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Zwischen Idealen und Intrigen: Anna Loos spielt in ARD-Sechsteiler aufstrebende Politikerin

Letzte Klappe in Berlin Zwischen Idealen und Intrigen: Anna Loos spielt in ARD-Sechsteiler aufstrebende Politikerin

In Berlin ist die letzte Klappe für einen Politthriller der ARD gefallen. Mit Anna Loos in der Hauptrolle geht die sechsteilige Hauptabendserie der Frage nach, wie lange man als Newcomer im Politikgeschäft sauber bleiben kann und ab wann man seine Ideale aufgibt. Ausstrahlung ist 2016.

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Die Hauptdarsteller Renate Krößner, Anna Loos und Thomas Thieme (rechts) mit Regisseur Friedemann Fromm.

Quelle: Kerstin Decker

Die Szenerie wirkt staubig: Ältere Herren in dunklen Anzügen laufen durch ein öffentliches Gebäude, begrüßen einander, offenbar auf dem Weg zu einer Sitzung. Dass das Politiker sein sollen, ist eindeutig. Fotografen und Kameraleute folgen ihnen. Dann stöckelt eine Frau um die 40 durch den Raum, zwar dunkel und wenig sexy gekleidet, aber immerhin - eine Frau und vergleichsweise jung. Sie könnte der aufstrebende Stern am Politikhimmel werden. Anna Loos spielt die Rolle der Susanne Kröhmer, einer von Idealen angetriebenen Rechtsanwältin, die um den härtesten Job der Stadt kämpft, den Job der Regierenden Bürgermeisterin. Nach dem Tod eines korrupten Bauunternehmers - mit dem sie seit Jugendtagen befreundet war - will sie den Bürgern der Hauptstadt die Verantwortung für ihre Stadt zurückgeben. Dafür ist sie sogar bereit, ihr privates Glück zu opfern.

"Die Stadt und die Macht" heißt ein sechsteiliges Politdrama, für das in Berlin soeben die Dreharbeiten zu Ende gegangen sind. Die Handlung spielt in der Gegenwart. "Wir wollen Politik als dynamischen Vorgang darstellen und nicht so staubig wie man das kennt", erklärt Regisseur Friedemann Fromm ("Weissensee") den hohen Anspruch dieser Produktion. Mit großer erzählerischer Kraft will er Politik als Ringen um Lösungen, als Kette von Kämpfen, Auseinandersetzungen, Siegen und Niederlagen hinter verschlossenen Türen sichtbar machen. Der Sechsteiler orientiere sich an amerikanischen Serien, an die Deutschland nicht den Anschluss verlieren dürfe. Die Ausstrahlung ist für 2016 in der ARD geplant. Damit setzt die ARD auch ein Statement gegen Politikverdrossenheit. Die Initialzündung für das Projekt sei der letzte Arbeitstag von Christian Wulff als Bundespräsident gewesen, ergänzt Michael Lehmann, Chef der Berliner Real Film GmbH. Wie lange man als Newcomer im Politikgeschäft sauber bleiben kann, bis man anfängt, seine Ideale zu verlieren - das ist der Kernpunkt des Politthrillers.

Susanne Kröhmer (Anna Loos) und ihr Vater Karl-Heinz Kröhmer (gespielt von Thomas Thieme), langjähriger Fraktionschef der Konservativen, verkörpern nicht nur zwei Generationen einer Familie, sondern auch zwei Politikstile. Die Tochter ergreift nach einem Korruptionsskandal in der Großen Koalition die Chance, gegen den beliebten Regierenden Bürgermeister zu kandidieren. Ihr Vater ist einer jener selten gewordenen charismatischen Politiker vom alten Schlag, der die Gläser an die Wand donnert, Erfolge kauft und durch zahlreiche Intrigen mit dem Regierenden Bürgermeister verbunden ist. In der kurzen Wahlkampfzeitversucht Susanne Kröhmer mit zunehmend fragwürdigen Methoden, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Gleichzeitig führen die Recherchen eines Journalisten zu einem Verbrechen, das direkt mit Susannes Familie zu tun hat. Sie überblickt beide Seiten - den Vater, der einst ebenfalls mit Idealen in die Politik gegangen ist, sich aber an die Mechanismen der Macht gewöhnt hat. Und die Mutter (gespielt von Renate Krößner), die ein körperliches und seelisches Wrack geworden ist: Sie leidet unter den "Politikmachern". Von der Tochter hat sie sich entfremdet, weil der Vater diese Position dominant besetzt.

Für Anna Loos hat sich ihr Blick auf die Politik in den drei Monaten Drehzeit nicht geändert. Sie habe sich intensiv auf die Rolle vorbereitet, sei "super streng" mit Politikern. Besonders vermisst sie "die Überträger der Krankheit Politikvirus". Damit meint sie Politiker, "die den Raum betreten und ich sehe sofort, tschakka, der spricht meine Sprache." Die 44-Jährige hat sich immer für einen sehr politisch interessierten Menschen gehalten, musste aber erkennen, "dass ich ein bisschen raus war".

Ein weiterer Hauptdarsteller ist laut Regisseur Friedemann Fromm die Stadt Berlin, "der Hotspot in Europa", mit einer langen Geschichte an Polit- und Bauskandalen. "Die Stadt und die Macht" sei eine fiktive Geschichte, die auf realen Ereignissen fußt.

Kerstin Decker

 

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