Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
"Mega" oder "Offizell": Media Controll und GfK ringen um die Vorherrschaft bei den Popcharts

"Mega" oder "Offizell": Media Controll und GfK ringen um die Vorherrschaft bei den Popcharts

Wer ist die aktuelle Nummer eins im Pop? Das kommt neuerdings darauf an, wen man fragt. In dieser Woche ist der Unterschied besonders frappierend: Während Gangsta-Rapper Xatar mit dem Album „Baba aller Babas“ aus dem Stand die Hitliste der sogenannten „Offiziellen Deutschen Charts“ gestürmt hat, führt das Sammelalbum „Bravo Hits 89“ die „Mega Charts“ an.

Voriger Artikel
Geliebte Arschlöcher: Studie untersucht, warum düstere Fernsehhelden populär sind
Nächster Artikel
Namhaft besetzt: "Große Fische, kleine Fische" im ZDF

(Symbolbild)

Quelle: dpa

Auch bei den weiteren Platzierungen gibt es Unterschiede. Popfans sind verwirrt: Mittlerweile gibt es zwei konkurrierende Top-100-Listen.

Auf der Suche nach den Lieblingshits der Deutschen ist zwischen der GfK Entertainment („Offizielle Deutsche Charts“) und deren früherem Partner Media Control („Mega Charts“) ein Gerangel um die Vorherrschaft entbrannt. Erst 2013 getrennt, nehmen die Marktforschungshäuser jeweils in Anspruch, die einzig wahren Listen zu veröffentlichen – und das quasi Tür an Tür in Baden-Baden.

Der Kampf um die Nummer 1 nimmt dabei skurrile Züge an. Ende April gab Media Control als Erste bekannt, ihre „Mega Charts“ künftig eine Woche früher zu veröffentlichen. Nun erscheinen sie immer freitags, wenige Stunden nach Erhebungsschluss. Damit rühmte sich Media Control als „schnellster Chartermittler Deutschlands“. Dabei blieb es nicht lange.

Die GfK, die die Hitlisten im Auftrag des Verbandes der Musikindustrie (BVMI) erhebt, zog zwei Wochen später nach und präsentiert ihre Ergebnisse jetzt ebenfalls freitags nach der Zählung. Bisher veröffentlichten beide Unternehmen ihre Charts erst eine Woche nach der Erhebung. Die Charts beeinflussen den Erfolg der Musikindustrie immer noch maßgeblich: Wer drin ist, verkauft mehr und rutscht in der Wertung noch höher. Die GfK bestreitet, dem Mitbewerber nachgeeifert zu haben. Die Veränderungen seien kein Schnellschuss, sondern gingen mit einem umfangreichen Markenrelaunch einher. Dazu zählen die Umbenennung in den ungeschützten Begriff „Offizielle deutsche Charts“ und ein neuer Internetauftritt (offiziellecharts.de statt vorher officialcharts.de). Im Dschungel diverser Charts brauche es etwas „Offizielles“, sagte BVMI-Chef Florian Drücke mit Blick auf den Konkurrenten Media Control und unzähligen weiteren Rankings im Netz. „Deshalb werden wir die ,Offiziellen Deutschen Charts‘ als Leuchtturm für das Geschäft mit Musik weiter festigen.“ GfK-Geschäftsführer Mathias Giloth schwärmt: „Keine Nummer eins ist so wertvoll wie die offizielle Nummer eins. Deshalb machen wir sie mit der neuen Marke jetzt noch schneller, besser, tranparenter.“ Media-Control-Chefin Ulrike Altig verweist indes auf die Unabhängigkeit von der Musikindustrie und auf die lange Tradition der „Kernmarke“.

Wurden nach dem Krieg noch Jukebox- Zahlen für die ersten Hitlisten zusammengezählt, startete Media Control im Jahr 1977 mit der Ermittlung der Zahlen der Schallplattenverkäufe. 2003 ging man, zumindest was die Charts angeht, ein Joint Venture mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ein. Erst vor zwei Jahren trennten sich die Partner – und werben fortan jeder für sich um Musikmagazine, Radio- und TV-Sender, die die Charts kaufen und veröffentlichen. Längst schon fließen bei beiden Anbietern neben dem Verkauf von CDs und Platten auch Downloads und Streamingdienste in die Zählungen ein. Allerdings gibt es zwischen den Wettbewerbern einen Unterschied: Die Wertung für die „Offiziellen Deutschen Charts“ der GfK richtet sich nach dem Umsatz, der mit einem Titel oder Album gemacht wird. Media Control zählt für ihre „Mega Charts“ gleichermaßen jeden verkauften Titel – also auch Produkte zu Schleuderpreisen.

Immerhin: Auf den Musikfan wirkt sich der Kokurrenzkampf positiv aus. Die GfK hat mit ihrer Neuaufstellung auch ihre leidigen Abos abgeschafft, die man kaufen musste, um sich die Top 100 im Internet ansehen zu dürfen. Immerhin gibt es diese künftig immer mittwochs komplett kostenlos zu sehen. Auch das hatte Media Control schon vorgemacht.

Sonja Fröhlich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Medien
  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr