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Arm oder Bein ab: Leipziger Kultur-Diskussion zum Actori-Gutachten gerät zur MuKo-Demo

Arm oder Bein ab: Leipziger Kultur-Diskussion zum Actori-Gutachten gerät zur MuKo-Demo

Dass er die Bürger nicht anhören und ausreden lassen will, kann man Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nicht vorwerfen. Rund 400 Gäste kamen zum Forum über die Zukunft der kulturellen Eigenbetriebe.

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Kultur-Diskussion im Leipziger Rathaus: OBM Burkhard Jung stand am Montag Rede und Antwort.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Drei Stunden standen er und Martin Dehli von der Beraterfirma Actori Rede und Antwort. Die Veranstaltung am Montag wurde zur erwarteten Demonstration für den Erhalt der Musikalischen Komödie. Das Gutachten über mögliche Einspar-Szenarien stieß zum Teil auf heftige Kritik.

Gut 200 Plätze hat der Festsaal im Neuen Rathaus. Für ein Bürgerforum zur Zukunft der kulturellen Eigenbetriebe reichte das am Montagabend hinten und vorne nicht. Es ist brechend voll. Menschentrauben vor den Wänden, Angst, die sich auf einem Transparent formuliert: „Hände weg von der MuKo – unserem Volkstheater“. Trifft es das Theater in Lindenau, seit vielen Jahren in fast jeder Sparrunde ein Streichkandidat, diesmal wirklich? Oder sind es nur die üblichen Passionsspiele, an deren Ende wieder ihre Rettung steht? So ernst, fürchten viele, stand es noch nie um das Traditionshaus.

Besucherzahlen in den kulturellen Eigenbetrieben

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Matthias Hasberg, Pressesprecher der Stadt Leipzig, wird nervös, bittet die Stehenden, in einen Nachbarsaal auszuweichen, in den zumindest der Ton übertragen wird. „Vorher fangen wir nicht an.“ Einen Moment lang droht die Stimmung in Tumult zu kippen. „So stellen Sie sich also Bürgerbeteiligung vor“, schimpft einer in den Saal. Viele lassen sich nicht herauskomplimentieren. Vielleicht, weil auch Kulturbürgermeister Michael Faber, Thomaskantor Georg Christoph Biller und Zoodirektor Jörg Junhold bleiben, obwohl sie keinen Stuhl haben. Irgendwann ist das Problem ausgestanden, die Debatte beginnt pünktlich.

„Gewaltig“ nennt der Oberbürgermeister die Resonanz, um dann das Lagebild zu skizzieren. „Wir müssen in allen Bereichen schauen, wo man sparen kann“, lautet die schlichte Wahrheit, während sich am Horizont düster das nächste Dilemma abzeichnet. 2019 läuft der Solidarpakt aus. Jung weiß, zu wem er spricht. Hier sind vor allem Mitarbeiter der Kulturbetriebe und ihr Publikum. Es gebe Stammtische, erklärt er ihnen, an denen ganz andere Forderungen erhoben würden. Dort höre man Sprüche wie „Dann macht doch die Oper dicht.“ Er habe noch keine feste Haltung, betont Jung. „Ich möchte das Gespräch mit Ihnen suchen, dann März/April eine Vorlage in den Stadtrat bringen“, sagt er, bevor er an Actori-Projektleiter Martin Dehli abgibt.

Das Actori-Gutachten: Abschlusspräsentation im Betriebsausschuss (PDF, 3,4 MB)

Der trägt die inzwischen bekannten Prämissen vor: Bei Fortschreibung der bisherigen städtischen Zuschüsse von rund 73 Millionen Euro für Oper (mit MuKo 40 Millionen Euro), Centraltheater (14 Millionen), Gewandhaus (15,8 Millionen) und Theater der Jungen Welt (3,1 Millionen) entsteht durch Inflation und Tarifsteigerung bis 2014/15 eine Deckungslücke von 5,7 Millionen. Zwei Millionen ließen sich mit Optimierungen (unter anderem Preiserhöhungen und Sponsoring) sowie Kooperation bei der Haustechnik herausholen. Bleiben 3,7 Millionen Miese. Und zwölf Sparszenarien. Fusionen, etwa von Centraltheater und Oper bringen nur wenig. Auch Änderungen der Rechtsform wie Überführungen in einer Stiftung hätten kaum nennenswerte Effekte, so Dehli.

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Es ist brechend voll. Menschentrauben vor den Wänden, Angst, die sich auf einem Transparent formuliert: „Hände weg von der MuKo – unserem Volkstheater“.

Quelle: André Kempner

Stattdessen läuft es auf Operationen mit der Axt hinaus, zum Beispiel die Abwicklung der Ballettsparte, was 6,3 Millionen bringen würde. Die MuKo steht im Zentrum mehrerer Szenarien. Die Schließung der Spielstätte mit Abbau von Chor, Orchester und Ensemble bringe 10,3 Millionen. „Reine Koinzidenz“, so Dehli, sei, dass Variante 11, „Herauslösung der MuKo aus dem Betrieb der Oper und Fusion mit dem TdJW“ genau jene 3,7 Millionen Euro einbringe, die fehlen. Das Szenario sei aber „am wenigsten schlecht“. Da bleibe ja nur die Alternative Arm oder Bein ab, flüstert eine Frau im Publikum. Dehli: „Wenn Sie alle Szenarien verwerfen, müssen Sie etwas an der finanziellen Ausstattung ändern.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Leipziger Volkszeitung vom Mittwoch oder im E-Paper!

Jürgen Kleindienst

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