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Ausstellung in der Uni Leipzig: Plakate wider das Vergessen

Ausstellung in der Uni Leipzig: Plakate wider das Vergessen

Kowalki ist auf jeden der drei Kreuze zu lesen. Der Name steht für jeweils einen Soldaten aus Österreich, Deutschland und Russland. Vier Jahre, 17 Millionen Tote lautet die Botschaft auf einem weiteren Plakat.

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Internationale Plakatkunst zum Ersten Weltkrieg ist in einer Ausstellung in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses zu sehen.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Eine Gasmaske wird mit den Worten "Never forget", also "Niemals vergessen", ergänzt. Das sind drei Beispiele für Plakate, die an das Jahr 1914 und den Ausbruch des Ersten Weltkrieg erinnern.

Das scheint zwar lange her, ist jedoch auf mörderische Weise aktuell. Krieg und bewaffnete Konflikte gibt es auch 100 Jahre später überall auf der Welt. Daran wollen der Bund mitteldeutscher Grafikdesigner sowie der Verein zur Förderung visueller Kultur plakat-sozial aufmerksam machen. Sie haben Künstler aus aller Welt aufgerufen, ihre individuellen Sichten auf 100 Jahre Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu verarbeiten. Die besten 100 Werke sind nun in einer Ausstellung im Neuen Rathaus sowie zusätzlich in der Commerzbank sowie im Hörsaal in der zweiten Etage der Universität Leipzig zu sehen.

Das Besondere: Der Wettbewerb ist über eine Internetplattform gelaufen. Die ist gegründet worden, nachdem Dominik Brunner, der sich im September 2009 auf einem Bahnsteig der Münchner S-Bahn schützend vor eine Schülergruppe stellte, in aller Öffentlichkeit zu Tode geprügelt worden war. Seitdem gibt es unter dem gemeinsamen Signum "plakat sozial" eine ideelle Gruppe internationaler Plakatkünstler, die Arbeiten zu verschiedenen Themen austauschen. Wie nun zum Ersten Weltkrieg.

Für die Ausstellung wurden die Plakate, die es ansonsten materiell nicht gibt, eigens vergrößert. Über den Grafikdesigner-Bund können sie außerdem bestellt werden. "Mich hat am meisten überrascht, dass die Plakate universell sind und überall auf der Welt verstanden werden. Das ist ein gutes Zeichen für ihre Qualität", lobte Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat, die die große Anzahl chinesischer Einsendungen hervorhob, gestern zur Eröffnung. Das hörten etliche der anwesenden Künstler gern. "Viele bilden sich ein, das Plakat ist tot. Oder es müsse nur dem Kommerz dienen", betonte Grafiker Jochen Fiedler. Dabei gebe es viele renommierte Künstler, die sich mit diesem Medium beschäftigen. "Auch in Leipzig entsteht heute noch richtige Kunst - nicht nur Trivialwerbung irgendwelcher Agenturen", ergänzte Maler und Grafiker Ulrich Strube, der dem Bund mitteldeutscher Grafikdesigner vorsteht. Er lädt die Leipziger ein, sich in den Ausstellungen davon selbst ein Bild zu machen.

Das nächste Projekt ist übrigens bereits in Vorbereitung. Entstanden sind beim jüngsten Wettbewerb ebenfalls Plakate zu "25 Jahre Fall der Berliner Mauer", die im Oktober/November ausgestellt werden.

www.plakat-sozial.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.08.2014

Mathias Orbeck

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