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2raumwohnung zelebrieren in Leipzig die Nacht

Täubchenthal 2raumwohnung zelebrieren in Leipzig die Nacht

Es ist Nacht-Tour zu ihrem neuen Album „Nacht und Tag“: Am Freitag haben 2raumwohnung im Leipziger Täubchenthal in die süße Melancholie der Dunkelheit entführt.

2raumwohnung am Freitag im Täubchenthal.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Als hätten sie die Nacht einmal umgekrempelt, beginnt der Abend mit später Aftershow-Atmosphäre und wird drei Stunden später mit sommerlich verträumten Blinzeln in die Abendsonne enden. Mit voller Absicht entführten 2raumwohnung, Aushängeschild unbeschwert-sommerlichen deutschen Elektropops, am Freitag im Täubchenthal ihr Publikum ins von Scheinwerfern durchzuckte Dunkel einer durchtanzten Nacht.

Die Band 2raumwohnung war am Freitag im Täubchenthal in Leipzig zu Gast.

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Dem ewigen Staffellauf der Geschwister widmet das Berliner Erfolgsduo Inga Humpe und Tommi Eckart das aktuelle Album: „Nacht und Tag“ heißt ihre achte Studioveröffentlichung im nunmehr 18. Bandjahr. Zehn Songs, je einmal im Nacht- und einmal im Taggewand, finden sich auf dem Doppelalbum, der aktuellen „Nacht Tour“ soll das Tages-Pendant folgen.

Support DJ „Dope est Dope“ taucht mit seinen Beats tief in Soundlandschaften spätnächtlich bis frühmorgendlicher Clubtanzflächen ein, ihm gelingt damit aber nur bedingt Auflockerung, geschweige denn das Anheizen der Stimmung. Was aber auch gar nicht nötig scheint, schafft sich doch das Publikum – bunt gemischte Urbanität auf gehobenem Ü30-Party-Niveau – diese im lockereren Plausch zur Technountermalung unter den LED-Kronleuchtern kurzerhand selbst.

Mit im Nebel verdichtetem blauen Licht und sphärischem Elektrobrummen ziehen 2raumwohnung anschließend hinab ins Meer der Nacht. Zu den einsetzenden Beats leuchten projizierte Häuserfassaden auf, Stadt und Nacht, diese Kombination prägt den Charakter des Abends, wenn auch mit aufhellender Tendenz.

Denn herrscht zunächst die süße Melancholie der neuen „Nacht“-Songs vor, zu denen Humpes Stimme so hypnotisch wie zurückhaltend leider nur im mittleren Innenraum des Ballsaals voll ankommt und spätestens unter den Balkonen recht dumpf bleibt, bricht sich Stück für Stück die typische Großstadt-Sommer-Unbeschwertheit Bahn.

Minimalistisch, aber wirkungsvoll entfaltet sich dabei das musikalische Gewand. Trotz nahezu einheitlichem Beattempo und mit einem gewissen Abstand zu kompositorischer Virtuosität bedienen die Songs doch die Klaviatur von melancholisch bis tanzend, Humpes Gesang und Texte hebt sie bei aller Breitenwirkung deutlich von Autotune-Brei und Eindimensionalität ab.

Trotz Gitarrenverstärkung und gelegentlichem Hervortänzeln Humpes hinter den Pulten bleibt das Bühnenarrangement mehr das eines DJ-Acts im Club als das von bejubelten Popstars. Auch das Publikum drängt weniger als Fanmasse nach vorn, als dass es vielmehr das Tanzangebot annimmt: Anfangs noch „Somebody Lonely and Me“ verwandelt sich später jede Dame im Saal in ein „Sexy Girl“ und stimmt der Refrainzeile aus „36 Grad“ uneingeschränkt zu: Das Leben kommt mir gar nicht hart vor.

Verstärkt wird die Clubatmosphäre durch ein Lichtdesign, das immer wieder den Bühnenrahmen durchbricht, die Diskokugeln aufblitzen lässt und den gesamten Raum einbezieht. Ist der Ballsaal anfangs nächtlich blau und kalt, wird er zunehmend wärmer und orange, der aufgehenden Sonne gleich.

Und so bleibt an diesem kühlen Septemberabend der Herbst noch draußen vor der Tür. Auf der Bühne trägt man irgendwann Sonnenbrillen und gießt mit einer ausgedehnten Version von „Wir trafen uns in einem Garten“ die umgekrempelte Nacht schlussendlich in ein sonnenverblinzeltes Sommerabendgefühl am Grill im Park.

Fast irritiert beim Verlassen des Täubchenthals die Dunkelheit draußen. Doch da ist es gerade erst Elf, und derart vorgelockert hat das Publikum noch jede Menge Möglichkeiten, die Nacht bis zum Sonnenaufgang durchzutanzen.

Von Karsten Kriesel

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