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Alles, was der Mensch braucht, sind Bücher: Das Lindenauer Antiquariat „Central W33“

Literatur Alles, was der Mensch braucht, sind Bücher: Das Lindenauer Antiquariat „Central W33“

Im Lindenauer Antiquariat „Central W33“ ist die Leidenschaft für Literatur sofort spürbar. Im Rahmen des Literarischen Herbsts trägt dort am Mittwoch Nele Heyse aus ihrem Gedichtband „Zeit ist eine Kugel“ vor.

„All you need is books“: Das Lindenauer Antiquariat „Central W33“.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Ist das Buch vom Aussterben bedroht? „Das glaube ich nicht“, antwortet Sebastian Sell. Der 34-Jährige arbeitet im Leipziger Antiquariat „Central W33“ in der Georg-Schwarz-Straße, das März 2015 eröffnet hat, als Verantwortlicher für Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Der Name des Ladens leitet sich aus dem ehemaligen Kino „Central-Lichtspiele“, das bis 1960 gegenüber lag, und der alten Postleitzahl für Lindenau ab. Sell hatte schon immer eine besondere Beziehung zur Literatur: „Die Schwerpunkte in meinem Studium lagen auf Sprache, Literatur und Ästhetik.“ Nach dem Studium arbeitete er in diesen Bereichen für die Gesellschaft Litprom in Frankfurt, die Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika fördert, und für den Verband deutscher Schriftsteller.

Schon wenn man das Antiquariat Central W33 betritt, spürt man die Leidenschaft für Bücher. Die Wände sind bis an die Decke mit Regalen voller Bücher gefüllt. Exemplare stapeln sich auf dem Tresen als Dekoration. Büchercover zieren die Wand. Das alles soll nicht zuletzt zeigen, wie vielfältig sich ein Buch weiternutzen lässt, wenn es ausgelesen ist, ein Medium, das manche bereits totgesagt haben. Dagegen soll der Laden den Menschen die Nachhaltigkeit der Literatur klarmachen. Nicht umsonst ist „All you need is books“ ein Slogan der Betreiber.

„Unser Bestand umfasst etwa 25 000 Bücher – alle gebraucht, hauptsächlich aus öffentlichen Einrichtungen oder Privatbeständen angekauft. Wir bieten außerdem eine Buchannahme, wo jeder bereits genutzte Lektüre umsonst abgeben kann.“

Gleichzeitig bekommt so die Georg-Schwarz-Straße Zuwachs. „Es ist ein großer Wunsch des Geschäftsinhabers Henry Rietdorf, der selber in Lindenau wohnt, etwas zu der stetigen Verbesserung des Stadtteils beizutragen.“ Ursprünglich eine belebte Einkaufs- und Amüsiermeile, hatte die Straße dank starker Vernachlässigung viele soziale Probleme. Seit 2008 geht es ständig aufwärts – viele Künstler haben in Form von Projekten ihren Abdruck hinterlassen. Viel wurde restauriert, und Feste wie das Georg-Schwarz-Straßenfest oder das Kunstraumfestival Lindenow verleihen dem Viertel ein neues Bewusstsein.

Alle Bücher sind besonders

Zusätzlich schafft das Antiquariat einen Ort der Begegnung und engagiert sich für das kulturelle Geschehen ringsherum. „Allein 20 Veranstaltungen wie Podiumsgespräche, Lesungen, Vorträge oder Ausstellungen fanden seit der Eröffnung bei uns statt.“ Und es scheint zu wirken: „Einwohner aus der Umgebung nutzen das Geschäft regelmäßig, aber auch immer mehr Leute von außerhalb gehören zu unseren Kunden. Und die Kinder kommen bei uns auch nicht zu kurz“, betont Sell. Das Sortiment ist vielfältig, ob Kunst, Kultur, Geschichte, Belletristik oder Kinder- und Jugendliteratur.

„In dem Sinne sind alle unsere Bücher besonders“, erzählt Sell, „aber wenn ich etwas aussuchen soll, dann zum Beispiel die drei Bände der ersten Reihe der Gesammelten Werke von Hugo von Hofmannsthal von 1924 in Pergament gebunden und vom Autor signiert.“ Das Angebot ist im Preis natürlich dem jeweiligen Zustand angepasst, das Meiste kostet nur zwischen etwa vier und zehn Euro. Einen Überblick kann man sich auch in einem Online-Katalog verschaffen.

„Es gibt so große Bestände und Möglichkeiten für Bücher. Natürlich wandelt sich einiges, aber der Bedarf für das Buch besteht weiterhin.“ So Sell. Und mit dieser Philosophie lebt auch das Antiquariat „Central W33“ weiter.

Central W33, Georg-Schwarz-Straße 12, Öffnungszeiten Montag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr. Im Rahmen des Literarischen Herbsts ist dort am Mittwoch, 19.30 Uhr, Nele Heyse mit ihrem Gedichtband „Zeit ist eine Kugel“ zu Gast, zudem Matthias Brenner, Intendant des Neuen Theaters Halle. Am Freitag, 19.30 Uhr, läuft die Doku „John Heartfield – Fotomonteur“ (BRD 1976/77), dazu nur an diesem Abend eine Ausstellung mit Heartfield-Originalen, im Anschuss Gespräch, Eintritt frei; www.central-antiquariat.de

Von Jessica Kottas

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