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Liebe und Gemetzel

TV-Serie auf Arte Liebe und Gemetzel

Mit ihrer fulminanten und international erfolgreichen Politsaga „Borgen“ haben die Dänen der Welt gezeigt, dass sie großartige Serien produzieren können. Doch die Fernsehmacher aus dem kleinen Land im Norden haben sogar noch einen draufgepackt: Die mit 23 Millionen Euro produzierte achtteilige Serie „1864“ ist ein opulent bebildertes und von der ersten bis zur letzten Minute packendes Meisterwerk.

Die neue Serie erzählt von Deutsch-Dänischen Krieg 1864 (Symbolfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Mit ihrer fulminanten und international erfolgreichen Politsaga „Borgen“ haben die Dänen der Welt gezeigt, dass sie großartige Serien produzieren können. Doch die Fernsehmacher aus dem kleinen Land im Norden haben sogar noch einen draufgepackt: Die mit 23 Millionen Euro produzierte achtteilige Serie „1864“ ist ein opulent bebildertes und von der ersten bis zur letzten Minute packendes Meisterwerk, das im vergangenen Jahr in Dänemark ein wahrer Straßenfeger war – die Sehbeteiligung von sage und schreibe 67 Prozent spricht für sich.

Jetzt kommt die Serie, die sich um Dänemarks Niederlage gegen Preußen und Österreich im Jahr 1864 dreht und in der aus „Borgen“ bekannte Stars mitspielen, auch ins deutsche Fernsehen. Von heute Abend an zeigt Arte die erste Staffel von „1864“, die von Liebe, Verrat und dem Irrsinn des Krieges erzählt. Die weiteren Episoden sind am 18. und 25. Juni zu sehen. Für Dänemark war die Niederlage im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 ein schwerer Schlag für das nationale Selbstbewusstsein. Der Krieg um das Herzogtum Schleswig gipfelte in einem blutigen Gemetzel bei den Düppeler Schanzen, über das der dänische Historiker Tom Buk-Swienty ein beachtenswertes Buch geschrieben hat.

Auf seinem Werk „Schlachtbank Düppel“ basiert die von Regisseur Ole Bornedal mit stimmungsvollen Bildern inszenierte Serie, in der „Borgen“- Hauptdarstellerin Sidse Babett Knudsen eine exaltierte Theaterdarstellerin spielt, die den dänischen Premierminister Monrad (Nicolas Bro) in patriotische Wallung versetzt. In Berlin reagiert der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck (Rainer Bock) mit Erstaunen auf das politische Pathos, mit dem Monrad die Eingliederung Schleswigs ins dänische Königreich fordert. Als sich der Krieg mit den überlegenen Truppen von Preußen und Österreich abzeichnet, ruft das zunehmend von nationalistischer Hysterie geprägte Dänemark seine jungen Männer zu den Waffen.

Im Mittelpunkt der Serie steht aber nicht die große Politik, sondern das Schicksal der beiden Brüder Laust und Peter Jensen, die eine arme, aber glückliche Kindheit auf dem Land verleben und sich mit der vorwitzigen Inge, Tochter eines Gutsverwalters, anfreunden. Als Jahre später der Krieg ausbricht, melden sich Laust (Jakob Oftebro) und Peter (Jens Sætter-Lassen) freiwillig zu den Waffen. Doch der Abschied von Inge (Marie Tourell Søderberg) fällt schwer, denn sie haben sich mittlerweile beide in sie verliebt. Auf dem Schlachtfeld werden die beiden Brüder mit dem Grauen des Krieges konfrontiert.

„Wir zeigen den Krieg aus der Perspektive der Soldaten“, erklärt Regisseur Ole Bornedal, der auch das Drehbuch geschrieben hat. „Für mich ist es interessanter, eine Story aus der Sicht derer zu erzählen, die in den Schützengräben liegen, als aus der Sicht größenwahnsinniger Politiker.“ Um die damaligen Ereignisse mit der Gegenwart zu verbinden, hat Bornedal einen Erzählstrang eingefügt, der im heutigen Dänemark spielt und sich um eine junge Frau dreht, deren Bruder als Soldat beim Einsatz in Afghanistan gefallen ist.

(Martin Weber)

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