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61. Deutscher Filmpreis: Goldene Lola für Roadmovie „Vincent will Meer“

61. Deutscher Filmpreis: Goldene Lola für Roadmovie „Vincent will Meer“

Das tragikomische Roadmovie „Vincent will Meer“ hat die Goldene Lola als bester deutscher Film gewonnen. Sein Hauptdarsteller Florian David Fitz wurde am Freitagabend in Berlin für seine Rolle eines am Tourette-Syndrom leidenden Jugendlichen außerdem als bester Schauspieler ausgezeichnet.

Berlin. Damit folgte die Deutsche Filmakademie dem Geschmack des Kinopublikums - mehr als eine Million Menschen haben „Vincent will Meer“ bislang gesehen.

Dem Gewinner des Deutschen Filmpreises gelingt die Gratwanderung zwischen der tragischen Geschichte von drei schwer therapiebedürftigen jungen Menschen und den vielen komischen Momenten, die ihr Aufbruch vom Rand der Gesellschaft mit sich bringt.

Die übrigen Auszeichnungen wurden bei der Gala zum 61. Deutschen Filmpreis eher nach dem berüchtigten Gießkannenprinzip verteilt. Die als Mitfavorit für den Hauptpreis gehandelte Einwandererkomödie „Almanya - Willkommen in Deutschland“ erhielt immerhin die Silberne Lola in der Kategorie bester Film und den Preis für das beste Drehbuch. „Wir sind wirklich platt“, meinten die Filmemacherinnen, die Schwestern Yasemin und Nesrin Samdereli. Die Bronzene Lola ging an Andres Veiel für sein RAF-Drama „Wer wenn nicht wir“.

Tom Tykwers mit sechs Nominierungen gestartetes Liebesdrama „Drei“ ging im Rennen um den besten Film leer aus, heimste aber insgesamt drei Preise ein: Hauptdarstellerin Sophie Rois wurde als beste Schauspielerin geehrt, konnte wegen Krankheit allerdings ihre Trophäe nicht persönlich entgegen nehmen. Tykwer erhielt den Preis als bester Regisseur, eine weitere Auszeichnung gab es für den Schnitt von „Drei“.

Heimlicher großer Gewinner aber ist Chris Kraus’ Historiendrama „Poll“ über die Schriftstellerin Oda Schaefer mit insgesamt vier Auszeichnungen: Schauspieler Richy Müller nahm den Preis als bester Nebendarsteller entgegen, weitere Preise gab es für Kamera, Szenenbild und Kostümbild. Kraus, dessen Werk „Vier Minuten“ 2007 bereits als Bester Spielfilm in Gold ausgezeichnet worden war, erzählt in „Poll“ eine schwelgerische Geschichte, die kurz vor dem Ersten Weltkrieg spielt.

Regisseur Wim Wenders gewann für seinen 3D-Tanzfilm „Pina“ den Preis für den besten Dokumentarfilm. Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk nahm der gerührte Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase („Sommer vorm Balkon“) entgegen. „Ich bin nicht nur erfreut, sondern auch ermutigt - und das braucht man in jedem Alter“, sagte der 80-Jährige.

Gewohnt launig und viel über sich selbst plaudernd führte Barbara Schöneberger durch die Gala. Doch es gab auch einige nachdenkliche Momente: „Ich denke, während ich hier spreche, sehr stark an Bernd, weil er auch so eine Art Heimat war“, meinte Tom Tykwer, der in seiner Dankesrede an den Anfang des Jahres gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger erinnerte, einen engen Freund von ihm. Im Publikum waren auch Eichinger Witwe Katja und seine Tochter Nina.

Die Goldene Lola ist die höchste Auszeichnung für die deutschen Filmschaffenden, es werden Preisgelder in Höhe von insgesamt knapp drei Millionen Euro vergeben. Zur Verleihung des 61. Deutschen Filmpreises waren am Freitagabend mehr als 1800 Prominente in den Friedrichstadtpalast gekommen.

Elke Vogel, dpa

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