Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Bemerkenswert leicht und amüsant David Pfeifers "Der Strand der Dinge"

Bemerkenswert leicht und amüsant David Pfeifers "Der Strand der Dinge"

Aufstieg und Fall liegen oft nah beieinander. Das muss auch ein einst erfolgreicher Unternehmenschef in David Pfeifers Debüt-Roman erfahren. Erlebnisse und Gefühle seines Helden beschreibt David Pfeiffer mal amüsant, mal mit ernstem Unterton.

Voriger Artikel
Wahre Liebe wartet - "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" kommt in die Kinos
Nächster Artikel
Deutschlands größtes Sommerkino am Dresdner Elbufer lockt bald wieder Massen an

Coverausschnitt von Pfeifers "Strand der Dinge".

Quelle: PR

Hamburg. Mitten in Mitte und doch am Rande gestrandet findet sich der Ich-Erzähler im Roman „Der Strand der Dinge“. Eben war er noch der Chef einer höchst erfolgreichen Berliner Internetfirma. Aber nachdem sich der große Boom nach der Jahrtausendwende in eine große Pleitewelle verwandelt hat, muss er ohne Arbeit, Einkommen und Selbstwertgefühl bei einem Bekannten als Untermieter einziehen.

Partys mit den immer gleichen Leuten

Aus dieser Ausgangssituation entwickelt David Pfeifer, der selbst als Journalist einige Erfahrungen mit der Internetbranche gesammelt hat, in seinem ersten Roman ein amüsantes Szenario mit ernsten Zwischentönen. Der Erzähler Philipp geht ganz entspannt in sein neues Leben. Sein Aufstieg war so schnell, dass er sich nicht an die Annehmlichkeiten hatte gewöhnen können. In sein neues bescheidenes Leben in Berlin Mitte findet er sich sofort hinein: „Zumindest fielen mir jetzt, wo mich nichts mehr daran hinderte, mein Leben in die Hand zu nehmen, unzählige Gründe ein, die dagegen sprachen“.

Stattdessen verbringt er die Zeit auf Partys, auf denen er immer die gleichen Leute trifft, und mit Erinnerungen an seine Ex-Freundin. Erst zufällige Begegnungen und äußere Umstände führen dazu, dass Philipp sich Gedanken über seine Überzeugungen und letztlich sogar über sich selbst macht.

Ein Loser findet das Glück

Der Strand aus dem Titel entpuppt sich als mehr als nur ein Wortspiel. Philipp erkennt, wie gestrandet im Leben er ist, und dass der vermeintliche Urlaub von der Realität in Wirklichkeit nur ein fades Exil ist. Erst persönliche Tiefschläge, die sich nicht mehr beiseite schieben lassen, verleihen ihm die Kraft, sich um eine Neuordnung seines Lebens zu bemühen. Zufallsbekanntschaften und lange vernachlässigte Freundschaften helfen ihm auf dem Weg zum neuen Ich.

All dies erzählt Pfeifer mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit. Trotz seines Egoismus und seiner Verantwortungslosigkeit ist Philipp nie unsympathisch. Im Gegenteil. Unsympathisch macht ihn allenfalls der Erfolg. Der Loser, der schließlich auf schon fast märchenhafte Weise doch noch das Glück findet, ist im Laufe der Lektüre zu einem guten Bekannten geworden, mit dem die Leser leiden und sich freuen können.

David Pfeifer, „Der Strand der Dinge“, Dumont Buchverlag, Köln, 287 Seiten, 19,95 Euro.

Axel Knönagel, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Der Leipziger Opernball „Moskauer Nächte“ lädt am 4. November aufs Parkett. Hier finden Sie Infos und Fotos zum Event. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

Blättern Sie hier durch die aktuelle Veranstaltungsbeilage "Applaus" und finden Sie Konzerte, Shows, Ausstellungen, Sport-Events und mehr in Leipzig und Umgebung. mehr

Erfahren Sie mehr auf www.leipziger-museen.de

"Stasi – Macht und Banalität": Gedenkstätte Museum in der "Runden Ecke" gibt Einblicke in den SED-Überwachungsstaat. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr