. Zu besichtigen sind das 5,2 Hektar große, denkmalgeschützte Gesamtgelände mit allen erhaltenen Bauten und Anlagen sowie das komplette Bunkerinnere - unsere Schau! des Monats September. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr