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40 Jahre Dixieland Festival Dresden - Sorge um Nachwuchs

40 Jahre Dixieland Festival Dresden - Sorge um Nachwuchs

Dresden. Zum Finale des Internationalen Dixieland Festivals Dresden sind bei Sonne und vergleichsweise milden Temperaturen die Fans vollends aufgetaut.

Mehr als 5000 Zuschauer jubelten am Sonntag Bands und Solisten aus Dänemark, Deutschland, Großbritannien, Jamaika, Russland, der Schweiz, Slowenien und den USA lautstark zu. Dabei braucht es für gute Stimmung in Dresden eigentlich kein so schönes Wetter. Denn die aus ganz Deutschland angereiste Fangemeinde ist so beständig wie die Kaltwelle von Festivalchef Joachim Schlese.

Ostdeutschlands „Jazzpapst“ Karlheinz Drechsel - seit dem ersten Dixie-Festival als Moderator dabei - schwört auf Dresden. „Es ist unglaublich, dass dieses Festival auch nach 40 Jahren noch eine solche Begeisterung findet. Das ist für mich einmalig - und ich kenne viele Festivals auf der Welt“, sagt der fast 80-Jährige. Das Dixie- Festival habe die DDR überlebt, weil das Publikum bei der Stange blieb. Mit der DDR und ihren Bürgern war das bekanntlich anders.

Für Eckhard Seidel, Chef und Posaunist der 1962 gegründeten Umbrella Jazzmen ist Dresden eine Legende. Seidel kam 1979 mit seinen Kollegen erstmals hierher - als erste „Westberliner“ Band überhaupt. Schnell avancierten sie zum Publikumsliebling, zum 40. Jubiläum durfte sie deshalb nicht fehlen. Einen Trend bedauert Seidel fast. „Die Veranstaltungen sind so riesig geworden, dass das Intime am Jazz ein bisschen auf der Strecke bleibt.“ Andererseits sei die Hinwendung zum „Event“ vielleicht die einzige Chance, dem Festival langfristig eine Perspektive zu geben.

Seidel spricht aus, was ein Blick auf Bühne und Ränge zeigt: Die Dixie-Musiker gehören meist älteren Jahrgängen an, genau wie der Großteil des Publikums. Dass Schlese das Festival nun für andere Stilarten öffnet, ist ein kluger Schachzug. „Wir werden das Festival verjüngen und „verswingen““, sagt der Chef. Nachdem in den vergangenen Tagen eine Band aus Mexiko Latino-Klänge als neue stilistische Farbe einbrachte, soll 2011 erstmals eine Big Band spielen. Zudem will er mehr jungen Jazzern eine Chance geben. „Die jungen Bands brauchen eine Plattform, das müssen wir hegen und pflegen.“

Das scheint bitter nötig. Denn der Oldtime Jazz hat schon lange keine Hochkonjunktur mehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der lange zuvor in den USA entstandene Traditional Jazz nach Europa geschwappt. Seidel erinnert sich daran, wie Dixie in den 50 Jahren zum Türöffner für den Jazz insgesamt avancierte. „Wir haben als Laien damals ein langes Ohr gemacht, was an Einflüssen so alles kam, vor allem aus Großbritannien.“ Inzwischen sieht er den Nachwuchs beim Oldtime Jazz „gegen Null“ tendieren. Schleses glaubt dennoch an die Zukunft seines Festivals. Am Wochenende gab er schon mal die Termine bis 2015 aus. „Es geht weiter!“, sagt der Festivalleiter fast trotzig.

Jörg Schurig, dpa

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