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Andris Nelsons wird später Kapellmeister vom Gewandhausorchester

Organisatorische Gründe Andris Nelsons wird später Kapellmeister vom Gewandhausorchester

Es war ein Paukenschlag: Im September gab die Stadt bekannt, dass Andris Nelsons ab 2017/18 Riccardo Chailly als Gewandhauskapellmeister beerbt. Doch nun muss der offizielle Amtsantritt offenbar auf Februar 2018 verschoben werden. Die Stadt gibt organisatorische Gründe für den Schritt an.

Erst ab Februar 2018 soll Andris Nelsons Gewandhauskapellmeister werden (Archivbild).

Quelle: André Kempner

Leipzig. Andris Nelsons soll sein Amt als Gewandhauskapellmeister erst am 1. Februar 2018 in Leipzig antreten. Das geht aus einer neuen Ratsvorlage der Stadt Leipzig hervor. Zuvor hieß es, der 36-Jährige übernehme bereits am 1. Mai 2017 die Nachfolge Riccardo Chaillys, der aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen seine eigentlich bis 2020 vorgesehene dritte Amtsperiode bereits zum 31. Juli 2016 beendet.

Als Begründung für die Verschiebung von Nelsons’ Amtsantritt in Leipzig heißt es in der Beschlussvorlage nun: „Der bisher geplante vorzeitige Amtsantritt zum 1. Mai 2017 lässt sich aus planerischen, terminlichen und organisatorischen Gründen nicht so schnell realisieren. Dies haben interne Gespräche mit der Agentur von Herrn Nelsons in der letzten Oktober-Woche ergeben.“ Auf das Konzertprogramm des Gewandhauses habe der verschobene Beginn Nelsons’ keine Auswirkungen, betonte Gewandhaus-Sprecher Dirk Steiner am Dienstag. Das Konzerthaus hatte mit dem gebürtigen Letten zunächst ab September 2017 geplant. „Er hatte dann von sich aus gebeten, noch früher, also am 1. Mai 2017 anzufangen“, berichtet Steiner. Nelsons habe andere Verpflichtungen dann aber doch nicht lösen können. Es bleibe dabei, dass Nelsons im Mai 2017 und eine Woche im September das Gewandhausorchester dirigiert. Steiner: „Wir wollten keinen zerstückelten Anfang. Wenn der Stadtrat zustimmt, beginnt Andris Nelsons nun also offiziell im Februar 2018. Bereits im Mai 2018 macht er die erste Tournee mit dem Gewandhausorchester und dirigiert im Juni das Open Air im Rosental.“

Über die Vorlage soll am 12. November im Betriebsausschuss Kulturstätten und am 19. November im Leipziger Stadtrat entschieden werden. Es bleibt demnach bei 50 Dirigaten pro Jahr mit dem Gewandhausorchester. In Leipzig, so heißt es in der Beschlussvorlage weiter, werde Nelsons unter anderem die Saisoneröffnungskonzerte, das Benefizkonzert „Leipzig hilft Kindern“, die Aufführungen von Beethovens 9. Sinfonie sowie alle zwei Jahre die Rosental-Konzerte dirigieren. „Außerdem wird er für acht Abonnements-Wochen mit bis zu drei möglichen Konzerten, für Familienkonzerte, Entdeckerkonzerte, die Audio Invasion und Schulkonzerte zur Verfügung stehen.“ Und bereits ab der Saison 2016/2017 solle er als designierter Gewandhauskapellmeister tätig sein.

Nelsons, jüngster Gewandhauskapellmeister seit rund 150 Jahren, bleibt Chefdirigent des Boston Symphonic Orchestra, das er seit 2014 leitet. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Klangkörpern. Im Rahmen einer weltweit wohl einmaligen Partnerschaft sollen Auftragswerke entstehen, Gastspielkonzerte im jeweils anderen Land stattfinden, das Kernrepertoire des Partnerorchesters in einer Konzertwoche gestaltet werden. Dazu sind Musiker- und Dirigentenaustausche angedacht.

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