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Bilder des Verborgenen – Fotografiefestival F/Stop zeigt Arbeiten internationaler Künstler

Bilder des Verborgenen – Fotografiefestival F/Stop zeigt Arbeiten internationaler Künstler

Leipzig. Zwischen fünf Uhr nachmittags und fünf Uhr morgens verändert sich der Mensch. Wenn er das geschäftige Treiben des Tages hinter sich lässt und die Nacht hereinbricht, nimmt er die Welt anders wahr. „Das Unbewusste tritt in dieser Zeit in den Vordergrund“, sagt Kristin Dittrich, „Innere Konflikte, Gefühle und Sehnsüchte treten an die Oberfläche.

“ Dittrich ist Direktorin des internationalen Fotografiefestivals F/Stop, das vom 23. September bis 3. Oktober zum vierten Mal stattfindet. Sie wählte diese Zwischen-Zeit als kuratorische Klammer für der Hauptschau unter dem Motto „Im Verborgenen – 5 pm to 5 am. Das Unsichtbare sichtbar“. Von den insgesamt 61 am F/Stop-Festival teilnehmenden Künstlerin aus 15 Ländern präsentieren hier 43 ihre Arbeiten.

Auf die Idee, die diesjährige Schau diesem Thema zu widmen, kam Dittrich durch den deutschen Fotografen Peter Bialobrzeski. Er schoss in diesem Zeitraum seine Aufnahmen der Fotoserie „Paradise Now“, für die er in diesem Jahr den World Press Award erhielt. Die Bilder, die auch in der Ausstellung zu sehen sind, zeigen den Urwald am Rande asiatischer Großstädte, bizarr erleuchtet vom künstlichen Licht der Metropolen. „Special Guest“ der Ausstellung ist Axel Hütte, der in Leipzig zum ersten Mal seine Arbeit „Capulin Fire“, ein Diptychon brennender Bäume der Öffentlichkeit vorstellen wird.

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Leipzig. Das internationale Fotografiefestival F/Stop ist am Donnerstagabend feierlich eröffnet worden. Bis zum 3. Oktober zeigen 61 Künstler aus 15 Ländern ihre Werke. Die Hautschau „Im Verborgenen – 5 pm to 5 am" will das Unsichtbare sichtbar machen. Auch Künstlergespräche, Workshops und eine Mappenschau stehen auf dem Programm. Das LVZ-Online-Videoteam hat die Ausstellung besucht.

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Jeder Künstler setzt sich auf seine ganz eigene Art mit dem Thema des Festivals auseinander. Der Kanadier Arnaud Maggs holt beispielsweise einen konkreten Gegenstand aus dem Verborgenen ans Licht der Öffentlichkeit. In 48 Fotografien bildet er das Adressbuch des französischen Fotografen Eugen Atgèts ab, der 1927 in Paris starb. „Dank Atgèts Bildern wissen wir sehr viel über das Paris jener Zeit“, sagt Maggs, „Über den Mann selbst wissen wir jedoch sehr wenig. Er führte ein Leben im Verborgenen. Dieses kleine Buch offenbart das Wenige, was über ihn bekannt ist.“

Auch Videokunst ist bei F/Stop zu sehen. Die Kanadierin Spring Hurlbut zeigt ihre Arbeit „Airborne“ aus dem Jahr 2008. Aus einem Gefäß wirbeln winzige Aschepartikel durch die Luft, weißer Rauch steigt auf, kräuselt sich, immer neue zarte Figuren entstehen, bis er sich im schwarzen Raum verliert. Das Gefäß ist eine Urne, die Asche die Überreste ihres Vaters. Hurlbut geht mit ihrem Werk der Frage nach, was bleibt, wenn ein Mensch stirbt. Für sie ein sehr persönliches Unterfangen: „Durch das Video konnte ich eine Verbindung zu meinem Vater aufrechterhalten. Er ist nun auch Teil meines Lebens als Künstlerin.“

Die insgesamt rund 400 Arbeiten sind an vier Orten der Stadt ausgestellt. Die Hauptschau ist im Tapetenwerk in Plagwitz zu sehen. Im Ring-Messehaus werden die Bilder von Peter Bialobrzeski gezeigt. Kretschmanns Hof in der Innenstadt ist den Arbeiten des Schweizers Thomas Kern vorbehalten, der genau wie Bialobrzeski World Press Photo-Preisträger ist. „Wir haben Orte gesucht, die zu den Kunstwerken passen, nicht anders herum. Nur dann können sie ihre Inhalte wirklich entfalten“, sagt Festivaldirektorin Kristin Dittrich.

Im Paulaner Palais in der City wartet auf die Besucher des Festivals zudem viel nackte Haut. Dort sind die Fotografien der 18 Finalisten, die sich im Wettbewerb "Nackt. Sehen. Erkennen. Zweifeln" durchsetzten, zu sehen. Hier dreht sich alles um das Thema Körper und zeitgenössischer Akt. "Wir haben aus 250 eingesandten Arbeiten diejenigen mit den innovativsten Inhalten ausgewählt", erklärt Dittrich.

Die Ausstellung ist nicht der einzige Bestandteil des Festivals. Künstlergespräche, Workshops und eine Mappenschau stehen ebenfalls auf dem Programm. Zweimal findet zudem ein Familientag mit speziellen Angeboten für Eltern und Kinder statt. Und da Kunst Erklärung brauche, gebe es auch für Schulklassen besondere Veranstaltungen, so Dittrich.

Die Ausstellung ist täglich von 12 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10 bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt unter der Woche 9 Euro, am Wochenende 12 Euro (ermäßigt 7 beziehungsweise 10 Euro). Abonnenten der LVZ erhalten im Vorverkauf in der LVZ-Geschäftsstelle 20 Prozent Rabatt auf den Normalpreis sowie am 29. und 30 September zwei Tickets für den Preis von einem. Das genaue Programm finden Sie unter: www.f-stop-leipzig.de.

Nora Ernst

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