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Auf den Spuren der Bagger: Stadtgeschichtliches Museum zeigt Ausstellung "Leipziger Südsee"

Auf den Spuren der Bagger: Stadtgeschichtliches Museum zeigt Ausstellung "Leipziger Südsee"

Schienen, die ins Nichts führen, eine mondähnliche Industrielandschaft, in der sich nach und nach die ersten Pflanzen ihr Terrain zurückerobern - durch den Sucher seiner Kamera hat Thomas Götze einen oft ungewöhnlichen Blick auf die Endphase des Tagebaus Zwenkau geworfen.

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Thomas Götze zeigt im Stadtgeschichtlichen Museum seine Bilder vom Zwenkauer Tagebau.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Zu sehen sind seine Bilder mit dem Titel „Leipziger Südsee" ab Dienstag im Stadtgeschichtlichen Museum.

„Ich habe schon als kleiner Junge meine Umgebung genau beobachtet", erinnert sich Thomas Götze. Damals habe der 51-Jährige die Details zunächst in Zeichnungen eingefangen. Mit Mitte 20 habe der gelernte Gärtner dann statt zum Stift zur Kamera gegriffen. „Den Tagebau Zwenkau habe ich rein zufällig entdeckt, als ich auf der Suche nach Windmühlenrelikten in der Region war", erzählt Götze. Schon von Weitem habe er die Eimerkettenbagger gesehen. „Das hat mich so fasziniert, dass ich regelmäßig am Wochenende hingefahren bin", so der Autodidakt, der als Gärtner, Werksfotograf und Archivist in einem großen Industriebetrieb in Korbach arbeitet.

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Leipzig. Schienen, die ins Nichts führen, eine mondähnliche Industrielandschaft - durch den Sucher seiner Kamera hat Thomas Götze einen oft ungewöhnlichen Blick auf die Endphase des Tagebaus Zwenkau geworfen. Zu sehen sind seine Bilder mit dem Titel „Leipziger Südsee" ab Dienstag im Stadtgeschichtlichen Museum.

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Ein wenig Risiko sei schon dabei gewesen: „Ich war nicht immer offiziell dort", gibt er freimütig zu. „Einmal bin ich sogar des Geländes verwiesen worden." Aber es hat sich gelohnt: Mit 27 Farbfotografien und sechs Schwarzweißbildern, die zwischen 1999 und 2010 entstanden sind, dokumentiert Götze die Phase vor und nach der Einstellung der Kohleförderung in Zwenkau. Dort war von 1921 bis 1999 auf einer Fläche von rund 2900 Hektar der letzte Braunkohletagebau vor den Toren Leipzigs betrieben worden.

„Wenn man bedenkt, das dort vorher Menschen gelebt haben, die weg mussten und gewiss nicht alle freiwillig gegangen sind, läuft einem schon ein Schauer über den Rücken", sagt Götze. Besonders fasziniert hätten ihn die fremdartig wirkenden Geländestrukturen, die durch eine Verkippung oder die Schürfspuren der Schaufelradbagger entstanden seien. „Ich hatte immer diese Euphorie, du musst das festhalten. An eine Ausstellung habe ich da gar nicht gedacht", erinnert sich der gebürtige Korbacher.

Heute ist auch Christoph Kaufmann, Kurator des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, froh über die Bilddokumente: „Für uns als historisches Museum ist die Ausstellung auch deshalb von so großer Bedeutung, weil keines der Großgeräte zum Kohleabbau gerettet werden konnte. Die Bilder sind das Einzige, was geblieben ist." Angebote für Ausstellungen habe das Stadtgeschichtliche Museum zur Genüge, verrät Kaufmann. „Damit könnten wir bis 2020 planen." Wichtig sei jedoch, dass der Funke überspringe. „Wir haben uns für Herrn Götze entschieden, weil er ein Thema behandelt, was Leipzig über viele Jahre geprägt hat."Und dies ist noch nicht abgeschlossen. Laut Kurator werde es noch zwei Jahre dauern, bis der Wasserstand des ehemaligen Tagebaus seinen Höchststand erreicht habe und mit 970 Hektar zum größten See der Umgebung werde. „Gedacht ist es dann als Wassersport- und Erholungszentrum, wird aber auch für den Hochwasserschutz in Leipzig eine wichtige Rolle spielen."Eröffnet wird die Ausstellung, die noch bis zum 11. März zu sehen ist, am Dienstag um 18 Uhr. Öffnungszeiten sind jeweils Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Informationen sowie Anmeldungen für eine Führung sind unter (0341) 965 13 40 möglich.

Stefanie Buessing

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