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Bewegungskunstpreis Leipzig für das Theaterstück „Dark Star“

Auszeichnung im Lofft Bewegungskunstpreis Leipzig für das Theaterstück „Dark Star“

Die Produktion „Dark Star“ hat den Leipziger Bewegungskunstpreis gewonnen. Am Samstag wurde die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung bei der Feier im Lofft Leipzig an Regisseur Christian Hanisch vergeben.

Große Freude über die Anerkennung: Ronald Schubert, Tobias Gitter, Christian Hanisch, Moderator(in) Stefan Ebeling, Carmen Orschinski und Thomas Jochemko, Geschäftsführer des Leipziger Anzeigenblatt-Verlags (v.l.)

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. „Mir ist gerade ein bisschen schlecht“, gab Christian Hanisch augenzwinkernd zu. Kurz zuvor hatte er zusammen mit Schauspielerin Carmen Orschinski den Leipziger Bewegungskunstpreis 2015 für sein Stück „Dark Star – Fight the bomb, fight the crisis“ entgegengenommen. Moderator Stefan Ebeling in seiner Rolle als Renate Geschick überreichte den Preis am Samstagabend im Lofft am Lindenauer Markt.

Neben den Gewinnergruppen Das ÜZ und pipidasdas waren auch Heike Hennig & Co, das Schau-Ensemble, die Gruppe erweiterte Zugeständnisse und Peng! Palast aus Bern von der Jury in die engere Wahl genommen worden. Alle Teilnehmer erhielten im Vorfeld der Verleihung die Möglichkeit, ihre Werke im Rahmen des angeschlossenen Festivals auf Leipziger Bühnen zu präsentieren.

Hanischs interaktives Werk hatte die fünfköpfige Jury vollends überzeugt, wie Gudula Kienemund in ihrer Laudatio betonte. Wo der Mitmach-Effekt bei anderen Produktionen oft zum Hemmnis werde, weil sich kein Zuschauer gern der aufgedrückten Interaktion stelle, „sitzen bei Dark Star alle in der ersten Reihe – egal, wo sie sich gerade im Raum befinden“, so die Geschäftsführerin der Leipziger Kulturpaten.

Denn ohne die Zuschauer geht bei „Dark Star“ gar nichts. In dem an John Carpenters gleichnamigen Science-Fiction-Film von 1974 angelehnten Werk sichert das Publikum das Überleben der Crew. Die ist für die Besucher lediglich über Videoaufnahmen aus dem Inneren ihrer Raumkapsel zu sehen, Kontakt gibt es einzig per Intercom-Verbindung. Alle 20 Minuten entsteht eine neue Krisensituation, die gemeinsam gelöst werden will.

Manche Zuschauer seien regelrecht in der Inszenierung aufgegangen, berichtet Hanisch. „Einige meldeten sich als Commander bei den Darstellern, andere gaben an, lediglich der Praktikant zu sein und leider nicht weiterhelfen zu können.“ Diese besondere Beziehung zwischen Performern und Publikum und deren Umsetzung mit Mitteln des Off-Theaters habe letztlich den Ausschlag für die Jury gegeben, so Kienemund. „Sie imitieren keinen Trend, sondern schaffen etwas Eigenständiges.“ Hanisch und seine Mitstreiter stehen damit exemplarisch für das Ziel des Bewegungskunstpreises. Er solle die Vielfalt der Leipziger Szene hervorheben und deren Attraktivität über die Stadtgrenzen hinaus tragen, so Ronald Schubert, Vorsitzender des Bewegungskunst-Vereins.

Bei dem mit 5000 Euro dotierten und vom Leipziger Anzeigenblatt-Verlag gesponsorten Preis hatte sich in diesem Jahr auch hinter den Kulissen einiges getan. So fand die Verleihung erstmals in der elfjährigen Geschichte im Februar statt. Der neue Termin bedeute einen deutlich stressfreieren Ablauf für alle Beteiligten, so Schubert. Sein Dank ging in diesem Zusammenhang auch an Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat, die die Verlegung schnell und unkompliziert ermöglicht habe.

Kucharski-Huniat kam noch einmal auf die gute Nachricht zu sprechen, dass die lange gesuchten neuen Räumlichkeiten für Lofft und das Leipziger Tanztheater gefunden wurden – auf dem Gelände der Baumwollspinnerei (wir berichteten). Dies sei ein weiterer Schub für die Leipziger Theaterszene.

Und was plant Christian Hanisch für die Zukunft? „Wir werden unser interaktives Konzept weiter verfolgen“, so die Antwort des 39-Jährigen auf die Frage nach der Verwendung des Preisgeldes.

Von Bastian Fischer

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