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Barrierefreie Party in Leipzig - Zweiter Tag des Campusfestes an der Jahnallee

Barrierefreie Party in Leipzig - Zweiter Tag des Campusfestes an der Jahnallee

Leipzig. Tausende Studenten feierm auch am Donnerstag beim Campusfest auf dem Sportcampus Jahnallee. Unter ihnen sind auch viele Rollstuhlfahrer, denn neben dem üblichen Programm aus Sportwettkämpfen, Bands und Tanzen ist in diesem Jahr Barrierefreiheit das große Thema der zweitätigen Veranstaltung.

Dabei geht nicht nur um Rücksicht - die Rollstuhlfahrer halten überraschend viel Action bereit.

Noch steht die Gruppe der Rollstuhlfahrer und ihrer Begleiter an diesem Dienstagabend ein wenig unschlüssig im Gedränge hinter dem Eingang zum Campusfest. Doch ihr Ziel steht schon fest. „Wir wollen zum Rollstuhlrugby, denn davon haben wir noch nie etwas gehört“, sagt Albrecht Bopp. Er ist leitender Begleiter der Rollstuhl-Reisegruppe aus Schwäbisch Hall, die für eine Woche Urlaub in Leipzig macht.

Bei der Suche nach dem geeigneten Abendprogramm stieß er auf das Campusfest. Er selbst hat zwar keinerlei Einschränkungen, aber sieben von neun Reiseteilnehmern sitzen in Rollstühlen. Als Ausflugsziel kommen also nur barrierefreie Veranstaltungen in Frage – dieses Jahr zählt das Campusfest dazu.

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Leipzig. Ausgelassene Partystimmung am Campus Jahnallee: Tausende Studenten haben am Mittwochabend den Start des 13. Leipziger Campusfests gefeiert. Während im Innenhof der Sportfakultät bereits zu Bands wie Safi und dem Fast Food Orchestra getanzt wurde, bildete sich vor dem Eingang eine lange Schlange. „Alleine heute Abend dürften rund 6000 bis 7000 Besucher kommen“, sagte Martin Liborak vom Studentenrat der Universität.

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Der Studentenrat der Universität (StuRa) hat sich Barrierefreiheit in diesem Jahr groß auf die Fahnen geschrieben, „damit diesmal auch alle am Campusfest teilnehmen können“ – so steht es im Programmheft. Kein einfaches Vorhaben, denn damit sich beispielsweise Rollstuhlfahrer ungehindert auf dem Festival bewegen können, müssen alle Veranstaltungen über Rampen und Fahrstühle erreichbar sein.

Rugbylöwen mit Rammbock-Rollstühlen

Das Rollstuhlrugby findet in der GutsMuths-Halle statt. Um dorthin zu gelangen muss die Gruppe aus Schwäbisch Hall durch die Publikumstraube vor der Hauptbühne. Alles kein Problem, Freia Stöckel, Referentin für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik beim StuRa bahnt ihnen energisch eine Schneise durch die Leute.

Zehn Minuten später schauen sie sich das letzte Spiel der Leipziger Rugbylöwen an – und das ist nichts für schlechte Nerven. Acht Leute rollen mit speziellen Rugby-Rollstühlen über den Platz in der Halle, zu jeder Mannschaft gehören vier Mitglieder. Vorab erhält jeder Spieler je nach Schweregrad seiner Einschränkung eine Punktezahl zwischen eins und vier. Jede Mannschaft darf zusammen nicht mehr als sieben Punkte haben, damit das Verhältnis ausgeglichen bleibt.

Die Punktzahl entscheidet auch über den Rollstuhltyp. Die einen haben Stühle mit einem kleinen Rammbock, bei den anderen schützt ein breiter Stahlring den Fußbereich. Der Ball wird getragen oder gepasst, Ziel ist der Touch-Down im gegnerischen Tor. Weil vier Leute in Rollstühlen ein Tor vollständig abdecken können wird beim Rollstuhl-Rugby gerammt - und zwar mit vollem Tempo.

Preis für einen Rugby-Rollstuhl: 5000 Euro aufwärts

Wump – jedes Mal wenn Dirk Schmidt einen Gegner mit seinem Rollstuhl aus dem Weg rammt gibt es einen dumpfen Schlag. Die Gruppe aus Schwäbisch Hall ist von soviel Power, die die Fahrer auf dem Platz entwickeln, verzückt. „So etwas können wir mit unseren Stühlen natürlich nicht spielen“, sagt Albrecht Bopp schmunzelnd.

Die Rugby-Rollstühle sind allerdings auch nicht billig. „Ein Modell kostet zwischen fünfeinhalb und zehntausend Euro“, erklärt Rugbyspieler Schmidt nach der Partie und bedauert, dass die meisten Spieler ihre Stühle selbst finanzieren müssten, da es nur wenige Sponsoren gebe.

Die Gruppe aus Schwäbisch Hall freut sich über den gelungen Abend. Vor der Hauptbühne lassen sie ihn beim Konzert der Band „Fast-Food-Orchetra“ ausklingen.

Auch an diesem Donnerstagabend gibt es auf dem Campusfest noch einmal ein umfangreiches Kulturprogramm. Headliner auf der Hauptbühne ist gegen 22.45 Uhr die Band Blackmail. In der Grubehalle spielen Kakkmaddafakker aus Norwegen und später die Berliner Combo Freddy Fischer and his Cosmic Rocktime Band.

Clemens Haug

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