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2000 Zuschauer beim Rockkonzert von Foreigner auf der Parkbühne in Leipzig

Wiederbelebung alter Sehnsüchte 2000 Zuschauer beim Rockkonzert von Foreigner auf der Parkbühne in Leipzig

2000 Zuschauer kamen am Dienstag zur Parkbühne, um Foreigner zu sehen. Zehn Minuten vor dem Beginn schloss der Himmel seine Schleusen.

Foreigner auf der Parkbühne.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Sofort donnert der Himmel die erste Zeile von „Juke Box Hero“ in den Kopf: „Standing In The Rain / With His Head Hung Low“. Denn das Vorprogramm von Foreigner am Dienstag begann früher als gedacht nicht mit den Black Star Riders, sondern der Natur-Entsprechung von Peter Gabriels „Here Comes The Flood“ – mit einem verdammt eindrucksvollen, wenn auch arhythmischen Schlagzeug von oben. Beim Timing für die Parkbühne Leipzig aber kann man nicht meckern: Zehn Minuten vor dem musikalischen Support hat sich der Himmel leergekübelt.

Eigentlich ein Unding, dass eine so fabelhafte Truppe wie die Black Star Riders um die Thin-Lizzy-Leute Ricky Warwick, Scott Gorham und Damon Johnson eher Begleiterscheinung als Hauptattraktion ist. Satter, straighter Rock, der wohlig in den Bauch geht, dank solcher Stücke wie „Dancing With The Wrong Girl“, „Testify Or Say Goodbye“, „Cold War Love“ oder eben Lizzy-Krachern („The Boys Are Back In Town“).

Foreigner vor 2000 Fans auf der Parkbühne in Leipzig.

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Kaum hat das Grübeln angefangen, ob das innere Umschalten auf die antiquiertere Spielart von Mister Jones Probleme bereiten könne, wird es auch schon von fettem Saitenanschlag und dem Frontmann gelöscht wie ein Verschreiber auf der Gedanken-Tastatur: Zu „Double Vision“ flitzt Kelly Hansen bis zum Bühnenrand und legt so energetisch los, als müsse er in drei Minuten eine Casting-Jury überzeugen. Schwingt und schleudert den Mikroständer, hüpft, schlenkert die Arme durch die Luft – gemütlich beobachtet von Mick Jones. Für Freunde des Vergleichs: Das einzige verbliebene Gründungsmitglied, mittlerweile 72, sieht aus wie ein Double von Jürgen Schneider bei dessen Festnahme; nur noch cooler als der berüchtigte Immobilien-Gauner. Der andere Ur-Foreigner, Lou Gramm, scheint zumindest akustisch anwesend: Hansen hat dieselbe Koloratur auf den Stimmbändern wie der Mann, der 2003 endgültig ausstieg. So klingt die Band, die sich 1976 gründete und auch 2017 noch ihr Jubiläum feiert, originaler als sie ist.

„Komisch, dass es immer regnet, wenn wir nach Leipzig kommen“, wundert sich der Frontmann, dem die Freude an seinem Beruf deutlich anzusehen ist. Hansen ruft „But we give a fuck on it!“ (bleibt jetzt mal unübersetzt so stehen) und spurtet weiter.

Nur eine Stunde und 33 Minuten Spielzeit zeigt die digitale Uhr neben der Bühne an, als die Rock-Party zu Ende ist. Bis dahin schnurrt vor 2000 Zuschauern ein Best-of durch den Abend, bei dem kein Stück jünger als 33 Jahre alt und die Setlist auch in der Titelreihenfolge fast identisch mit dem Besuch von 2013 ist. Ein bisschen mehr Variation statt Verwaltung wär’ schon schön. Klar, hier geht’s nicht um Neuigkeiten, sondern die Wiederbelebung alter Erinnerungen, Träume und Sehnsüchte – poppig und weich eingebettet in „That Was Yesterday“, aufgeraut in „Cold As Ice“ und vor allem im etwas zerfledderten „Juke Box Hero“.

Mark Daniel

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