Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Tatort-Kommissare Furtwängler und Milberg steigen ins „Taxi nach Leipzig“

Ausstrahlung am 13. November Tatort-Kommissare Furtwängler und Milberg steigen ins „Taxi nach Leipzig“

Der „Tatort“ feiert Jubiläum: Der 1000. Film der Kultreihe heißt wie der erste 1970 „Taxi nach Leipzig“. In dem Auto arbeiten Axel Milberg als Kieler Kommissar Borowski und Maria Furtwängler als dessen Kollegin Lindholm aus Hannover zusammen - unter Todesangst.

Maria Furtwängler, Axel Milberg (rechts) und Florian Bartholomäi (links).

Quelle: dpa

Hamburg. Auf Seminaren der Polizeiakademien lässt sich viel lernen. Deeskalationstechniken zum Beispiel – also sprachliche Möglichkeiten der Entschärfung, wenn etwa ein aggressiver Mensch seine Umgebung bedroht. Ohne einander zu kennen, besuchen die Hauptkommissare Borowski (Axel Milberg) aus Kiel und Lindholm (Maria Furtwängler) aus Hannover so eine Schulung im niedersächsischen Braunschweig.

Der introvertierte Borowski gewinnt dabei keinen sehr guten Eindruck von der forsch auftretenden Kollegin, die ihm die letzte Brötchenhälfte vom Büffet wegschnappt. Doch kurz darauf bekommen die beiden Polizisten nur allzu heftig Gelegenheit, einander tief in die Seele zu blicken. Und voller Todesangst die erlernten Techniken anzuwenden.

Denn Lindholm und Borowski steigen in ein „Taxi nach Leipzig“ (13. November, 20.15 Uhr, ARD). Zu einem Fahrer, der vor ihren Augen einem Mann das Genick bricht und beide warnt, bei Fehlverhalten auch sie umzubringen. Die 1000. „Tatort“-Episode heißt genauso wie der aller erste Krimi vom 29. November 1970, als der Hamburger Kommissar Trimmel (Walter Richter) gemeinsam mit dem Ost-Berliner Stasi-Mann Lincke (Erwin Klietsch) unter Regie von Peter Schulze-Rohr an der Transitautobahn ermittelte. Der Titel des wie damals wieder in NDR-Auftrag produzierten Films ist eine Verbeugung vor den Pionieren der Kultreihe, die als letztes TV-Format regelmäßig rund zehn Millionen Zuschauer zu einem festen Sendetermin versammelt und seit einigen Jahren gerade bei jungen Leuten gut ankommt – so hat der „Tatort“ 900.000 Fans bei Facebook und 180.000 Follower bei Twitter.

Zum Jubiläum gelang einmal mehr ein packendes Thriller- und Psychodrama, ein ungewöhnliches Kammerspiel dazu. Es spiegelt nicht mehr den Kalten Krieg, der unser Land teilte, sondern die Kämpfe deutscher Soldaten anderswo. Für Buch und Regie zeichnet Alexander Adolph verantwortlich, der als Autor des „Tatort“-Krimis „Im freien Fall“ (1997) den Grimme-Preis erhielt und 2014 mit Furtwänglers Fall „Der sanfte Tod“ Furore machte.

Der Münchner Fernsehmacher sorgt für die erste Zusammenarbeit der beiden sehr beliebten, charakterlich so unterschiedlichen Kommissare. Und er führt innere Monologe ein – man hört, was Geiselnehmer und Opfer denken und fühlen. Als Extra-Schmankerln gibt es kurze Wiedersehen mit Mitwirkenden von einst. So sind Günter Lamprecht und Hans Peter Hallwachs dabei, ebenso Karin Anselm, die ab 1981 als Hanne Wiegand ermittelte. Friedhelm Werremeier, Autor des ersten „Tatort“, markiert einen wortlosen Kneipengast. Besonders ist jedoch vor allem, dass fast der ganze Film in einem Auto spielt (das für die Dreharbeiten an drei Seiten aufgesägt wurde).

Eine Grundkonstellation, wie sie Großmeister Hitchcock gemeint haben könnte, als er vor Jahrzehnten von einem „Krimi in einer Telefonzelle“ träumte. Und die bereits Hollywood-Regisseure wie Martin Scorsese im Kino-Hit „Taxi Driver“ (1976) und Michael Mann erfolgreich in „Collateral“ (2004) inspiriert hat.

Bei Autor Adolph herrscht tiefschwarze Nacht an den Straßen nach Sachsen. Regen peitscht, Lichter flirren. Wölfe heulen im Wald. Im Inneren des Wagens entspinnt sich ein brutaler, schauspielerisch fein entwickelter Machtkampf, der die Kommissare an ihre menschlichen Grenzen führt. Ihr Fahrer (Florian Bartholomäi), das bekommen beide dank ihrer Fragetechnik bald heraus, ist ein hoch verstörter einstiger KSK-Elitesoldat nach seinem Einsatz in Afghanistan. Dort hat der junge Mann wegen eines falschen Befehls eines Vorgesetzten harmlose Zivilisten getötet. Als er mitbekommt, dass der Vorgesetzte seine eigene große Liebe Nicki (Luise Heyer) in Leipzig heiraten will, rastet der Psychopath aus und rast in die Stadt. Er lässt sich dabei eben nicht von zwei vor Angst schwitzenden Polizisten aufhalten. Deren Deeskalationsversuche verwandelt der diesbezüglich exzellent geschulte Soldat in ein sadistisches Spiel.

Von LVZ

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr