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«Abrafaxe»-Schöpfer Lothar Dräger ist mit 89 Jahren gestorben

Comic-Zeichner «Abrafaxe»-Schöpfer Lothar Dräger ist mit 89 Jahren gestorben

Viele Abenteuer von «Dig, Dag und Digedag» gestaltete er mit. Als die Ära der «Digedags» zu Ende war, rief Lothar Dräger «Abrax, Brabax und Califax» ins Leben. Jetzt ist der Comic-Autor gestorben.

Abrafaxe-Schöpfer Lothar Dräger (Archivaufnahme)

Quelle: dpa

Leipzig. Lothar Dräger, Schöpfer der Comic-Helden «Abrafaxe» in der Comiczeitschrift «Mosaik», ist tot. Er starb am 9. Juli im Alter von 89 Jahren in Potsdam, wie der Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag am Donnerstag in Berlin mitteilte. Dräger hatte zunächst als Text- und Ideenmitarbeiter bei «Mosaik» gearbeitet. Von 1976 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 war er künstlerischer Leiter. Mit seiner klassischen Bildung und seinem enzyklopädischen Wissen, gepaart mit urwüchsigem Humor, habe Dräger seit den 50er Jahren das Bild des Comics als Dramaturg und Texter entscheidend mit geprägt, erklärte der Verlag.

Der am 19. Januar 1927 in der Nähe von Stettin geborene Dräger war ursprünglich Opernsänger; erst an der Bühne der Stadt Nordhausen, dann am Hans-Otto-Theater Potsdam. Wegen seiner offenen, kritischen Art sei er in den 50er Jahren in Konflikt mit den Chefs der Potsdamer Bühne geraten - und habe sich daher 1957 beim «Mosaik» beworben. Durch ihn habe sich die Zeitschrift dann zu einem Puzzle aus Hunderten versteckten, zu verschlüsselnden Anspielungen und Zitate entwickelt, heißt es im Nachruf des Verlages.

Um 1950 hatten die DDR-Oberen nach einer sozialistischen Antwort auf West-Comics wie «Micky Maus» gesucht. Am 23. Dezember 1955 erschien das erste «Mosaik» - mit den drei Helden «Dig, Dag und Digedag», geschaffen vom Grafiker Hannes Hegen (1925-2014). Nach einem Streit um die politische Ausrichtung des Heftes stieg Hegen 1975 aus.

«Dig, Dag und Digedag» wurden von «Abrax, Brabax und Califax» abgelöst. Gemeinsam mit der Grafikerin Lona Rietschel entwickelte Dräger die «Abrafaxe». Die drei koboldartigen Wesen mit einer riesigen Muskete blickten zum Jahreswechsel 1975/76 vom Titel des DDR-Comic-Heftes. Ende vergangenes Jahres feierten die drei Knollen-Nasen-Helden mit ihrem 480. Abenteuer ihren 40. Geburtstag.

Zu DDR-Zeiten waren die «Mosaik»-Hefte stets Mangelware. Heute werden von der Zeitschrift im Monat etwa 70 000 Exemplare verkauft. Den Comic gibt es aber auch in Österreich, Belgien, Spanien und Italien.

Dräger blieb nach über drei Jahrzehnten als Comic-Autor auch nach seiner Pensionierung noch schöpferisch aktiv.

LVZ

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