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Aus für „Ich zeig’s Euch“: Leipzig hat kein Geld für Kinder als Kunstführer

Museum der bildenden Künste Aus für „Ich zeig’s Euch“: Leipzig hat kein Geld für Kinder als Kunstführer

Das Museum der bildenden Künste verzichtet nach zehn Jahren auf Kinder als Kunstführer: Für das Projekt „Ich zeig’s Euch“ fehlen die Sponsoren. Der Neue Leipziger Kunstverein als Förderer muss sich selbst vor der Insolvenz bewahren.

Andrang bei der Kinderführung zur Museumsnacht 2014 im Museum der bildenden Künste. Jetzt wird das Projekt der Nachwuchs-Guides eingestellt.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Aus für ein Stück Kultur-Nachwuchsarbeit in Leipzig: Nach zehn Jahren stellt das  Museum der bildenden Künste (MdbK) das Projekt „Ich zeig’s Euch“ ein. Das Geld ist alle. In einem Elternbrief, der LVZ.de vorliegt, erklären Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt und Klaus Delwig vom Neuen Leipziger Kunstverein, dass ihnen die Sponsoren ausgegangen sind.

Konkret heißt das: Die Teilzeit-Stelle von Museumspädagogin Ina Schulze fällt weg. Ohne sie, Herz und Seele des Projekts, gibt es keine Kurse, keine Kinder-Guides mehr. Warum Holzschafe Schwimmringe tragen oder vollbepackte Fahrräder im Museum stehen – junge Kunstfans im Alter von acht bis 17 Jahren beschäftigten sich unter Anleitung damit und erklärten dann als Guides anderen Kindern einmal pro Monat ihre ureigene Sicht auf ausgewählte Lieblingswerke. „Ein extrem erfolgreiches Projekt“, so Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt am Mittwoch. „Ich habe bei den Museumsnächten oft gestaunt und mich gefragt, ob ich mit acht oder zehn Jahren den Mut gehabt hätte, vor 50 oder mehr Menschen so einen Vortrag zu halten.“

Schmidt bedauerte am Mittwoch, dass „Ich zeig’s Euch“ eingestellt werden müsse. Aber das Projekt werde komplett über Spenden finanziert, und das funktioniere nicht mehr. „Viele Sponsoren denken projektorientiert, nicht institutionell“, erklärt er. In dem Elternbrief heißt es auch, dass „viele potentielle Unterstützer dezidiert Projekte mit einer sozialen, auf die Integration gesellschaftlicher Randgruppen zielenden Ausrichtung bevorzugen“. Nach zehn Jahren sei es nun möglicherweise an der Zeit, so ein Projekt wie „Ich zeig’s Euch“ zu überdenken. Man könne nicht immer nur Angebote für eine bestimmte Klientel machen, so Schmidt. Man wolle sich nun breiter aufstellen. Das heiße aber nicht, dass es hier reflexartig um das Thema Migration gehen müsse.

Kunstverein am Rand der Insolvenz

Die finanziellen Probleme des Kinder-Kunstguide-Projekts sind nicht neu. Öffentliche Mittel fließen schon seit 2012 nicht mehr, schildert Delwig, Vorstand vom Neuen Leipziger Kunstverein. Und er macht keinen Hehl daraus, dass ihn das ärgert. Die 1169 Mitglieder fassende Organisation sprang in die Bresche und ist seitdem Träger. Im ersten Jahr habe es genügend Sponsoren gegeben, „mit 18.500 Euro konnten wir kostendeckend arbeiten“, sagt er. Doch zuletzt blieben noch 10.500 Euro als Sockel, der mit Elternbeiträgen und durch die Mitgliedsbeiträge des Fördervereins aufgestockt werden musste. „Das hat uns an den Rand der Insolvenz gebracht“, so Delwig. Dabei habe die engagierte Kunstpädagogin Schulze eine super Arbeit gemacht. Der Verein musste trotzdem die Reißleine ziehen.

Derzeit sind neben dem Kunstverein zwar auch noch die Förderer des Museums der bildenden Künste Leipzig, die Stadtbau AG und die Maximilian Speck von Sternburg Stiftung als Unterstützer auf der MdbK-Webseite aufgelistet. Für das kommende Jahr habe aber nur noch ein größerer Sponsor Interesse angemeldet, so der Kunstverein. Die Speck von Sternburg Stiftung bleibe auch 2016 „mit einem Baustein verankert“, so Schmidt. Damit solle nun eine neue „Spendenarchitektur“ aufgebaut werden.

Die rund 20 derzeit aktiven Kinder-Guides bereiten nun mit Ina Schulze eine Abschluss-Führung vor. Am 13. Dezember heißt es um elf Uhr dann zum letzten Mal im Museum der bildenden Künste: „Ich zeig’s Euch – Kinder führen Kinder“.

Von Evelyn ter Vehn

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