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Bessere-Zeiten-Festival lockt 2000 Zuschauer auf die Festwiese

Bessere-Zeiten-Festival lockt 2000 Zuschauer auf die Festwiese

Für die Besucher und ambitionierten Organisatoren von Festivals scheint dieser Spätsommer ziemlich wenig übrig zu haben. Auch das Bessere-Zeiten-Festival, das am Samstag zum sechsten Mal stattfand, musste schwer gegen die Witterung ankämpfen.

Leipzig. Dabei zeigten sich die meisten der zehn Bands, die auf Einladung der Bandcommunity Leipzig auf der Festwiese spielten, durchaus überzeugend.

Seit nachmittags verdingen sich die am Ende circa 2000 Besucher auf dem umzäunten Gelände mit vereinzelten Zelten vor dem Zentralstadion. Manche versuchen, sich mit den siebenmeilenstiefelartigen Bounce-Gerätschaften fortzubewegen, andere widmen sich lieber Bratwurst, Bier oder Cocktails. Über eine gespannte Leine auf der Wiese spielt man Tennis, während im Zelt einer Wohnungsgenossenschaft am Glücksrad blaue Frisbee-Scheiben gewonnen und ein paar Meter weiter Bierkästen in luftige Höhen gestapelt werden. Alles ist auf Sommer ausgelegt, doch der will nicht recht.

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Leipzig. Für die Besucher und ambitionierten Organisatoren von Festivals scheint dieser Spätsommer ziemlich wenig übrig zu haben. Auch das Bessere-Zeiten-Festival, das am Samstag zum sechsten Mal stattfand, musste schwer gegen die Witterung ankämpfen. Dabei zeigten sich die meisten der zehn Bands, die auf der Festwiese spielten, durchaus überzeugend.

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Ein straffer Zeitplan regelt die Auftritte der teils bekannteren, teils unbekannten Bands. So stehen Artbreak Heartshop aus Dresden auf der Bühne, die Leipziger Rockband Nevamind tritt auf und anschließend folgt die Deathcore-Combo Arranged Chaos. Wie jedes Jahr zeigt das Festival, das traditionell keinen Eintritt kostet, einen Querschnitt dessen, was in der regionalen Musiklandschaft passiert. Junge Nachwuchsbands bekommen eine Plattform für sich und stehen neben lokalen Profis auf der Bühne.

Zu letzteren zählt zum Beispiel die Indie-Band Lament aus Bad Lausick. Für deren Musik bietet die Festwiese die optimale

Kulisse, auch wenn sich ihr Aggregatzustand zusehends weiter von fest nach flüssig transformiert. Irgendwo zwischen U2, Muse und Radiohead mit rockigen Einschlägen bewegt sich das Konzert, das die Gewinner-Band des MTV-Rookie-Wettbewerbs sehr konzentriert bestreitet. Melancholisch, klar und pathetisch hallt die Stimme des Sängers Sebastian Söllner am Stadion wider, als es dunkel wird.

Die Herren, die anschließend die Bühne erklimmen, drehen das Stimmungsschräubchen in eine ganz andere Richtung. Die Madrhymaz aus Dresden rappen zu manchmal pompösen, manchmal eher dem Ska entlehnten Beats vom (leider nicht vorhandenen) „Arschbombenwetter“ und über die weite Verbreitung der Illuminaten. Mit einer großen Prise entwaffnender Selbstironie und einnehmender Selbstverständlichkeit präsentieren sie Textzeilen wie „Deine Mutter käm’ gern aus Sachsen, Sachsen!“. Witzige, kurzweilige Lyrics schmücken bei ihnen Songs, die in die Beine gehen.

Als die letzte und wahrscheinlich bekannteste Band des Festivals ihr Konzert beginnt, regnet es wieder. Doch das spielt eine untergeordnete Rolle, denn auf der Bühne steht: die Sonic Boom Foundation, die man in Leipzig gar nicht mehr so häufig zu Gesicht bekommt. Einzigartig verbindet sich die Coolness elektronischer Musik mit der brachialen Wildheit von Rock, was vor allem live gut funktioniert. Schwarz-weiße Filmausschnitte flackern über die Bühne, während Songs wie „Alien To Me“ die Zuschauer belohnen, die bis jetzt in Kälte und Regen ausgeharrt haben. Dass beim Tanzen vor der Bühne der Matsch spritzt, merkt kaum noch jemand.

Dabei neigt sich ein Tag seinem Ende, der so schön hätte sein können, wenn nur ... Die Veranstalter zeigen sich später trotzdem zufrieden. „Wir sind sehr glücklich, dass wir hier nicht komplett weggeschwommen sind und die Leute so gut mitgefeiert haben“, meint Katja Engemann, die Projektleiterin des Festivals von der Bandcommunity. So bleibt die Hoffnung auf ähnlich gute Musik und bessere, weil vor allem niederschlagsärmere Zeiten im nächsten Jahr.

Theresa Wiedemann

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