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„Wer Wind sät“: Im jüngsten Taunuskrimi herrscht heilloses Durcheinander

„Wer Wind sät“: Im jüngsten Taunuskrimi herrscht heilloses Durcheinander

Was für ein heilloses Durcheinander! Wer die Vorlage, den gleichnamigen Roman der Bestsellerautorin Nele Neuhaus, nicht kennt, der versteht lange Zeit nicht, worum es in dem bereits fünften Teil der ZDF-Reihe Taunuskrimi eigentlich geht.

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Felicitas Woll spielt eine Hauptrolle im neuen Taunuskrimi. (Archivbild)

Quelle: Patrick Seeger

Hannover. Was allerdings auch kaum verwundert, da die Neuhaus-Geschichten stets ungemein komplex, dabei bisweilen sehr ausschweifend erzählt, zudem thematisch überfrachtet sind.

Sie lasen sich daher kaum in das 90-minütige Korsett eines Fernsehfilms zwingen. Das ist vielleicht auch ein Grund, weshalb der geplante sechste Teil dieser Reihe gleich als Zweiteiler gedreht werden soll. Jedenfalls bekommen Regisseur Marcus O. Rosenmüller und seine Drehbuchautorin Anna Tebbe im aktuellen Fall, Wer Wind sät, die Geschichte nicht in den Griff. In dem von ihnen angerichteten filmischen Chaos geht dann leider auch das bekannte Neuhaus-Ermittlerduo Pia Kirchhoff (Felicitas Woll) und Oliver von Bodenstein (Tim Bergmann) völlig unter und bleibt bis zum ziemlich abrupten Schluss erschreckend blass.

In einer hessischen Niederlassung einer Windenergiefirma wird der Nachtwächter tot aufgefunden. Die Umstände seines Todes sind äußerst mysteriös. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden Kommissare auf eine ganze Reihe von Verdächtigen, darunter auch den windigen Firmenchef (Rainer Sellien) und dessen zwielichtiger Gegenspieler (Aleksandar Tesla), den Vorsitzenden einer Bürgerinitiative, die sich im Taunus gegen die Errichtung eines Windparks wehrt. Als dann kurz danach noch ein alter Bauer (Bernd Stegemann), der selbst für einen Millionenbetrag seine Wiese nicht an die Firma verkaufen will, brutal ermordet wird, wird der Fall für die Kommissare erst richtig kompliziert. Und für den Zuschauer sowieso.

Neben den eigentlichen Mordfällen geht es nämlich noch um einen korrupten und natürlich fremdgehenden Meteorologen, der für die besagte Firma ein gefälschtes Gefälligkeitsgutachten erstellt hat. Dazu kommt ein geklautes Patent für Windanlagen, ein Mordversuch mittels Brandstiftung, die tragischen Familiengeschichten der beiden Ermordeten und eine verruchte Frau (Nadeshda Brennicke), die einen pubertierenden Jüngling verführt. Und als wenn das nicht alles schon kompliziert genug wäre, tut sich auch bei den Kommissaren so einiges. So hat sich die gute Pia offenbar während eines China-Urlaubs verlobt, spricht aber nicht gerne drüber. Und Kollege Oliver ist von seiner Frau verlassen wurden, woran er ganz schön zu knapsen hat.

Dennoch gönnt er sich eine Affäre ausgerechnet mit einer von der Polizei gesuchten Verdächtigen (Ulrike C. Tscharre), während sein Vater von dem ermordeten Bauern die millionenschwere Wiese geerbt hat. Ach ja, und dann ist da noch der Gerichtsmediziner, der sich aus irgendwelchen Gründen freut, dass er nicht der Vater eines frisch gezeugten Kindes ist. Das alles wäre Stoff genug für eine ganze TV-Serie. Und ist als 90-Minüter einfach nur ein vom Winde verwehtes Durcheinander. Bei dem womöglich nur der geheimnisvoll allwissende Rabe, der in der ersten halben Stunde immer mal wieder für ein bisschen gespenstische Atmosphäre sorgt, weiterhelfen könnte. Wenn er sprechen könnte, was er aber natürlich nicht kann. Daher ist der Film wirklich nur etwas für Nele-Neuhaus-Kenner. Und für Gegner der Windkraft, die immer schon wussten, woher bei dieser Energieform in Wirklichkeit der Wind weht.

„Wer Wind sät“ | ZDF

Taunuskrimi mit Felicitas Woll

Montag, 20.15 Uhr

Ernst Corinth

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