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Ausstellung zum 90. Geburtstag von Willi Sitte in Halle

Ausstellung zum 90. Geburtstag von Willi Sitte in Halle

Rund 90 Werke des wegen seiner DDR-Vergangenheit als Kulturfunktionär umstrittenen Malers und Grafikers Willi Sitte werden in einer Ausstellung in Halle gezeigt - darunter erstmals ausgewählte Skizzenbücher.

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Das Werk „Bei der Arbeit“ des Malers Willi Sitte am Donnerstag (20. Oktober 2011) in der Kunsthalle „Villa Kobe“ in Halle an der Saale. Das Ölbild ist ein Selbstbildnis aus dem Jahr 1995. Der Künstler ist wegen seiner DDR-Vergangenheit umstritten.

Quelle: dpa

Halle. Anlass ist der 90. Geburtstag des Künstlers, wie der Kurator der Schau, Hans-Georg Sehrt, am Donnerstag mitteilte. Unter dem Motto „Willi Sitte - Malerei, Zeichnungen und Druckgrafik“ sind in der Kunsthalle Villa Kobe zum Teil sehr großformatige Exponate zu sehen. Lust, Leben und Erotik sowie Arbeitermotive bestimmten die Arbeiten des Künstlers.

Die Schau in Halle sei seit 30 Jahren die erste größere Personalausstellung in der Stadt, wo Sitte seit 1947 lebt, zur Malerei und Grafik des Künstlers, sagte Sehrt in der Kunsthalle, wo sich die Besucher zur Eröffnung am Abend drängten. Sie gebe einen Einblick in Sittes umfangreiche Lebenswerk.

„Es sind in der Ausstellung auch ganz wichtige Bilder aus seinem Leben zu sehen, etwa ’Meine Eltern’ aus dem Jahre 1963“, sagte Sehrt der Nachrichtenagentur dpa. Jenseits aller Polemik solle den Besuchern Gelegenheit gegeben werden, sich anhand des Ausgestellten ein eigenes Bild von Anspruch und künstlerischer Qualität des Werkes dieses wichtigen deutschen Malers der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu machen.

Schirmherrin der Schau ist Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados (SPD). In einem Grußwort der Stadt hieß es, die Ausstellung ehre einen unbequemen und streitbaren Künstler, der mit seinem Werk für die Ideale des Sozialismus einstehe. Die Schau solle auch die Frage aufwerfen, „wie gehen wir mit der jüngsten Geschichte und den Menschen, die sie prägten, um“.

Sitte war Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR und saß zeitweilig in der Kulturkommission des Zentralkomitees der SED. In der westdeutschen und europäischen Kunstszene wurde er spätestens durch seine Teilnahme an der „documenta“ im Jahr 1977 in Kassel, wo er zusammen mit den Begründern des Malstils „Leipziger Schule“ wie Bernhard Heisig (85), Wolfgang Mattheuer (1927-2004) und Werner Tübke (1929-2004) die DDR vertrat, wahrgenommen.

Der Mensch werde in Sittes Bildern in einer Vielzahl von Aktionen gespiegelt, sagte Sehrt. Das reiche vom Sportler über einzelne Akte und Liebespaare bis zu Menschengruppen. Weitere Themen seien „Kontra Unmenschlichkeit und Gewalt“, Hochwasserkatastrophen in Italien und Deutschland. Zudem werden Lithographien gezeigt, in denen sich Sitte mit anderen Künstlern aus verschiedenen Generationen auseinander und sich in gewisser Weise zu ihrem Schaffen in Beziehung setze, erklärte der Kurator.

Die Exponate der Schau entstanden seit Anfang der 40er Jahre und bis nach 2000. Es sind vorrangig Leihgaben der Willi-Sitte-Stiftung Merseburg (Saalekreis), der Stiftung Moritzburg Halle und aus dem Besitz des Künstlers. Die von der Kunst Halle e.V. Villa Kobe und dem Halleschen Kunstverein organisierte Schau dauert bis zum 20. November. Sie wird den Angaben zufolge von der Stadt Halle, dem Land Sachsen-Anhalt und Sponsoren unterstützt.

Sitte, in Kratzau (heute Tschechische Republik) geboren, wurde am 28. Februar 90 Jahre alt. Wegen seines sehr angeschlagenen Gesundheitszustandes war er nicht bei der Eröffnung der Ausstellung dabei.

Petra Buch, dpa

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