Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Als hätte der Himmel selbst sie geschickt: Julia Lezhneva in Leipzig

Benefiz-Gala im Gewandhaus Als hätte der Himmel selbst sie geschickt: Julia Lezhneva in Leipzig

Für Samstag, den Vorabend des Ersten Advents, laden Gewandhaus, Leipziger Volkszeitung, Verbundnetz Gas AG, Porsche Leipzig und die Sparkasse Leipzig wieder zur Benefiz-Gala in den großen Saal des Gewandhauses.

 

Quelle: dpa

Leipzig. Den vielen Opern Georg Friedrich Händels haftet noch immer der Ruf an, sie seien erstens etwas steif und zweitens in ihrer antikischen Größe ziemlich schablonenhaft. Doch wer die Musik des großen Hallensers einmal richtig gehört hat, richtig gesungen also und richtig gespielt, der rückt rasch ab von diesem Doppelklischee. Macht zum Beispiel die wunderbare Julia Lezhneva die Linien und Koloraturen und mit ihnen die Worte durchlässig für alle nur denkbaren Entäußerungen der Seele und des Lebens, für das mithin, was die Altvorderen Affekte nannten, dann kann Händel euphorisieren oder zu Tränen rühren.

26 Jahre alt ist Julia Lezhneva erst. Aber am Gesangshimmel steht ihr Stern bereits ganz weit oben. Viele feiern sie als legitime Erbin Cecilia Bartolis. Sie und ihre CDs räumen an Preisen ab, was abzuräumen war – für den nächsten ICMA ist sie auch schon wieder nominiert. Und am Samstag ist die bezaubernde Russin Solistin im traditionellen Benefizkonzert zugunsten der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, wo sie mit „Aure, fonti“ und „Brilla nell’alma“, zwei herrlichen Szenen aus der 1726 im Londoner King’s Theatre uraufgeführten Oper „Alessandro“, in der Bachstadt Leipzig eine Lanze bricht für den großen Zeitgenossen aus der Nachbarschaft. Überdies singt sie Mozarts Szene „Chi’io mi scordi di te?“ – Wie könnte ich dich je vergessen? Bei Mozart verhält es sich nicht anders als bei Händel: Natürlich kann sie niemand vergessen, diese unprätentiöse Sängerin, deren Stimme klingt, als habe der Himmel selbst sie geschickt.

Damit ist sie genau die richtige Solistin fürs Benefizkonzert am Vorabend des Ersten Advents. Das von Leipziger Volkszeitung, Verbundnetz Gas AG, Porsche Leipzig und der Sparkasse Leipzig gemeinsam ausgerichtete vorweihnachtliche Konzert blickt auf eine lange Tradition zurück, und seit 2009 fließen die mit seiner Hilfe eingespielten Mittel in die gemeinsame Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ der Initiatoren. Ihr Ziel: „die Unterstützung und Förderung der Jugendhilfe, insbesondere der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit, des erzieherischen Jugendschutzes, der Erziehung in der Familie, in Tageseinrichtungen sowie die Förderung von Volks- und Berufsbildung und Erziehung“. Vor allem in Leipzig und Umgebung. Unterstützt werden mit diesen Zuwendungen konkrete Kinder- und Jugendprojekte.

Im vergangenen Jahr spielte das Benefiz-Konzert 48 000 Euro ein, die in konkrete Kinder- und Jugendprojekte flossen: etwa in die Kinderbetreuung von Krebspatienten, ein integratives Straßenfußballprojekt, Fahrten in Schullandheime, die Zukunftsakademie für Leipziger Jugendliche, Ferien für diabeteskranke Kinder und vieles mehr. All das sind Aktivitäten und Projekte, die Kinder und Jugendliche in prekären oder außergewöhnlichen Lebenssituationen unterstützen, in die sie unverschuldet hereingeraten sind.

Am Pult des Gewandhausorchesters steht wieder Herbert Blomstedt, der Ehrendirigent des Orchesters, von 1997 bis 2005 dessen Chef. Zwischen 1997 und 2011 hat er bereits zehn Mal die musikalische Gala zum Ersten Advent dirigiert. Und zwar aus zwei Gründen: „Ich mache solche Benefiz-Konzerte gerne. Denn damit können wir erstens zeigen, dass auch wir Musiker nicht isoliert in einer anderen Welt leben. Wir nehmen Anteil am Schicksal anderer und versuchen zu helfen, wo wir können. Und dann ist so eine Veranstaltung auch eine Chance, weil im Publikum immer auch Menschen sitzen, die wir im Normalfall mit klassischer sinfonischer Musik nicht erreichen.“

Für die klassische sinfonische Musik steigen Herbert Blomstedt und das Gewandhausorchester mit einem echten Schwergewicht der Gattung in den Ring: mit Ludwig van Beethovens dritter Sinfonie, der „Eroica“. Oft hat Blomstedt sie schon in Leipzig dirigiert, zuletzt in den großen Concerten der vorigen Woche und als Teil des Beethoven-Zyklus, den der Ehrendirigent sich und seinem Orchester zum eigenen 90. im kommenden Sommer schenkt. Und es war eine Sternstunde, weise, unpathetisch, lebensbejahend, sinnlich – und so ungebrochen optimistisch, wie in die Zukunft blicken muss, wer Kindern in Not helfen will.

Samstag, 26. November, 20 Uhr, Gewandhaus: Gala für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, Resttickets gibt’s nur mit Glück noch an der Abendkasse. Wenn Sie über den Kauf einer Konzert-Karte hinaus die Arbeit der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ unterstützen möchten, ist Ihre Spende natürlich herzlich willkommen. Denn jeder Euro hilft helfen: Sparkasse Leipzig IBAN: DE16860555921100902003; BIC: WELADE8LXXX; Verwendungszweck: Spende für die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ .

Von Peter Korfmacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Dreamhack Leipzig

    Auf der Dremhack 2017 treten die besten Computerspieler gegeneinander an. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

Leipzig gilt als der Geburtsort der modernen Psychologie. Wie früher und heute im Geist geforscht wurde ist vom 14. September bis zum 16. Dezember 2016 in der Ausstellung "Psychologie in Leipzig - Geburt einer Wissenschaft" zu sehen. Besucher können sowohl Beobachter als auch Versuchsperson sein. Unsere Schau des Monats November! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr