Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Als komischer Butler wurde Eddi Arent zur Kultfigur

Als komischer Butler wurde Eddi Arent zur Kultfigur

Eddi Arent hatte die Lacher stets auf seiner Seite. Ob in den Krimis von Edgar Wallace oder den Winnetou-Geschichten von Karl May: Mit seinem trockenen Humor und seinen Slapstick-Einlagen gab der Komiker und Schauspieler den in den 1960er Jahren gedrehten Filmen die richtige Würze.

Voriger Artikel
„Iron Man 2“: Robert Downey Jr. schlüpft wieder in den Anzug
Nächster Artikel
Richard Wagner mal zwei

Eddi Arent als Scotland Yard-Beamter Sir John - aufgenommen am 29.10.1997 während Dreharbeiten zum Edgar Wallace-Krimi „Die toten Augen von London“ (RTL).

Quelle: dpa

Waldmünchen. Inzwischen ist es ruhig um Arent geworden. Nachdem er mit seinem Hotel im Schwarzwald gescheitert ist, lebt er zurückgezogen in einer Seniorenresidenz in Bayern. Am 5. Mai feiert Arent seinen 85. Geburtstag.

Der Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Gebhardt Arendt heißt, wurde am 5. Mai 1925 in Danzig geboren. Sein Vater war Leiter des örtlichen Wasserwerks. Schon früh entdeckte Arent sein komisches Talent. Bei dem nach dem Krieg üblichen Schlangestehen heiterte er seine Leidensgenossen mit allerlei Späßen auf.

Erste Erfolge vor größerem Publikum feierte Arent als Komiker und Kabarettist im Schwarzwald-Ort Blumberg. Mit seinem Kabarett „Der Widerspiegel“ ging er auf Tournee. Später spielte Arent in Werner Fincks „Mausefalle“ in Stuttgart, bis ihm 1955 der Sprung an die renommierte Münchner Kleinkunstbühne „Die Zwiebel“ gelang.

Den große Durchbruch schaffte Arent auf der Leinwand: 21 Wallace- und mehrere Karl-May-Filme machten ihn einem Millionenpublikum bekannt. In den anfangs noch schwarz-weiß gedrehten Kriminal- und Westernfilmen, die heute Kultcharakter haben, hatte Arent seinen festen Platz: Meist spielte er den Butler. Den Mann mit der Melone, der mit schrägem Humor und unbewegter Miene für Lacher sorgte.

Ob bei „Der Frosch mit der Maske“, „Das Gasthaus an der Themse“, „Der Zinker“, „Der Hexer“ oder in „Der schwarze Abt“: Arent, stets stilvoll gekleidet, stand mit seinen Rollen für britisches Understatement und hintersinnigen Witz. Unverwechselbar füllte er seine Rollen aus. In den Vordergrund spielen mochte er sich nicht. „Ich habe mich immer als Dienstleister gesehen“, sagt Arent. „Nicht meine Person steht im Licht, sondern der Film und seine Geschichte.“ Insgesamt spielte er in mehr als 70 Kinofilmen mit, bewies sein Können und seine Vielfalt als Schauspieler.

phpo7LKL820100505140810.jpg

Eddi Arent (l) und Harald Juhnke in einem Sketch der ARD- Prominentenshow „Willkommen im Club“ (Archivfoto vom 21.01.1989). Der Komiker und Schauspieler Eddi Arent wird am 5. Mai 2010 85 Jahre alt.

Quelle: dpa

In den 70er und 80er Jahren drehte Arent zahlreiche Fernsehfilme und Sketch-Serien, unter anderem in „Harald und Eddi“ an der Seite von Harald Juhnke (1929-2005). Bei den Dreharbeiten machte sich Arent als effizient arbeitender und uneitler Schauspieler einen Namen. „Drehe sparend, dreh mit Arent“, lautete ein geflügeltes Wort bei den Regisseuren. 1999 stand Arent zuletzt vor der Kamera. Für RTL drehte er fünf neue Wallace-Filme. Zudem übernahm er eine Rolle im Kinofilm „Manila“, einer Gesellschaftssatire von Romuald Karmakar.

Seit 51 Jahren ist Arent verheiratet. Mit Ehefrau Franziska, einer gelernten Hotelfachfrau, wollte er seinen Lebensabend im Schwarzwald verbringen. 1993 eröffnete das Paar in Titisee-Neustadt ein Hotel. Der Schauspieler agierte zwölf Jahre lang als Hotelier.

Das 1899 erbaute Hotel „Neustädter Hof“ wurde zum Treffpunkt für Krimi- und Karl-May-Fans sowie für Schauspielkollegen, Arent wurde Gastgeber des jährlichen Edgar-Wallace-Festivals. Doch dann verließ Arent das Glück, er ging vor mehr als fünf Jahren mit seinem Traditionshotel pleite. Das Haus wurde im Februar 2005 zwangsversteigert. Arent wurde zwar ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt, er machte davon aber keinen Gebrauch.

Die Insolvenz hat Arent mitgenommen, ihn gesundheitlich ins Schlingern gebracht. Der Schauspieler, der die Bewunderung des Publikums immer genossen hat, hat sich seither aus der Öffentlichkeit komplett zurückgezogen. Mit seiner Ehefrau lebt er seit 2005 abgeschirmt in einer Seniorenresidenz in Waldmünchen in der Oberpfalz im Landkreis Cham, nahe der deutsch-tschechischen Grenze.

Von Jürgen Ruf, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr