Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
11 Freunde, 1 Idee, der 1. eigene Film: Filmprojekt „Pfadfinder" feiert Premiere im UFA-Palast

11 Freunde, 1 Idee, der 1. eigene Film: Filmprojekt „Pfadfinder" feiert Premiere im UFA-Palast

Der 18. Juli 2006 - ein Schicksalstag für die Dresdner Michael Roitzsch und Falk Fiedler. Na gut, ganz so pathetisch muss die Einleitung wohl nicht lauten. Aber an diesem Tag fassten die beiden, bei den Filmnächten am Elbufer sitzend, einen Plan, der sie und letztlich auch neun ihrer Freunde für die nächsten vier Jahre nicht mehr los ließ.

Dresden. Es entstand die Idee, einen eigenen Film zu drehen, und da wir uns damit in der Welt der Leinwandkunst befinden, darf ein wenig Dramatik die Beschreibung ruhig flankieren. Am 1. Oktober wird das Ergebnis nun den Augen der Öffentlichkeit präsentiert: "Pfadfinder" feiert um 20 Uhr im UFA-Palast Premiere.

Gänzlich tabula rasiert gingen Roitzsch und Fiedler allerdings nicht ans Werk. Bereits im Alter von 16 Jahren schufen sie einen ersten gemeinsamen Film - eine computeranimierte Star-Trek-Parodie mit Lehrern in der Hauptrolle, die mit einem Preis beim Medienwettbewerb MB21 ausgezeichnet wurde. Eine Fortsetzung sollte folgen, wurde aber immer wieder verschoben. Bis zu dem Tag im Juli vor vier Jahren. "Warum nicht mal einen richtigen Film machen, ohne Computeranimation", dachten sich die beiden Ideengeber. Bereits eine Woche später wurde in einer Dresdner Kneipe ein Stammtisch eingerichtet, der wöchentlich fortgeführt wurde und nach und nach mehr Freunde an einem Tisch versammelte - auf elf Personen ist das Filmteam mittlerweile angewachsen. "Damals kam ein Stein ins rollen, der nicht mehr aufzuhalten war", erinnert sich Falk Fiedler.

php33082736c4201009281823.jpg

Am 18. Juli 2006 fassten die Dresdner Michael Roitzsch und Falk Fiedler einen Entschluss - sie planten, einen eigenen Film zu drehen. Am 1. Oktober wird das Ergebnis nun den Augen der Öffentlichkeit präsentiert: „Pfadfinder" feiert um 20 Uhr im UFA-Palast Premiere. Entstanden ist ein Film, der aus zahlreichen Ideen der verschiedenen Mitwirkenden schöpft.

Zur Bildergalerie

Ein Gemeinschaftsprojekt im besten Sinne des Wortes also. Etwa ein Jahr dauerte die Vorbereitungszeit, in der Aufgaben verteilt, Drehorte erkundigt, Drehgenehmigungen eingeholt und die Rollen besetzt wurden. Dass Falk Fiedler die Hauptrolle des Spezialstatistikers Frank übernehmen würde, der von seinem Leben unglaublich gelangweilt ist und einen Ausweg sucht - so die grobe Richtung des Films, schließlich möchte man nicht zu viel verraten - stand zu Beginn des Projekts übrigens noch nicht fest. Zunächst hieß es ohnehin, ein Drehbuch zu entwickeln. "Wir hatten ja erst nur die Idee, einen Film zu machen und brauchten auch eine Handlung dazu, also so, wie es eigentlich nicht sein sollte", erzählt der 29-jährige Hauptdarsteller.

Zusammengesetzt sei die Geschichte des Films schließlich aus Ideen, die alle Teammitglieder hatten. Das sogenannte Bierdeckel-Prinzip war entstanden - wir erinnern uns, das wöchentliche Treffen fand in einer Kneipe statt. Daraus hat sich die Handlung herauskristallisiert, aus der das Drehbuch entstand. Umgesetzt wurde das im Mai 2007, als innerhalb von 20 Tagen gedreht wurde - in Dresden und Umgebung, Berlin und auf der Insel Rügen - dem Meer kommt am Ende des Films nämlich eine besondere Bedeutung zu, wie die Filmemacher verrieten. Die logistisch aufwendigsten Szenen fanden in einer gemieteten Straßenbahn, dank Genehmigung der DVB, mit mehr als 50 Statisten statt. Besondere Herausforderung sei außerdem der Dreh mit einem Pferd gewesen, das sich für Regieanweisungen nicht ganz so empfänglich wie seine zweibeinigen Kollegen herausstellen sollte.

Was schließlich folgte, war die zeitraubendste Phase des Filmprojekts. Drei Jahre dauerte die Nachbereitung - schneiden, retuschieren, entrauschen, nachsynchronisieren. "Das hat wirklich viel Zeit in Anspruch genommen. Da lernt man zu schätzen, warum in anderen Filmen so viele Leute im Abspann stehen", erklärt Michael Roitzsch, der sich um den Schnitt gekümmert hat. Während des Drehs waren 15 Stunden Material in 2000 einzelnen Aufnahmen entstanden.

Was man bei diesem Projekt nicht aus den Augen verlieren darf, ist, dass alle Beteiligten nebenher geregelten Arbeitsverhältnissen nachgehen, der Traum des eigenen Films konnte gewissermaßen als nur "nebenher" verwirklicht werden. Experimentierfreude und Kreativität sind Attribute, die hier auf jeden Fall passen. Die nötige Technik, wie Kamera, Beleuchtung und Stative wurden bei einem Verleih übers Internet besorgt, zwei Szenen wurden vor einem, aus Baumarktmaterial selbst zusammen geschusterten, Greenscreen gedreht. Und das gesamte Projekt wurde ohne Förderung von außen finanziert, etwa 8000 Euro flossen in das Projekt, das jetzt vor der Realisierung steht.

Dass sie so weit kommen, hätten Falk Fiedler, Michael Roitzsch und alle anderen an manchen Tagen selbst nicht geglaubt. "Pfadfinder" feiert Premiere im UFA-Palast, dessen Verantwortliche sich sofort bereit erklärten, den Nachwuchs-Spielbergs ihre Leinwand zu überlassen, und das Team hofft auf positive Resonanz. Zunächst ist der Film nur an diesem Tag im UFA zu sehen, sollte es gut laufen, sind aber auch Folgetermine geplant. Wir hoffen das Beste.

Christin Grödel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Die deutsche Kleingärtnerbewegung hat eine über 200-jährige wechselvolle Geschichte, die im Deutschen Kleingärtnermuseum weltweit einzigartig dokumentiert ist. Zur Schau des Monats! mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr