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„Alles dreht sich im Kreis“: Überall Endlosschleifen beim Loop-Art-Festival

Kaos-Kultursommer „Alles dreht sich im Kreis“: Überall Endlosschleifen beim Loop-Art-Festival

Am Freitag, bei der Eröffnung des sechsten Loop-Art-Festival der Kaos-Kulturwerkstatt, war es witterungsbedingt noch der Saal, der im Zeichen der klingenden Endlosschleife stand. Am Samstag, nach der Rückkehr des Sommers, auch die malerische Seebühne.

Loop-Art-Freitag im Saal: Franziska Rilke und Clemens Nöbel, zusammen Lona.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zwischen einem Computer, einer Gitarre, und zwei Mikrofonen sitzt ein junger Mann an einem Drumset. An einem der Mikrofone beginnt eine junge Frau mit einem Klicklaut. Dieser wiederholt sich in Dauerschleife. Worte und Geräusche bauen sich auf. Auf diesem Gebilde beginnt sie zu singen. Drums werden gesampelt, alles wird vor den Augen des Zuschauers zu einem großen Klangteppich. Und immer wieder singt sie: „Alles dreht sich im Kreis.“

Am Freitag, bei der Eröffnung des sechsten Loop-Art-Festival der Kaos-Kulturwerkstatt, war es witterungsbedingt noch der Saal, der weitestgehend im Zeichen der klingenden Endlosschleife stand. Am Samstag, nach der Rückkehr des Sommers, griff hingegen auf der malerischen Seebühne ein Duo das Thema des Wochenendes – den endlosschleifenbasierten künstlerischen Ausdruck – akrobatisch auf: Vanessa Sebastianelli und Martin Ziermann mit einer bewegten und bewegenden Performance, zusätzlich zu weiteren musikalischen Darbietungen von Maria Schüritz, Interloop und Michael Plewinski.

Eröffnet wurde das Loop-Art von Lona aus Zwickau. Was spielerisch klingt und aussieht, ist eine Herausforderung. Eine Premiere ist es noch dazu: Es ist der erste Auftritt der zweiköpfigen Band. Dadurch brauchen die einzelnen Songs etwas Vorbereitungszeit, was aber in der familiären Stimmung kein Problem darstellt. An diesem Abend schwingt immer eine gewisse Portion Improvisation mit – Hauptsache der Ausdruck stimmt. Den dritten Song, so erzählt Sängerin Franziska Rilke, gibt es eigentlich noch gar nicht, er entsteht live vor dem Publikum aus Geräuschen, Gesang und interessanterweise auch Atmung. So wird die Stimme deutlich zum Instrument in einer interessanten Mischung aus Pop und intelligenten Texten.

Schier undurchdringliche Klangwände

Die Stimme, genauer gesagt die Sprache, ist das tragende Element bei Künstlerin Anne Munka. Sie zieht ihre Schuhe und Strümpfe aus, tritt an das Mikrofon heran und beginnt, über Fremdsprachen zu reden, während sie mit ihren Füßen die Loop Stations nutzt, um unterschiedliche Sprachloops auf einander aufzubauen. Immer wieder errichtet sie schier undurchdringliche Klangwände, um diese dann wieder aufzubrechen und einzureißen, während sie die Themen erkundet, über die sie während ihres letzten Aufenthalts in Island viel nachgedacht hat: Das Fremdsein, eine Sprache nicht zu beherrschen. Schemenhaft und traumähnlich wirkt ihre Performance, in der sie aus dem Internet generierte Texte, ihre eigenen Lieder, Aufnahmen aus Island und Idioten-Mantras kombiniert.

Zuletzt betritt Multi-Künstler Peter Piek die Bühne, entspannt und sympathisch locker. Die ersten Songs bestreitet er mit der Akustikgitarre und dem Synthesizer, ohne Loop-Effekte – aber Wiederholungen gibt es bekanntlich in allen Songs. Seine akustischen Lieder klingen verletzlich und eingängig, seine angenehme Stimme ist unerwartet androgyn. Dann kommen auch die Effekte zum Einsatz, die von düsteren zu melancholischen und teils gar dröhnenden Klängen reichen. Der Rest bleibt dabei schön verspielt.

Aufgrund des schlechten Wetters kommt das Publikum nicht in den Genuss, Piek inmitten seiner eigenen Installation auf der Seebühne zu sehen. Sie besteht aus bunten Holzstücken, die vom Baum hängen und wie Farben in der Luft aussehen, durch die man sich hindurch bewegen kann.

Von Miriam Heinbuch

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