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Alan Rickman mit 69 Jahren gestorben

Nachruf auf einen großartigen Charakterdarsteller Alan Rickman mit 69 Jahren gestorben

Der britische Schauspieler Alan Rickman ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Management am Donnerstag in London. Ersten Berichten zufolge starb Rickman an Krebs. Nachruf auf eine großartigen Charakterdarsteller.

Alan Rickman ist im Alter von 69 Jahren gestorben.

Quelle: dpa

London. - Der britische Schauspieler Alan Rickman ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Da bestätigte sein Management am Donnerstag in London. Ersten Berichten zufolge starb Rickman an Krebs.

Man konnte Angst vor Alan Rickman haben. Als der Engländer die Rolle des Severus Snape in den „Harry Potter“-Filmen annahm, machte er Autorin J.K. Rowling glücklich. Mit seiner hypnotischen, klangvollen Stimme, der Adlernase und den schmalen Augen war er zu Recht ihre Traumbesetzung für den undurchsichtigen Zauberlehrer. Als echter Schurke war Rickman 1988 bekannt geworden - in der Rolle eines Deutschen: In „Stirb langsam“ war er Hans Gruber, Widersacher von Bruce Willis. Rickman starb nun an Krebs, wie seine Familie am Donnerstag mittelte. Im Februar wäre er 70 geworden.

Der Action-Thriller „Stirb langsam“ stand am Beginn einer äußerst vielfältigen Filmkarriere, nebenbei blieb der gebürtige Londoner dem Theater treu und führte auch Regie.

„Irgendwas zwischen einem Adler und einer großen Katze“, so beschreibt der „Guardian“ den Charakterkopf, der reichlich Film- und Theaterpreise, aber nie einen Oscar gewann. Noch 2013 wählte das „Total Film“-Magazin den damals 66-Jährigen auf die Liste der begehrenswertesten Schauspieler - vor Brad Pitt und George Clooney.

Rickmans Vater, ein Fabrikarbeiter, starb ebenfalls an Krebs. Rickman war damals noch ein Junge, dessen Talent für Malerei und Design früh auffiel. Auch mit der Schauspielerei liebäugelte er in jungen Jahren, hielt den Beruf aber zunächst für zu unsicher.

Erst später ins Filmgeschäft

Mit Mitte 20 zog es ihn dann aber doch mit Macht auf die Bühne. Er überschätzte sich nicht und erhielt einen Platz an der weltbekannten Royal Academy of Dramatic Art. Nach dem Abschluss war er mit der - ebenfalls weltbekannten - Royal Shakespeare Company unterwegs.

Das Filmgeschäft kam erst, als Rickman schon ein gestandener Mann und Schauspieler war. Spätestens seit er 1991 als Sheriff von Nottingham Robin Hood das Leben schwer gemacht und dabei Kevin Costner die Show gestohlen hatte, galt er als brillanter Schuft - und bestätigte das als Rasputin in der gleichnamigen HBO-Produktion.

Als begnadeter Schauspieler konnte er natürlich nicht nur böse. In „Sinn und Sinnlichkeit“ verliebte er sich als aufrichtiger Colonel Brandon in Kate Winslet, als genervter Metatron in „Dogma“ versuchte er, Chaos auf der Erde zu verhindern. 2003 betrog er Emma Thompson in der Weihnachtsschnulze „Tatsächlich Liebe“ und wirkte dabei so depressiv, dass man ihm kaum böse sein konnte.

Arbeitersohn und politischer Mensch

Der Arbeitersohn war zeitlebens ein politischer Mensch - und links. Er sei schon als Labour-Mitglied auf die Welt gekommen, scherzte Rickman einmal, und engagierte sich unter anderem für Künstler in armen Ländern. der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn war denn auch einer der ersten, der den Schauspieler als „einen der größten seiner Generation“ betrauerte.

Das politische Engagement verband Rickman mit seiner Frau Rima Horton, die er schon als Teenager kennengelernt hatte. Erst 2012 hatte das kinderlose Paar - nach mehr als 45 gemeinsamen Jahren - geheiratet. Meist hielt er sich bedeckt, was sein Privatleben anging, nannte Rima aber einmal eine „mögliche Kandidatin für eine Heiligsprechung“. Skandale oder Klatschgeschichten? Sucht man vergeblich. Er glänzte zwar in zwielichtigen Rollen, wirkte aber selbst aufrichtig und zurückhaltend. In seiner ersten Fahrprüfung fiel Alan Rickman durch - nach eigenem Bekunden, weil er zu vorsichtig über eine grüne Ampel gefahren war. Ein winziger Trost für Fans: Noch in diesem Jahr kommt ein letzter Film mit Rickman ins Kino: „Eye in the Sky“.

Von Teresa Dapp, dpa

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