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Odenthal-"Tatort" in der Publikumsgunst vorn

Quotensieg Odenthal-"Tatort" in der Publikumsgunst vorn

Quotensieg für den ARD-"Tatort": Ein tödlicher Sturz beschert Ermittlerin Odenthal einen Einsatz im Hotel. Wer stieß das Zimmermädchen in die Tiefe? Die Ermittlungen kreisen um EU-Kommissar Sattler - er hatte kurz zuvor Sex mit dem späteren Opfer.

Ulrike Folkerts ermittelt als "Tatort"-Kommissarin Lena Odenthal.

Quelle: dpa (Archivbild)

Berlin/Ludwigshafen. Lena Odenthal und ihr „Tatort“ aus Ludwigshafen waren am Montagabend im deutschen Fernsehen das Maß aller Dinge: 9,63 Millionen Zuschauer schalteten um 20.15 Uhr den Krimi „Roomservice“ mit Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts ein, in dem es um den rätselhaften Tod eines Zimmermädchens ging. Der Marktanteil betrug 27,9 Prozent.

Schon der Auftakt war ziemlich spektakulär: Die junge Frau greift Halt suchend nach oben, doch es gibt keine Rettung. Sie stürzt in einem Pfälzer Luxushotel aus dem vierten Stock in das Treppenhaus und ist sofort tot. Wer hat das Zimmermädchen auf dem Gewissen? Das fragen sich die Ludwigshafener „Tatort“-Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und ihr Team in ihrem 62. Fall. Denn für Odenthal und ihre Konkurrentin Johanna Stern vom LKA ist schnell klar: „Jemand hat nachgeholfen.“

„Roomservice“ heißt die Folge, die am Pfingstmontag in der ARD lief - und die deutliche Anleihen bei der Sex-Affäre um den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nahm. Dem war 2011 die Vergewaltigung eines Zimmermädchens vorgeworfen worden. Das ungleiche Duo Odenthal/Stern klärt letztlich, was geschah. Zuvor aber ringen beide verbissen um die Deutungshoheit bei den Ermittlungen. Die dienstälteste „Tatort“-Ermittlerin Odenthal muss dabei manche Enttäuschung erleben.

Stefan Dähnert und Patrick Brunken haben das Drehbuch für die Produktion von Südwestrundfunk und Maran Film geschrieben, Regie führte Tim Trageser. Zunehmend in Verdacht gerät darin der Strauss-Kahn-artig angelegte EU-Kommissar Joseph Sattler (Peter Sattmann), der wegen einer Talkshow im Hotel logiert. Er war kurz vor dem Tod des Zimmermädchens Yasemin Akhtar (Naima Fehrenbacher) mit diesem im Bett - gegen Geld. Noch während Akhtar in seiner Suite ist, erfährt Sattler telefonisch von seiner Frau und Anwältin Valerie (Suzanne von Borsody), dass gegen ihn eine Intrige laufe. Er werde beschuldigt, das Zimmermädchen vergewaltigt zu haben.

Bei Sattler und seiner Frau, die Seitensprünge ihres Mannes gewöhnt ist, schrillen die Alarmglocken. In wenigen Tagen will der EU-Kommissar die Frauenquote für Vorstandsetagen auf den Weg bringen - ein Thema, das auch Valerie Sattler sehr am Herzen liegt, aus nicht ganz uneigennützigen Gründen. Da kann er keine schlechte Presse gebrauchen.

Odenthal übernimmt den Fall in einer Phase der Neuorientierung. Die Ermittlerin, die in der letzten Folge noch wegen eines Zusammenbruchs in der Reha war, zieht gerade aus der WG mit ihrem Kollegen Kopper (Andreas Hoppe) aus, um Beruf und Privatleben stärker zu trennen. „Eine Ära geht zu Ende“, seufzt der Hüne. „Ein Ende ist auch immer ein Anfang“, sinniert Odenthal. Ihre Stimmung erhält einen Dämpfer, als sie im Hotel auf Stern (Lisa Bitter) trifft, die sie aus früheren Fällen kennt. Die ist nicht nur über 20 Jahre jünger und sehr ehrgeizig, sie ist auch in modernen Methoden geschult. „Was machen Sie an meinem Tatort?“, entfährt es Odenthal. Kurz darauf wird Stern die Leitung des Teams übertragen.

Zwischen beiden fliegen ordentlich die Fetzen, dabei werden sie auch recht persönlich. Während Stern sich auf Sattler einschießt („Der ist ein triebgesteuerter Macho“), wittert Odenthal eine von langer Hand geplante Intrige gegen den einstigen Landesvater, der möglicherweise in eine „Honigfalle“ gelockt wurde. Könnte nicht auch sein Gegenspieler in Sachen Quote, Rene Haussmann (Peter Kremer), die Finger im Spiel haben? Der Vorstandschef der Holding, der das Luxushotel gehört, muss bei Umsetzung der Quote fürchten, seinen Job an Valerie Sattler zu verlieren. Und was ist mit dem brutalen Hotelmanager de Dreusen (David C. Bunners), der die Zimmermädchen mit schnalzender Zunge dirigiert und der in den letzten Tagen oft mit Haussmann telefoniert hat? Ganz zu schweigen von dem schmierigen Journalisten Wolfgang Schüttler (Jürgen Rissmann), der mit de Dreusen in Kontakt steht. Zusammen finden die Polizistinnen heraus, wer das Zimmermädchen ins Treppenhaus stieß.

Freude kommt dabei nicht auf - im Gegenteil. Auch danach bessert sich die Laune nicht. So findet Odenthal heraus, dass Stern hinter ihrem Rücken ihren Reha-Coach alarmiert hat, weil sie bei den Ermittlungen „in einem fürchterlichen Zustand“ gewesen sei. „Ich glaub’, es hackt“, brüllt Odenthal. „Meine Zustände gehen Sie gar nichts an!“ Demnächst muss sie sich möglicherweise ein Zimmer mit Stern teilen. Die will nämlich zur Ludwigshafener Polizei wechseln. Ausgerechnet Kopper bringt sie auf diese Idee. In Ludwigshafen dürfte es deshalb spannend bleiben, Konflikte zwischen den Alpha-Frauen scheinen vorprogrammiert.

Auf Pfälzer und Schwarzwaldkenner dürfte unterdessen irritierend wirken, dass das bekannte Schlosshotel Bühlerhöhe an der Schwarzwaldhochstraße als jene Pfälzer Nobelherberge ausgegeben wird, in der der Fall spielt.

LVZ

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