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Am Donnerstag beginnt in der Moritzbastei das 25. Leipziger Jazznachwuchsfestival

Jubiläumsjahrgang Am Donnerstag beginnt in der Moritzbastei das 25. Leipziger Jazznachwuchsfestival

1992 lud die Moritzbastei zum ersten bundesweit ausgeschriebenen Jazznachwuchsfestival. Mit seinem wichtigsten Ausschreibungskriterium, dem Musikeralter unter 30 Jahre, hat es sich bis heute zu einer Art Leistungsschau der deutschen Musik-Hochschulen im Genre entwickelt. Am Donnerstag beginnt der Konzert-Reigen zum 25. Mal.

Das Hans Anselm Quintett aus Berlin ist am Samstag dran.

Quelle: Stephan Noe

Leipzig. Nicht nur die Gruftis drehten vor einem Vierteljahrhundert den allgemeinen Trendspieß um und setzen im Osten einen Leuchtturm, nach dem vom Westen her beeindruckt Ausschau gehalten wurde: Im Jahr 1992 lud die Moritzbastei zum ersten bundesweit ausgeschriebenen Jazznachwuchsfestival. Mit seinem wichtigsten Ausschreibungskriterium, dem Musikeralter unter 30 Jahre, hat es sich bis heute zu einer Art Leistungsschau der deutschen Musik-Hochschulen im Genre entwickelt. Inzwischen ist die Tradition von einigem Gewicht: Wer im Jahr des ersten Festivals geboren wurde, muss sich heute sputen, seine Band fit zu machen, dass sie das Alterskriterien noch erfüllt.

Von Anfang an dabei ist Initiator Frank Heinecke, der vor Urzeiten mal Programmchef der Moritzbastei war. An seiner Seite stand damals und bis vor zwei Jahren Leipzigs unbestrittener Jazzchef Bert Noglik, der seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt inzwischen hauptstadtwärts verlagert hat. Seit 2015 führt daher Steffen Wilde die programmatischen Geschicke des Festivals. Ein alter Bekannter, der in den 1990ern im Halleschen Studentenclub Turm aktiv war, mehrere bekannte Jazzreihen betreute und seit 2009 Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des Jazzclubs Tonne Dresden ist. Wilde sichtet das Material und hatte die Qual der Wahl, aus 50 Bewerbungen das Festivalprogramm mit elf Bands in drei Tagen zu stricken.

Von extrovertiert bis suggestiv

Über mangelnde stilistische Spannung wird auch in diesem Jahr niemand zu klagen haben. Jazz war schon immer die experimentierfreudigste musikalische Spielart, und im Zeitalter des Crossover durch die Regionen und Jahrhunderte ist das noch immer so. Das Publikum darf sich auf modernen Jazz von extrovertierten bis eher suggestiven Spielformen freuen, von komplexer Komposition bis zum freien Spiel der kreativen Kräfte, von punktgenauem Minimalismus bis zum epischen Breitwandklang ist alles vertreten. Rhythmische Anleihen aus dem zeitgeistigen urbanen Clubbing fließen ebenso ein wie Referenzen an uralte ethnische Musik. Gesang ist im Jazz bekanntlich nicht Pflicht und wenn, dann wird er heutzutage meist dem weiblichen Geschlecht überlassen. Das ist gut und auch in Leipzig so.

Auch der 25. verspricht also ein sehr gehaltvoller und frischer Jahrgang zu werden. Als Kleinod des hiesigen Jazz­kalenders erfreute sich das Festival all die Jahre besten Besuchs. Und da es denen, die da waren, immer gefallen hat, wird sich daran hoffentlich auch nichts ändern.

25. Jazznachwuchsfestival, Beginn jeweils 20 Uhr, Moritzbastei (Universitätsstraße 9), Eintritt jeweils 7/5 Euro. Donnerstag: Arba (Leipzig), Der weise Panda (Köln), Philipp Rücker Quartett (Rostock); Freitag: Das Bessere Leben (Dresden), Zola Run (Berlin), Flying Cakes (Berlin), Brasil Accoustic Quintett (Dresden); Samstag: Auditiver Wahnsinn (Weimar), 2 gegen 3 (Erfurt/Leipzig), Hans Anselm Quintett (Berlin), Oktopuzzle (Berlin).

Von Lars Schmidt

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