Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 3 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
29 Bewerber: Wer folgt Hans-Werner Schmidt als Direktor des Leipziger Bildermuseums?

Ausschreibung beendet 29 Bewerber: Wer folgt Hans-Werner Schmidt als Direktor des Leipziger Bildermuseums?

Wer folgt Hans-Werner Schmidt als Direktor des Museums der bildenden Künste in Leipzig? Der Stadt liegen 29 Bewerbungen vor. Die meisten, so Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke), kämen aus Deutschland, es gebe aber auch Kandidaten aus Belgien, der Schweiz und Österreich. Schmidt hört im April 2017 auf, der oder die Neue soll im Mai übernehmen.

Das Leipziger Bildermuseum fasziniert mit seinen Höfen, Terrassen – und Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Wer hier ab Mai 2017 als neuer Direktor anfängt, ist noch offen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Andrang sieht ein bisschen anders aus: 29 Bewerbungen für den Direktorenposten im  Museum der bildenden Künste seien im Personalamt eingegangen, sagte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke). „Das ist vergleichsweise wenig, aber wir suchen die oder den Besten, denn es kommt auf Qualität, nicht auf Quantität an.“ Es seien sehr interessante Kandidaten dabei, viele seien anderweitig unter Vertrag. Die meisten, so Jennicke weiter, kämen aus Deutschland, es gebe aber auch Bewerbungen aus Belgien, der Schweiz und Österreich. Ausschreibungsschluss war der 17. Oktober, der oder die Neue soll am 1. Mai 2017 übernehmen.

Die Ausschreibung erschien in verschiedenen Online-Portalen, in „FAZ“ und „Zeit“. „In der Ausschreibungsphase habe ich mit einem knappen Dutzend möglicher Kandidaten Gespräche geführt, sie neugierig gemacht auf das Haus und unsere Stadt und sie eingeladen, sich zu bewerben“, sagte die Kulturbürgermeisterin. Für die Suche nach dem neuen Chef im Bildermuseum wird eine Findungskommission eingerichtet – mit Vertretern aller Fraktionen des Stadtrates, der Verwaltung, darunter neben Jennicke der Beigeordnete für Allgemeine Verwaltung und die Frauenbeauftragte der Stadt. Zwei oder drei Experten mit beratender Stimme sollen hinzu gebeten werden.

Auswahlgespräche noch in diesem Jahr

„Die Auswahlgespräche sollen noch in diesem Jahr stattfinden. Der Stadtratsbeschluss zur neuen Direktion ist für März geplant“, sagt Jennicke. Offen sei natürlich, ob der gewählte Kandidat rechtzeitig seine bisherigen vertraglichen Verpflichtungen lösen kann, um am 1. Mai beginnen zu können. „Sollte das nicht klappen, wird es eine Interimszeit geben. Sofern diese Situation eintritt, habe ich keinen Zweifel daran, dass das Team des Museums der bildenden Künste das bewältigt – die Planungen für 2017 stehen ohnehin.“

Wer auch immer ab dem kommenden Jahr dem Museum seinen Stempel aufdrückt, er übernimmt einen eingespielten, funktionierenden Betrieb. Als Hans-Werner Schmidt im Jahr 2000 seinen Job als Direktor antrat, war sein heutiger Arbeitsplatz noch eine Fiktion. Erst im Dezember 2004 konnte der neue, anfangs heftig umstrittene Bau eröffnet werden. Knapp 17 Jahre später, am 15. April 2017, geht Schmidt in den Ruhestand. Sein Nachfolger muss sich nicht mehr mit Architekten, Baudezernenten und allzu heftigen Besucherbeschwerden über schwergängige Türen und zu wenige Toiletten herumplagen. Die Leipziger haben sich an den mit einer Glashaut überzogenen Kunst-Quader der Architekten Hufnagel, Pütz und Rafaelian mitten in ihrer Stadt gewöhnt. Besucher fasziniert das Innere mit seinen Höfen und Terrassen und mit der Tageszeit wechselnden Lichtstimmungen. Das Jahresbudget allerdings ist und bleibt mit fünf Millionen Euro (ohne Gehälter) knapp, die Personaldecke dünn. Große Sprünge sind mit dem Ankaufsetat von 70 000 Euro auch weiterhin nicht möglich.

„Ein Zentrum der bildenden Kunst“

Inhaltlich setzt die Stadt eher auf Kontinuität als einen Bruch. Jennicke: „Das Museum gründet in einer Bürgersammlung. Dem muss auch die neue Leitung gerecht werden, indem sie weiterhin mit Freunden und Förderern aktive Verbindungen pflegt und das Haus für die Stadtgesellschaft kontinuierlich öffnet.“ Dazu gehöre ein lebendiger Diskurs zu gesellschaftlichen Fragen aus der Perspektive der bildenden Kunst, „durchaus auch provokant und polarisierend“. Aufgearbeitet und reflektiert werden sollten aus Jennickes Sicht die Geschichte der Leipziger Schule(n) „in ihrer Brüchigkeit und Historizität“. Und: „Das Haus muss ein Zentrum der bildenden Kunst in unserer Stadt sein, von dem spürbare Impulse ausgehen. Interkulturelle Öffnung sollte dabei ein wichtiger Aspekt sein.“

Veränderungen wird es beim Status des Museumsdirektors geben. Mit Hans-Werner Schmidt wurde das Museum in der Struktur der Stadtverwaltung zu einem eigenen Amt und Schmidt zum Amtsleiter, dessen Arbeitsvertrag unbefristet war. Das soll nun rückgängig gemacht werden, das Bildermuseum wie alle anderen städtischen Museen als Regiebetrieb dem Kulturamt zugeordnet und der Vertrag mit dem neuen Chef auf sechs Jahre befristet werden – mit Option auf Verlängerung.

Das sei keineswegs eine Zurückstufung, auch wenn das möglicherweise so empfunden werde, betonte Jennicke. Mit dem Amtsstatus seien verschiedene Auflagen und Pflichten verbunden gewesen. Davon sei das Museum befreit, wenn das Kulturamt dann „Dienstleister für das Museum“ sei.

Von Jürgen Kleindienst

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Schauspiel Leipzig
    Mikrologo Schauspiel Leipzig

    Theater in Leipzig: Höhepunkte, Premieren, Spielplan und Angebote der Spielzeit 2016/2017 im Schauspiel Leipzig mehr

  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr