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Ausstellung in Magdeburg zeigt Otto den Großen und seine Vorbilder

Ausstellung in Magdeburg zeigt Otto den Großen und seine Vorbilder

Otto der Große und seine Vorbilder aus 1000 Jahren europäischer Kaisergeschichte stehen im Mittelpunkt einer großen Ausstellung in Magdeburg. Vom kommenden Montag an sind 350 Kunstwerke und historische Zeugnisse zu sehen, darunter Leihgaben aus 17 Ländern, wie Kuratorin Gabriele Köster am Donnerstag in Magdeburg ankündigte.

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Otto der Große und seine Vorbilder aus 1000 Jahren europäischer Kaisergeschichte stehen im Mittelpunkt einer großen Ausstellung in Magdeburg.

Quelle: dpa

Magdeburg. „Unsere Leitfrage war: Warum kommt ein ostfränkisch-sächsischer König, geboren im heutigen Sachsen-Anhalt, auf den Gedanken, römischer Kaiser werden zu wollen?“ Die riesige Strahlkraft des antiken römischen Reichs wollten die Ausstellungsmacher zeigen.

Otto I. (912-973) wurde 962 in Rom zum Kaiser gekrönt - das ist 1050 Jahre her, seine Geburt jährt sich zum 1100. Mal. In seiner Zeit erlebte Europa von Magdeburg aus einen unvergleichlichen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Unter anderem bildete sich in Ansätzen das heutige Gefüge der Nationalstaaten heraus.

Laut den Ausstellungsmachern zeichnet die drei Millionen Euro teure Landesausstellung mit dem Titel „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“ (27. August bis 9. Dezember) erstmals die Entwicklung des europäischen Kaisertums im ersten Jahrtausend nach  - von Kaiser Augustus, der den Begriff Kaiser laut Köster noch gar nicht kannte, über Konstantin den Großen, Karl den Großen und Byzanz bis zu den Ottonen.

Veranschaulicht wird der geschichtliche Bogen durch wertvolle Exponate aus internationalen Museen und Bibliotheken, unter anderem aus dem Vatikan. Gezeigt werden kostbare Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke. Sie sind Ausdruck von Macht, dem Blick der Herrscher auf sich selbst und dem Blick, den andere auf sie hatten.

Zu den „Stars“ der Magdeburger Ausstellung gehören laut Köster die erst 2005 in Rom ausgegrabenen Herrschaftszeichen Kaiser Maxentius’, die die einzigen erhaltenen antiken Insignien überhaupt seien, sowie eine erst kürzlich restaurierte zwei Meter hohe Statue des römischen Kaisers Claudius aus dem 1. oder 2. Jahrhundert. Zu sehen ist auch Ottos Kaisersiegel, das ihn mit Krone, Zepter und Globus darstellt. Es ist auch das Plakatmotiv für die Ausstellung. Otto brach damals mit der Tradition, sich im Profil darstellen zu lassen, und zeigte sich von vorn, wie es für Christusdarstellungen oder antike Kaiserdarstellungen üblich ist.

Die Schau kröne eine Trilogie von Ausstellungen zu Otto I., die mit Schauen 2001 und 2006 begonnen hatte, sagte der Direktor des Kulturhistorischen Museums, Matthias Puhle. „Wir möchten, dass die Menschen erkennen, in welch lange Läufe der Geschichte wir eingebettet sind.“ Die erste große Mittelalterschau „Otto der Große, Magdeburg und Europa“ 2001 hatte für einen unerwarteten Besucheransturm von mehr als 300 000 Menschen an den 100 Ausstellungstagen gesorgt. 2006 gab es eine Doppelausstellung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ in Magdeburg und Berlin. Ins Kulturhistorische Museum in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt kamen 248 000 Menschen. Der Fokus war damals auf Otto den Großen bis zum Ausgang des Mittelalters gerichtet.

Die 100-Tage-Schau in Magdeburg wird ergänzt von Ausstellungen an sieben weiteren Kaiserorten in Sachsen-Anhalt. Unter anderem in Wallhausen, wo Ottos Geburtsort vermutet wird, in Halberstadt, Quedlinburg, Merseburg und seinem Sterbeort Memleben gibt es Ausstellungen und Veranstaltungen.

dpa

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