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„Aber bitte mit Sahne“ erzählt vom Geschenk der Freundschaft

Tanzprojekt „Momo“ „Aber bitte mit Sahne“ erzählt vom Geschenk der Freundschaft

Das zweite Stück des soziokulturellen Tanzprojekts „Momo“ handelt von Anja auf der Suche nach Freunden. Unter Leitung ausgebildeter Tänzer und Theaterpädagogen haben sich knapp 20 behinderte und nicht-behinderte Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren damit beschäftigt, was Freundschaft für sie bedeutet – und das nun in der Mühlstraße 14 auf die Bühne gebracht.

Frei nach Michael Ende: Tanzstück „Aber bitte mit Sahne“.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Was bedeutet Freundschaft? Es ist eine Frage, mit der sich erwachsene Menschen vielleicht gar nicht oft beschäftigen. Irgendwie sind Freunde immer da gewesen, aus der Studienzeit oder der Schule, dem Büro oder dem Sportclub. Was aber, wenn man ein Kind ist und keine Freunde hat? Was ist, wenn man als einziger im Café alleine an einem Tisch sitzt? So geht es Anja.

Von Anjas Geschichte handelt „Aber bitte mit Sahne“. Es ist das zweite Stück des soziokulturellen Tanzprojekts „Momo“, das am Freitag im Stadtteilzentrum Mühlstraße 14 Premiere gefeiert hat. Unter der Leitung von ausgebildeten Tänzern und Theaterpädagogen haben sich knapp 20 behinderte und nicht-behinderte Kinder im Alter von zehn bis 16 Jahren damit beschäftigt, was Freundschaft für sie bedeutet. Sie haben ein Schulhalbjahr lang ihre Ideen zum Thema gesammelt und daraus ein Stück entwickelt. Es ist eine Kombination aus Szenen, Improvisationstheater und Tanz – die Geschichte erzählt sich wie eine Collage, die dem Zuschauer ein ganz persönliches Bild von Freundschaft vermittelt.

Dieses Bild setzt sich auch für Anja erst nach und nach zusammen. Als sie allein im Café sitzt, sucht sie einen Freund erst über ihr Hobby, das Fußballspielen. Dann probiert sie sich an einem Freunde-Casting – doch wirklich fündig wird sie nicht. Bei all ihren Versuchen helfen Anja die zwei Café-Besitzerinnen – und plötzlich sieht sie es ganz deutlich: Wer sich so um einen kümmert wie die beiden, der ist ein wahrer Freund.

Ein wahrer Freund

„Als diplomierte Tänzerin mache ich Kunst für die Bühne“, erklärt Johanna Kecke, Projektleiterin von Momo und Mitglied beim Leipziger Verein Tanzzenit. „Aber auch Künstler brauchen Publikum. Darum arbeiten wir mit Kindern: Wir wollen potenzielle Theatergänger gewinnen und ihnen zeigen, was alles möglich ist.“ Es ist einer der Gründe für das Projekt Momo, bei dem sich Jungen und Mädchen mit verschiedenen Aspekten des gleichnamigen Romans von Michael Ende beschäftigen. Die Initiative soll außerdem Kindern aus sozial benachteiligten Familien kulturelle Bildung ermöglichen und wird durch die Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung gefördert.

Das Ergebnis ist ein Stück von Kindern für Kinder – und die haben sichtlich Spaß. Jeder Stuhl ist zur Premiere besetzt und die kleinsten Gäste drängen sich auf dem Fußboden vor der Bühne. Immer wieder erhellt das Lachen der Zuschauer den Raum. Doch nicht nur das Publikum amüsiert sich. Auch die Darsteller scheinen Freude daran zu haben, einmal selbst auf der Bühne zu stehen.

Außerdem, so weiß Kecke, können die Kinder dank des Projekts ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. „Wir haben alles gemeinsam erarbeitet. Sowohl in den Tanzszenen als auch in der Geschichte steckt viel von den Teilnehmern.“ Und das ist bei „Aber bitte mit Sahne“ vor allem, was Freundschaft für die Spielerinnen und Spieler bedeutet: Spaß haben, sich gegenseitig Mut machen, ein Geschenk.

Am 8. und 9. Februar, jeweils 10 bis 13 Uhr, findet in der Mühlstraße 14 im Rahmen des Projekts Momo ein zweitägiger Tanz- und Theaterworkshop statt. Kinder und Jugendliche von 10 bis 16 Jahren können sich per Mail an kontakt@muehlstrasse.de anmelden, Teilnahme kostenlos; www.tanzzenit.de/momo

Von Josephine Heinze

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