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BMW schenkt Leipzigs Bildermuseum zwei Werke von Björn Siebert

Aufwendige Re-Inszenierungen von Fotos aus dem Internet BMW schenkt Leipzigs Bildermuseum zwei Werke von Björn Siebert

Ein junger Mann, der sich Würstchen in den Mund gestopft hat, und ein verlassenes Atelier mit Farbresten an der Wand. Das ist auf den Fotos von Björn Siebert zu sehen, die die BMW Niederlassung Leipzig dem Museum der bildenden Künste geschenkt hat. Die aufwendigen Re-Instenierungen eher flüchtiger Momentaufnahmen aus können ab Dienstag besichtigt werden.

Die BMW Niederlassung Leipzig schenkt dem Museum der bildenden Künste zwei Arbeiten aus der Serie „ Remakes“ des Leipziger Fotografen Björn Siebert – v.l.: Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt, Dirk Reinicke (BMW), Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg und Björn Siebert.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Eines der Fotos von Björn Siebert wirkt wie ein ironischer Kommentar zur Wurst-Warnung der WHO: Ein junger Mann stopft sich ein ganzes Bündel Knacker in den Mund. Na dann guten Appetit. Seit Montag gehört das Werk „Seven (Remake)“ dem Museum der bildenden Künste, eines von zweien einer Schenkung der BMW Niederlassung Leipzig. Und natürlich geht es hier nicht wirklich um die Wurst, sondern – zumindest in ästhetischer Hinsicht - um alles: Um die Autorenschaft, um die Frage, was Kunst ist und was man eigentlich sieht auf diesem 94 x 113 Zentimeter großen Foto.

Seit 2006 sammelt der in Hamburg geborene und in Leipzig lebende Künstler Bilder im Internet – flüchtige oft dilettantisch festgehaltene Momente und inszeniert sie aufwendig nach. So wie dieses wahrscheinlich bei einem Hotdog-Wettessen entstandene Motiv. Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt will es im Bistro des Museums platzieren. Schmidt ist Siebert schon länger auf der Spur und fasziniert von dessen ästhetischer Übersetzungsarbeit: „Die Brillanz der Abzüge, die Formatwahl und die perfekte Rahmung lassen nichts mehr von der ursprünglichen, rein virtuellen und pixeligen Präsenz erahnen.“

 „Remake“ heißt die Serie, in der die eigene Urheberschaft zweitrangig sei, wie Siebert erklärt. Der 37-Jährige, Meisterschüler von Timm Rautert und Christopher Muller an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, sieht sich eher als Arrangeur oder Regisseur. So wie auch bei dem Bild „Studio (Remake)“, das nun im zweiten Obergeschoss des Museums seinen Platz gefunden hat. Eine weitere Re-Inszenierung. Diesmal geht es um das Atelier des Malers Francis Bacon, von dem nach dessen Tod ein winziges Foto entstanden ist. Diesen Raum hat Siebert in einer Halle in Dresden rekonstruiert – inklusive Farbresten auf Wänden und Fußböden. Mitgearbeitet haben die Leipziger Maler Bastian Muhr und Kathrin Thiehle, ein Theaterplastiker sowie ein Tischler. Spürt man ihn noch oder wieder, den Geist des Malergenies? Oder hat er sich verflüchtigt, der Mythos des Künstlerateliers? Sicher ist nur: Der Hinweis „Terrasse gesperrt wegen Dacharbeiten“, zu finden an der Tür gleich neben dem Siebert/Bacon gehört nicht zum künstlerischen Konzept.

Für das Museum, so Schmidt, sei diese Zusammenarbeit mit der BMW Niederlassung angesichts eines quasi nicht existenten Ankaufsetats ein Glücksfall. Seit 2012 engagiert sie sich für den Sammlungsaufbau. Damals wurde das Gemälde „1_12 (Mann mit blauem Chaperon)“ des LVZ-Kunstpreisträgers Jochen Plogsties angekauft, 2013 waren es ein Porträt des Schriftstellers Clemens Meyer von Paule Hammer und das Gemälde „Geweih“ (2007) von Tobias Hild und im vergangenen Jahr das großformatige Gemälde „Ohne Furcht“ (2014) von Sebastian Gögel.

Von Jürgen Kleindienst

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