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Ausgrabungen und große Namen

Spielplan Oper Leipzig 2016/17 Ausgrabungen und große Namen

Mit der Schauspielerin Katharina Thalbach und dem Moderator Thomas Hermanns hat die Oper Leipzig zwei prominente Gastregisseure für die Saison 2016/17 Spielzeit verpflichtet. Thalbach zeichnet für Donizettis „Lucia de Lammermoor“ verantwortlich, Hermanns führt Regie beim Musical „Kein Pardon“ nach dem Film von Hape Kerkeling. Zu weiteren Höhepunkten der Spielzeit zählt Gounods „Der Rebell des Königs“.

Rose (v.l.) auf der Bühne der Oper Leipzig bei der Vorstellung der neuen Saison

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Über Zahlen möchte Ulf Schirmer, Generalmusikdirektor und Intendant, nicht reden bei dieser nachmittäglichen Pressekonferenz mit gemeinsamer Drehbühnenrundfahrt in der Oper Leipzig. Diese Bilanz behält er sich fürs Ende der Saison vor, die die letzte seiner ersten Amtsperiode ist. Nur so viel sagt er: „Sie sind so, dass wir zufrieden sind.“ Die Auslastung liege bei 73 Prozent.

Das kann sich sehen lassen und ist wohl einer der Gründe dafür, dass die Saison 2016/2017 kühner ausfällt als Schirmers bisherige Spielzeiten, in denen es noch darum gegangen war, das Vertrauen des Publikums in Leipzig und darüber hinaus zurückzugewinnen und Repertoire-Löcher zu stopfen. Das muss er zwar immer noch, beispielsweise mit der längst überfälligen Neuinszenierung von Webers „Freischütz“, bei dem Christian von Götz Regie führt, oder mit der seit über 40 Jahren nicht gespielten „Turandot“, der letzten Oper Giacomo Puccinis, die Balázs-Kovalik inszeniert, der in Leipzig bereits Richard Strauss’ sperriger „Frau ohne Schatten“ zu Bühnenwirkung verholfen hat. Und wo wir schon bei Strauss sind: Auch die von Schirmer selbst dirigierte „Salome“ schließt in der Regie Arom Stiels eine Repertoire-Lücke. Die Premiere im Juni nutzt Schirmer gleich für Strauss-Festtage, während derer „Die Frau ohne Schatten“ und „Arabella“ die Tetrarchentochter rahmen. Auch lange nicht mehr in Leipzig zu sehen war Donizettis „Lucia di Lammermoor“, die Oper, die einst Katharina Thalbachs Liebe zum Musiktheater begründete. Also ist die Freude darüber, dass die große Theaterfrau nun ihre Leipziger Regie-Premiere mit diesem Werk feiert, wohl wechselseitig.

Der Rest der Spielzeit aber gehört, sieht man vom ebenfalls lang ersehnten „Nussknacker“ des Leipziger Balletts zur Eröffnung einmal ab, Ausgrabungen, Uraufführungen und Entdeckungen quer über alle Sparten. Für Schirmer Grund genug, vorsichtshalber noch einmal zu betonen: „Natürlich machen wir ein ganz sinnliches, opulentes Theater“.

In der Papierform jedenfalls sieht es so aus, als könnte er damit Recht behalten. Denn all die Trouvaillen und Novitäten haben mit großen Namen zu tun. Da inszeniert beispielsweise Anthony Pilavachi Charles Gounods Mantel-und-Degen-Grand-Opéra „Der Rebell des Königs“. Das Werk mit dem französischen Titel „Cinq-Mars“ wurde seit 1878 nicht mehr szenisch gespielt. Was Schirmer, der es unlängst mit seinem Münchner Rundfunkorchester noch konzertant erarbeitet hat, und seine Operndirektorin Franziska Severin nicht verstehen können: „Diese Oper hat alles, was eine große Oper haben muss, und sie schreit nach der Bühne“.

Große Namen durchziehen auch die Neuproduktionen der Musikalischen Komödie. Auf Seiten der Komponisten wären da beispielsweise Gilbert & Sullivan zu nennen, deren „Piraten“ Cusch Jung selbst in Lindenau inszeniert – die erste Operetten-Regie des MuKo Chefregisseurs, und ein Stück, bei dem Hausherr Torsten Rose sich wundert, „dass wir es noch nie in der MuKo gemacht haben“.

Auch Nico Dostals Ägypten-Liebes-Farce „Prinzessin Nofretete“ war noch nicht im Haus Dreilinden zu sehen. Aber hier liegen die Gründe auf der Hand: Seit 1935 war es überhaupt nirgendwo mehr zu sehen, weil die Noten verschollen waren. Als sie wieder auftauchten, berichtet Rose, „haben wir uns sofort darum bemüht. Und ich bin sehr stolz darauf, dass wir den Zuschlag bekommen haben“. Und noch ein Zuschlag macht den Betriebsdirektor stolz: Die MuKo ist das erste Stadttheater, an dem Thomas Herrmanns sein Hape-Kerkeling-Musical „Kein Pardon“ inszeniert. Überdies arrangiert Cusch Jung mit bekannten Musical-Melodien und neuen Texten unter dem Titel „Das Leben ist (k)ein Musical“ einen Revue-Besuch beim Psychiater, und Chefdirigent Stefan Klingele dirigiert konzertante Vorstellungen von Leonard Bernsteins (noch ein großer Name) „Candide“. Chor und Orchester schließlich verbeugen sich im Sommer mit einer veritablen Uraufführung vor Luther und der Reformation: In der Peterskirche führen sie am 25. Mai 2017 Albert Lortzings noch nie (!) gespieltes Oratorium „Die Himmelfahrt Jesu Christi“ auf.

Apropos große Namen: Mario Schröder und sein Leipziger Ballett erweisen zur Klärung der großen Fragen „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Was machen wir hier? Und warum?“ dem großen Berserker der Kunst ihre Reverenz: „Vincent van Gogh“ heißt die Ballettproduktion, die Schröder in einer Linie mit seinen Choreographien zu Charly Chaplin und Jim Morrison sieht.

Von Peter Korfmacher

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