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50 Jahre Leipziger Oper - Festtag mit Kinderchor-Ehemaligen und Meistersingern

50 Jahre Leipziger Oper - Festtag mit Kinderchor-Ehemaligen und Meistersingern

Leipzig. Auf den Tag genau 50 Jahre nachdem die Leipziger Oper am 9. Oktober 1960 mit den "Meistersingern" eröffnet wurde, hatte die Neuinszenierung am Sonnabend Premiere.

Gäste waren unter anderen Eva Wagner-Pasquier und Katharina Wagner.

Am Sonntag wartete der Kinderchor, der an diesem Tag seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, mit einem Ständchen Ehemaliger auf. Im Foyer ertönten Ausschnitte Leipziger Uraufführungen von Lortzing, Weill und Krenek, und auf der Bühne wurden zahlreiche Gratulanten erwartet. Das Festkonzert ist auf den 7. November terminiert. Mit den Feierlichkeiten will die Oper auch eine Visitenkarte ihres Schaffens abgeben und zeigen, "dass wir Theater auf hohem Niveau" machen, so der kommissarische Opernintendant Alexander von Maravic.

Trotzdem ist die Stimmung getrübt. Es drohen drastische Etatkürzungen und vielleicht sogar weitere Stellenkürzungen, eine Fusion der Verwaltung mit anderen Leipziger Kulturbetrieben wird diskutiert – und die Geschmäcker von Publikum und künstlerischer Leitung gehen mitunter getrennte Wege. Auch die überregionalen Feuilletons nehmen das Opernhaus des Jahres von 1993 kaum noch wahr.

Ironie oder Selbstsicherheit?

"Ich lasse mich durch nichts beeindrucken, es sei denn durch eine gute Aufführung", sagt Alexander von Maravic mit einem breiten Lächeln. Angesichts der Diskussion um die Zukunft der Oper und der Schlagzeilen vergangener Wochen sind die Worte des kommissarischen Opernintendanten eher als Ironie denn als Selbstsicherheit zu interpretieren. Von Maravic kam 2007 als geschäftsführender Direktor ins Amt, nachdem sein Vorgänger Henri Maier über Nacht geschasst wurde.

Im Jahr 2008 legte Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly sein Amt als Generalmusikdirektor der Oper nieder. Es folgten umstrittene Personalentscheidungen mit der Berufung von Peter Konwitschny als Chefregisseur und der Nichtverlängerung von Ballettchef Paul Chalmer. Vor einigen Wochen trat Opernsprecherin Christine Villinger zurück, nachdem sie das parallel zur Premiere stattfindende Lichtfest zur Erinnerung an die friedliche Revolution salopp als "Bohei" bezeichnete. All dies hat das Image der Oper nachhaltig beschädigt.

"Eine Missachtung aller Künstler"

So erklärt sich die Zurückhaltung des Intendanten. Doch dann platzt es aus ihm heraus – der Ärger um die geplante Novellierung des Kulturraumgesetzes, durch das der Stadt jährlich etwa 2,5 Millionen Euro weniger überwiesen werden sollen. "Das ist eine Missachtung aller Künstler und nimmt dem Gemeinwesen die Grundlage", sagt er. Weil der Stadt die Mittel fehlen, um diese Lücke zu überbrücken, skizziert Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) schon den Ernstfall: Der Oper droht eine Zwangspause von sechs Monaten im Jahr.

Die Schließung eines der Häuser lehnt Jung kategorisch ab, aber auch Centraltheater und Gewandhaus bekämen den Rotstift zu spüren. "Was wir hier erleben, ist Residenzpolitik vom Feinsten: Das Land wälzt staatliche Aufgaben auf die Kommunen ab, und die Einrichtungen der Landeshauptstadt bekommen ihre Etats um mehrere Millionen Euro aufgestockt", echauffiert sich Jung und kündigt an: "Bis zur Entscheidung des Landtags im November werden wir nicht ruhen und hoffen auf eine Solidarisierung im sächsischen Städte- und Gemeindetag."

Tobias D. Höhn, dpa

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